„Sport inklusiv: Gewinner sind wir alle!“

19.10.2017

Die Ausstellung „Sport inklusiv: Gewinner sind wir alle!“ ist noch bis zum 19. November im Deutschen Sport & Olympia Museum zu sehen. Im Fokus steht der Sport von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

Gewinner der Special Olympics Winterspiele 2017 in Willingen. Foto: SOD/Stefan Holtzem

„Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!“ Wem möchte man eine derart positive Haltung nicht ans Herz legen. Eine gesunde Einstellung für den Umgang mit den stetigen Herausforderungen des alltäglichen Lebens, die schon von daher gleichsam als ein zielführendes Navi im Koordinatensystem von Sportlerinnen und Sportlern auch deren Tun und Lassen unfallfrei steuern könnte.

So nimmt es nicht wunder, dass die wunderbare Formel das Motto von Special Olympics sowie den Text des Eides darstellt, der bei entsprechenden Events zu Gehör gebracht wird. Dabei liegt die Vermutung nahe, dass man sich in der Formulierung von Pierre de Coubertin, dem Gottvater der „großen“ Olympics, hat leiten lassen, der den Seinen vor weit mehr als einem Jahrhundert ins Stammbuch schrieb, dass Teilnehmen wichtiger sei als Siegen. Nur nebenbei sei bemerkt, dass dieses Credo mit dem journalistisch salopp verkürzten „Dabei sein ist alles!“ nur bedingt auf den Punkt gebracht ist.

Mag der Gedanke, dass sich Erfolg nicht unbedingt und allein an Rekorden und Medaillen ermisst, in einer auf Konsum und Gewinnmaximierung fixierten Zeit ebenso sympathisch wie naiv erscheinen, dürfte es eine ebenso berührende wie bereichernde Erfahrung darstellen, wenn sich „das Beste“ oder das Bestmögliche tatsächlich als Option erweist. Eben dies zu vermitteln, ent-spricht der Intention einer Ausstellung, die unter dem Titel „Sport inklusiv: Gewinner sind wir alle!“ bis zum 19. November im Deutschen Sport & Olympia Museum zu sehen ist.

Im Fokus steht der Sport von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, dessen spezielle Konnotationen auf das Recht auf ebensolche öffentliche Beachtung und Förderung verweisen, die Sportlerinnen und Sportler mit körperlichen Beeinträchtigungen oder solche mit vermeintlich uneingeschränkten Möglichkeiten verdienen. Ganz abgesehen davon, dass die ehrliche und vorbehaltlose Begeisterung, die aus den Gesichtern der Aktiven spricht, ansteckend wirkt, aber nicht zuletzt auch nachdenklich stimmt.

Wunderbar eigefangen von fünf Fotografen mit und ohne Behinderung, bringt die präsentierte Galerie ausgewählter Aufnahmen dem Betrachter auf eindringliche Weise den besonderen Tonus von Special Olympics nahe, um ihn dabei zugleich mit der Beschränktheit des eigenen Blick-winkels zu konfrontieren. Ganz in diesem Sinne dürfte bei den zahlreichen Gästen der von Wolf-Dieter Poschmann gekonnt moderierten Eröffnung auch und vor allem die Begegnung mit den beteiligten Sportlerinnen und Sportlern und deren Offenheit und Freude bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Für Bernhard Conrads, dem 1. Vizepräsidenten von Special Olympics Deutschland (SOD), wäre genau damit ein zentrales Anliegen des Verbandes sowie der intendierte Zweck der Ausstellung erfasst, schließlich gehe es vor allem darum, „auf dem Wege des Sports der Überwindung von Vorurteilen in unserer Gesellschaft Vorschub zu leisten“. Museumsdirektor Andreas Höfer schloss sich diesem Gedanken vorbehaltlos an und betonte, dass man „das Thema sehr gerne aufgegriffen habe, zumal das Projekt sich auch dadurch auszeichnet, dass es von der Planung bis zur Durchführung konsequent inklusiv angelegt ist“.

Diese Prämisse spiegelt sich nicht nur in der Ausstellung von großartigen Momentaufnahmen zu Bewegung und Wettkampf sowie der Präsentation großformatiger – barrierefrei, nämlich in „Leichter Sprache“ abgefasster – Thementafeln zu Geschichte und Bedeutung von Special Olympics, sondern auch und gerade in einem umfänglichen Aktionsprogramm.

So sind mit dem 18. und 28. Oktober sowie dem 7. November drei Aktionstage terminiert, an denen Besucher Fußball, Boccia und Basketball inklusiv erleben können. Zudem wird Special Olympics, zum Beispiel das ureigene „wettkampffreie Angebot“, auch im Rahmen der Kölner „Museumsnacht“ am Samstag, dem 4. November sowie im Rahmen eines Symposiums am Freitag, dem 17. November präsentiert und reflektiert. Im Übrigen werden bei diesen Gelegen-heiten unter Einbeziehung betreffender Sportlerinnen und Sportler jeweils inklusive „Tandem-Führungen“ angeboten.

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 42)

 
 

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