„Moralisches Gewissen des Sports“: Hans Wilhelm Gäb wird 80

28.03.2016

Hans Wilhelm Gäb, der langjährige Vorsitzende des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Stiftung Deutsche Sporthilfe, vollendet am Donnerstag, dem 31. März sein 80. Lebensjahr.

Hans-Wilhelm Gäb feiert am 31. März seinen 80. Geburtstag. Foto: picture-alliance

Auch in seiner Funktion als Ehrenvorsitzender begleitet er bis heute regelmäßig die Beratungen und Entscheidungen des Aufsichtsrates der Stiftung Deutsche Sporthilfe bei der Förderung des Spitzensports in Deutschland.

Gäb verkörpert „das moralische Gewissen des deutschen Sports“ – eine Zuschreibung, die ihm vor etlichen Jahren „schwarz auf weiß“ durch eine bundesweite Tageszeitung zuteil wurde. An-lässlich dieses seines runden Geburtstages ist sie einmal mehr in Erinnerung zu rufen. Sie wird gleichsam mit dem Wunsch flankiert: „HWG“ möge mit seinem analytischen Denken und fairen Lenken weiterhin dieses moralische Gewissen im Sport vorleben, damit wir uns alle bei ihm damit „anstecken“ können.

Ballwechsel am Küchentisch

Hans Wilhelm Gäb begann seine sportliche Karriere „inside“ im Elternhaus am Küchentisch mit ersten Tischtennis-Ballwechseln. Sein Talent gipfelte später u.a. in zahlreichen Titeln als Deutscher Meister mit dem PSV Borussia Düsseldorf und mit Einsätzen in der Nationalmannschaft des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), dem er selbst als Präsident von 1981 bis 1994 vorstand und der ihn danach zum Ehrenpräsidenten ernannte; von 1992 bis 1994 war Gäb parallel auch noch Präsident der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU) und Vize-Präsident der International Table Tennis Federation (IFFT).

Gäb begann nach dem Abitur in seiner Heimatstadt Düsseldorf ein Studium der Fächer Germanistik und Jura in Köln und Bonn und absolvierte 1960 eine Ausbildung zum Redakteur. Acht Jahre später war er Mitbegründer und Chefredakteur der „AutoZeitung“, bevor er 1973 Pressechef der Ford Werke AG in Köln wurde. Als Vorstandsmitglied und Direktor Öffentlichkeitsarbeit bei Ford (ab 1974) wechselte er 1982 in die gleiche Funktion bei der Adam Opel AG. Von 1986 bis 1998 amtierte er als Vice-President General Motors Europe in Zürich und war Mitglied im Aufsichtsrat der Adam Opel AG (1987 bis 1997). Von 1997 bis 1998 hatte er dort auch die Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates inne.

Gäb hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe in schwierigen Zeiten (Stichworte sind Mohren-Affäre, Grüschow-Rücktritt) übernommen und rasch zu deren Stabilisierung beigetragen und zur Wiedererlangung von Reputation geführt. Er hat der Sporthilfe nach innen neuen Glanz u.a. durch Modernisierung der Strukturen verliehen, gleichzeitig nach außen mehr Wirkung u.a. durch die Markenkampagne „Leistung. Fairplay. Miteinander“ mit mehr als 110 Millionen Medienkontakten erzielt – ganz zu schweigen von der Gewinnung neuer wichtiger nationaler Förderer des Spitzensports, die ohne seine persönliche Ansprache nicht den Weg in die Förderung des Spitzensports gefunden hätten.

"Sportler für Organspende" ins Leben gerufen

Gäb überstand einen gesundheitlichen Rückschlag 1994 erfolgreich mit einer Lebertransplantation, was ihn aus Dankbarkeit anschließend veranlasste, den Verein „Sportler für Organspende“ ins Leben zu rufen, zu dessen Förderern u.a. Steffi Graf, Franziska van Almsick, Boris Becker, Johannes B. Kerner und Günther Jauch gehören. Im Jahre 2004 gründete er zusätzlich noch die Initiative „Kinderhilfe Organtransplantation“. Für sein unermüdliches Schaffen ist er mehrfach ausgezeichnet und mit etlichen Preisen bedacht worden – das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und der Olympische Orden des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Jahre 2006 seien stellvertretend für andere Ehrungen an dieser Stelle genannt.

Stellvertretend für die bei solchen Anlässen gehaltenen Laudationes sei aus der von Steffen Haffner, dem langjährigen Sportchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zitiert, als „Horizont Business Sport“ Hans Wilhem Gäb für sein eindrucksvolles Lebenswerk ehrte. Im Redetext heißt es gleich am Anfang: „Der bekennende Düsseldorfer ist ja kein Hoppla-jetzt-komm-ich-Typ. Viel-mehr bevorzugt er die leisen Töne. Bei aller Ernsthaftigkeit und Konsequenz, mit denen er seine vielfältigen Herausforderungen bravourös meistert, hat er die Gabe, über sich selbst zu lachen. Der Umgang mit Menschen geht ihm so leicht von der Hand wie einst der Zelluloidball vom Tischtennis-Schläger. Zugleich aber weiß jeder, dass auf ihn Verlass ist und man in der Not auf ihn zählen kann.“

Hans Wilhelm Gäb meistert auch in diesen Tagen immer noch seine vielfältigen Verpflichtungen im Sport und anderswo bravourös, dabei kommt seine Familie mit Ehefrau Hella und den Kindern und Enkeln nicht zu kurz. Es bleibt zuweilen sogar noch genügend Zeit, um von Hofheim am Taunus aus mit „Auswärtsfahrten“ zu den „Heimspielen“ seiner Borussia nach Düsseldorf sowie zu seinen Bayern nach München zu starten, wo Gäb seit 1996 dem Verwaltungsbeirat angehört.

(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

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