Gedenken an Willi Weyer zum 100. Geburtstag

16.02.2017

Der Politiker und Sportfunktionär Willi Weyer wäre am 16. Februar 100 Jahre alt geworden. Er wurde im Mai 1974 in Essen auf dem Bundestag des Deutschen Sportbundes (DSB) zu dessen Präsidenten gewählt.

Willi Weyer war von 1974 bis 1986 Präsident des Deutschen Sportbundes. Foto: picture-alliance

Dieses Amt hatte er insgesamt zwölf Jahre inne, bevor er 1986 aus gesundheitlichen Gründen alle sportlichen Ehrenämter aufgab und Hans Hansen zu seinem Nachfolger an der Spitze des DSB gewählt wurde. Willi Weyer starb im Alter von 70 Jahren am 25. August 1987 während eines Urlaubsaufenthaltes bei einem Strandspaziergang auf der Insel Juist. An sein großes Wirken im Sport erinnert mit ihrem Namen die Willi-Weyer-Schule des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB) in Hachen (Stadt Sundern im Sauerland); zeitweise trug die Führungs- und Verwaltungsakademie Berlin des Deutschen Sportbundes den Namenszusatz Willi Weyer Akademie.

Weyer galt als (erster) politischer Präsident im DSB. Seine Funktionärskarriere hatte er 1957 als Nachfolger von Peco Bauwens im Amt des Präsidenten des LSB Nordrhein-Westfalen gestartet. Diese Präsidentschaft hatte er über drei Jahrzehnte bis 1987 inne. Seit 1958 gehörte er auch dem Präsidium des DSB an, von 1964 bis 1970 als Vize-Präsident. Als hier 1970 beim Bundestag in Mainz ein Nachfolger von Gründungspräsident Willi Daume gewählt wurde, unterlag er dem Konkurrenten und damaligen Präsidenten des Deutschen Turner-Bundes, Wilhelm Kregel. Vier Jahre später wurde Weyer dann Kregels Nachfolger.

Willi Weyer war selbst im Sport aktiv u.a. als Torwart der Wasserballmannschaft von Hagen 94; sein größer sportlicher Erfolg war Rang zwei bei den Studentenweltmeisterschften im Schwimmen über 200 Meter Brust.

Der Jurist Weyer war beruflich zunächst als Syndikus beim Einzelhandelsverband Südwestfalen tätig, bevor er eine eindrucksvolle politische Karriere in der gerade gründeten FDP startete, die ihn bald als Abgeordneter in den nordrhein-westfälischen Landtag nach Düsseldorf führte. Dort bekleidete er von 1954 bis 1958 und dann nochmals von 1962 bis 1975 verschiedene Ministerämter; erst als Wiederaufbauminister, später als Finanz- und dann als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident. Von 1963 bis 1968 war er zudem stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP.

„Sport ist nicht beharren, sondern immer wieder nach vorne schauen“ – mit diesem Satz ist die 24-seitige Gedenkschrift anlässlich seine Todes mit seinen wichtigsten Reden überschrieben. Diesen Grundsatz reklamierte Willi Weyer auch immer wieder für sein sportpolitisches Schaffen. Ein anderes „Geleitwort“ Weyers, das vielen Älteren sicher noch bekannt ist und damals wie heute Gültigkeit beanspruchen kann, lautete: „Sport ohne Leistung ist Kappes!“. In die Ära von Willi Weyer fiel u.a. auch der enorme Aufschwung mit den Trimm-Dich-Kampagnen, die der DSB mit seinem Geschäftsbereich Breitensport im Jahre 1970 ins Leben gerufen hatte.

Willi Weyer war Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Schulterband und Stern, das er 1970 aus den Händen von Bundespräsident Gustav Heinemann erhielt. Die Deutsche Sporthochschule Köln ernannte ihn 1977 zum Ehrendoktor; der DSB 1986 verlieh ihm nach seinem Abschied den Titel des Ehrenpräsidenten.

„Willi Weyer war eine beeindruckende Persönlichkeit als Mensch, Politiker, Sportpolitiker und nicht zuletzt als mein persönlicher Freund. Unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen DSB und NOK hätte noch lange Jahre danach als funktionsfähiges Modell für eine bilaterale Arbeitsweise der beiden nationalen Dachorganisationen des Sports dienen können“, erinnert sich Walther Tröger als langjähriges IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident, der Willi Weyer in rund 16 Jahren enger Zusammenarbeit in seiner Funktion als NOK Generalsekretär kollegial und freundschaftlich eng verbunden war.

(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)


 
 

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