Erinnerungsort München 1972 eigeweiht

06.09.2017

45 Jahre nach dem schrecklichen Attentat während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München ist am Mittwoch in der bayerischen Metropole ein Ort des Gedenkens eingeweiht worden.

Elke Büdenbender, Nechama Rivlin, Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, Karin Seehofer und der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (v.l.) bei der Eröffnung des Erinnerungsorts für die Opfer der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Foto: picture-alliance

IOC Präsident Thomas Bach mit Ilana Romano, Witwe des bei der Geiselnahme ermordeten israelischen Gewichthebers Josef Romano (l.), und Ankie Spitzer, Witwe des ermordeten israelischen Fechtmeisters André Spitzer am Rande der Einweihungszeremonie. Foto: picture-alliance

Dem halbstündigen Festakt zur Eröffnung des Mahnmals "Einschnitt" im Olympiapark wohnten Angehörige der zwölf Opfer bei. Zudem waren Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und IOC-Präsident Thomas Bach zugegen.

Am 5. September 1972 waren acht Terroristen der palästinensischen Organisation "Schwarzer September" in das Olympische Dorf in München eingedrungen. Sie töteten zwei israelische Sportler und nahmen neun Geiseln. Der Versuch, diese 36 Stunden später auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck zu befreien, endete in einem Blutbad.

Alle Geiseln, der deutsche Polizist Anton Fliegerbauer und fünf Terroristen kamen im Kugelhagel ums Leben. Die Olympischen Spiele wurden trotz des Attentats fortgesetzt. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage sprach seinen inzwischen berühmten Satz: "The Games must go on."

Dass es nicht gelang, die Geiseln vor dem gewaltsamen Tod zu bewahren, "beschämt uns bis heute", sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle bei der Einweihung der Gedenkstätte zwischen Olympiastadion und Olympischem Dorf. In deren Rahmen enthüllten Angehörige je eine Gedenktafel für jedes der zwölf Opfer. "Sie sollen mit ihren Gesichtern in Erinnerung bleiben", sagte Spaenle.

Ilana Romano, Witwe des israelischen Gewichthebers Josef Romano, sprach von einem "höchst bewegenden Ereignis". Ihre Landsleute seien damals "glücklich und voller Stolz" zu den Spielen nach München gereist, doch "sie kehrten in Särgen zurück. Ihr einziges 'Fehlverhalten' war, dass sie Israelis waren." Das Jahr 1972 stehe für den Beginn des weltweiten Terrors der Gegenwart, ergänzte sie.

Romano hatte mit weiteren Angehörigen "seit 1978" für einen Gedenkort gekämpft. Seitdem sei ihr "Antisemitismus und ein Mangel an Sentimentalität" entgegengeschlagen. Anlässlich der Einweihung verspürte sie "tiefen Schmerz, aber auch ein Gefühl der Befriedigung und der Dankbarkeit".

Opens external link in new windowDer Erinnerungsort hat rund 2,3 Millionen Euro gekostet.

(Quelle: Sport Informations Dienst)

 Kategorie: Sport und mehr, Olympische Spiele, Top News

 
 

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