Blended Learning: Moderne Qualifikationswege im Sport

13.02.2017

Wie lässt sich die verbandliche Aus-, Fort- und Weiterbildung mit digitalen Medien strategisch verbessern? Dieser Frage ging bis 2015 das dreijährige Verbundprojekt SALTO nach.

Beim Blended Learning erarbeiten sich die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer einen Teil der theoretischen Aus- und Fortbildung erarbeiten daheim am Computer. Foto: picture-alliance

Unter Leitung des DOSB sollte dabei in sechs Teilprojekten versucht werden, einen didaktischen, technologischen und organisationalen Mehrwert zu erzeugen, der sich langfristig auf alle DOSB-Mitgliedsorganisationen übertragen könne.

Finanziert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union mit einem Gesamtvolumen von 1,73 Millionen Euro. Auch der Landessportbund (LSB) Nordrhein-Westfalen übernahm seinerzeit eines der Teilprojekte. Was daraus geworden ist, zeigt der folgende Beitrag des LSB.

Martin (23) trainiert seit Jahren als Laie unzählige Kinder in seinem Sportverein. Doch die Arbeit, die er aus dem Bauchgefühl heraus konzipiert, würde er gerne professioneller gestalten. Er will Übungsleiter werden. Doch Theorie einpauken in der Gruppe, möglichst noch in frontaler Form, wie er es in der Schule erlebt hat? „Nein, danke“, sagt der junge Mann. Er entscheidet sich für die Übungsleiter C-Ausbildung seines Stadtsportbundes. Denn sie nutzt als eine von 123 Mitgliedsorganisationen das Blended Learning des Landessportbundes NRW. Will heißen: Einen Teil der theoretischen Aus- und Fortbildung erarbeiten sich die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer daheim. Dort schaffen sie die Grundlage für die Praxis mit persönlicher Anwesenheit.

Sven Visser leitet das Projekt beim LSB NRW. Er nennt die Vorzüge des Angebots: „Es geht eben nicht nur darum, dass sich ein Kursteilnehmer vor den PC setzt und wie in einem Buch die Theorie büffelt. Es kommt vielmehr zum Austausch unter allen in einer geschützten Lernumgebung, begleitet von einem Tutor.“ Acht sportartübergreifende Online-Inhalte entwickelte der LSB NRW: Koordination und Koordinationsschulung, Haltungs- und Bewegungssystem und Funktionsgymnastik, Herz-Kreislaufsystem und Ausdauer/Ausdauerschulung, Kommunikation im Sport, Organisation des Sports, Mitarbeit im Sportverein, Sicherheit im Sport sowie mehr Ernährungskompetenz im Sport. Sie alle können von den Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern eingesetzt werden.

Eine von ihnen ist Daniela Hannemann. Als Geschäftsführerin und Lehrgangsleitung des Sportbundes Remscheid e.V., der gemeinsam mit Solingen und Wuppertal das Qualifizierungszentrum Bergisch Land bildet, lobt sie die LSB-Plattform: „Die Themenmodule sind bestens ausgearbeitet, gut nachvollziehbar und ermöglichen jedem in seinem Tempo und seiner Herangehensweise das Lernen.“

2016 bot sie erstmals Blended Learning an und stieß auf ein durchweg positives Echo in einer ausgesprochen altersheterogenen Gruppe (17 bis 65 Jahre). Dass rund die Hälfte der 15 Lerneinheiten bei Fortbildungen und 10 von 90 bei einer Grundausbildung am heimischen Schreibtisch absolviert werden können, erleichtert nach Ansicht von Hannemann und Visser vielen die Teilnahme. „Sie können frei entscheiden, wann sie sich die Theorie auf der Plattform aneignen. Das macht die zeitliche Planung leichter“, berichten sie. 

Hin und wieder erfolgt übrigens ein symbolischer Blick über die Schulter. Denn die Lernbegleiter sehen, ob jemand auf der Plattform die Aufgaben erledigt hat. „Schummeln funktioniert also nicht“, versichert Hannemann schmunzelnd und wissend, dass es einer solchen Kontrolle nicht wirklich bedarf: „Wer seine Hausaufgaben nicht erledigt hat, kann der Praxis nicht folgen.“ Und so dient der Blick über die Schulter eher dazu, sich ein Bild zu machen, welche Angebote wie genutzt werden. Die Erfahrung ermöglicht dem LSB NRW eine ständige Optimierung des Angebots – damit Blended Learning stets auch blendend gelingt.

(Quelle: DOSB/LSB NRW)


 
 

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