Bundespräsident unterstützt „Bürgerbewegung für den Sport“
Neue Struktur, neues Logo, neuer Internetauftritt: Zu den strategischen Veränderungen im Erscheinungsbild der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) wird im kommenden Jahr ein neuer Inhalt kommen.
Vor dieser womöglich „größten konzertierten Geldsammelaktion“ in der 42-jährigen Geschichte der Stiftung wird die persönliche soziale Situation der geförderten Athletinnen und Athleten untersucht. Die Übersicht über ihren zeitlichen Aufwand für Training, Arbeit und Studium, über die Einkünfte und weitere individuellen Rahmenbedingungen für ihr leistungssportliches Engagement soll Anfang 2010 vorliegen wird und Basis für den anschließenden Startschuss zur nationalen Spendenkampagne sein, bei der auch Bundespräsident Horst Köhler die Sporthilfe unterstützt.
Ziel dieser „Bürgerbewegung für den Sport“ sei der Aufbau eines breiten Unterstützerkreises in der Bevölkerung. „Mit monatlich drei bis fünf Euro kann sich jeder unmittelbar in der Förderung des deutschen Spitzensports und seiner Talente einbringen“, sagte Werner E. Klatten, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Die Sporthilfe suche mit der Gründung dieses ganz besonderen „Teams Deutschland“ die die Unterstützung des einzelnen Sportfans genauso wie den kleinen finanziellen Beitrag der Millionen von Kunden und Partner zum Beispiel jener großen Wirtschaftsunternehmen (Mercedes, Deutsche Bank, Lufthansa, Telekom), welche der Sporthilfe als nationale Förderer bereits eng verbunden sind. „Wir möchten auf diese Weise die wirklichen Fans unter den zwanzig Millionen Sportenthusiasten in Deutschland für die direkte Athletenförderung gewinnen“, sagt Klatten. „Auch die ehemals geförderten emadeus-Mitglieder, derzeit rund eintausend, sind gefordert, sich hier mit einzubringen.“
„Rückgänge kompensieren“ und „wirtschaftliche Leistungskraft ausbauen“
Mit dem Versuch, an die Bevölkerung zu appellieren, um vornehmlich die Athletinnen und Athleten in den so genannten Randsportarten sowie die Anschluss- und Nachwuchskader noch besser fördern zu könne, beschreitet die Stiftung Neuland. Das sei „ein Gebot der Stunde“, sagt Geschäftsführer Michael Ilgner, um die nahezu 4.000 Spitzensportler in rund 50 Sportarten weiterhin bestmöglich zu unterstützen und jährlich noch etwas mehr als 10,9 Millionen Euro von 2008 für die Förderung zur Verfügung zu stellen . Gerade in Zeiten, da Umsätze aus traditionellen Einnahmequellen wie der GlücksSpirale und den Sportbriefmarken nicht mehr wie gewohnt sprudeln. Vor diesem Hintergrund sei der bundesweite Aufruf zur „Minispende“ eine zeitgemäße wie notwendige Form, um allgemeine Sportbegeisterung vor Fernsehbildschirmen und in Stadien in klingende Münze zur Unterstützung deutscher Elitesportler zu transformieren.
„Rückgänge kompensieren“ und „wirtschaftliche Leistungskraft ausbauen“, so lauten die beiden wesentlichen strategischen Ziele. Die Erlöse daraus sollen zusammen mit den finanziellen Beihilfen der Wirtschaft und der aktuell etwa 300 Kuratoren, die jährlich jeweils 7.500 Euro überweisen, demnächst die dritte starke Säule bei der Finanzierung der Stiftung darstellen.
Deshalb werde es laut Aufsichtsratschef Jürgen Hubbert künftig einen eigen Vorstandsbereich für das Ressort Fundraising geben, der neben dem der Athleten-Förderung zum wichtigsten avancieren soll. Denkbar seien auch weitere Vorstandsressorts innerhalb der zum 1. April 2010 in Kraft tretenden Strukturreform, mit der ein hauptamtlicher Vorstand eingeführt wird. Beispielsweise rücke die „Duale Karriere“ – also das Wechselspiel zwischen leistungssportlicher und beruflicher Entwicklung der Athleten - immer mehr in den Vordergrund, unterstreicht Klatten. „Dieser Bereich liegt uns besonders am Herzen, weil er zunehmend bedeutsam ist und von den Athleten als zunehmend bedeutsam erkannt wird.“ Umso dringender sei es für die Partner-organisation der Athleten, sich in ihren Strukturen einem großen Unternehmen anzupassen. Nur dies erlaube es der Sporthilfe künftig, „mit der Wirtschaft auf einem Niveau zu sprechen“.
„Nationale Bewegung aufziehen“
Das Ringen um die jährlichen Spenden zwischen 36 Euro und 60 Euro von möglichst vielen „Kleinförderern“ wird ergänzt von Anstrengungen, die Stiftung noch bekannter zu machen. Geografisch sei sie vor allem im Rhein-Main-Gebiet sehr stark, also traditionell in jener Region der Bundesrepublik, in der Josef Neckermann einst „sein „Projekt Sporthilfe“ wesentlich vorangetrieben und schließlich erfolgreich aus der Taufe gehoben hatte.
Klatten zufolge gelte es nun, die Sporthilfe nicht nur hinsichtlich der Spendenkampagne, sondern auch in Bezug auf die Kuratoren, den Bekanntheitsgrad und die Arbeitsinhalte der Stiftung als „nationale Bewegung aufzuziehen“. Eines der zentralen Elemente dafür sei beispielsweise das „Dinner für den Sport“. Bei diesen exklusiven Runden mit potentiellen neuen Kuratoren, prominenten Athleten und Vertretern der Stiftung am Tisch, sei schon manch neue Partnerschaft besiegelt worden. Zudem böten solche Essen die Gelegenheiten, die Botschaften der Stiftung weithin und immer verständlicher ins Land zu tragen.
Der gestützte Bekanntheitsgrad der Stiftung Deutsche Sporthilfe in der Bevölkerung liegt inzwischen bei sehr guten 80 Prozent. Das heißt: Vier von fünf Befragten können mit den Namen Sporthilfe deutlich etwas anfangen und wissen, wofür er steht und was sich dahinter verbirgt. Werden die Werte der Bekanntheit jedoch anders ermittelt, und wird ohne Vorgabe einer konkreten Antwort ganz allgemein nach einer Institution zur Förderung des deutschen Sports gefragt, sieht das Ergebnis schon anders aus. Dieser Wert, in der Fachsprache als ungestützter Bekanntheitsgrad bezeichnet, bewegt sich momentan bei etwa sieben Prozent.












Den Inhalt dieser Seite: