Fachforum Bildung 2017: „Schlüsselfunktion Trainerin und Trainer“

08.05.2017

Rund 80 Bildungsverantwortliche der DOSB-Mitgliedsorganisationen haben am Wochenende in Frankfurt/Main darüber diskutiert, wie die Situation von Trainerinnen und Trainern verbessert werden kann.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachforums zu Gast im Haus des Sports. Foto: DOSB

Sie nahmen dabei die Ergebnisse der letztjährigen DOSB-Konferenz „Schlüsselfunktion Trainer/in“ im Oktober 2016 in Hannover auf.

Trainerinnen und Trainern im Wettkampfsport kommt eine – wenn nicht die – elementare Aufgabe zu: nämlich junge Menschen positiv für den Sport im Verein und damit für eine möglichst lebenslange Sportkarriere zu begeistern und auch ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Denn Untersuchungen zeigen, dass rund 80 Prozent der Angebote im Kinder- und Jugendsport wettkampfbezogen sind. Die Begegnungen mit Trainerinnen und Trainern in den unterschiedlichen Sportarten sind somit die Erlebnisse, die junge Menschen positiv oder eben auch negativ prägen können. Zudem steht das Sportsystem vor Herausforderungen. Der Mangel an Trainerinnen und Trainern bereitet vielen Vereinen bereits große Probleme, die sich zum Teil sogar existenzbedrohend darstellen. Die unzureichende Anerkennung in Gesellschaft und Politik, hohe Anforderungen an die Aus- und Fortbildung, ein fehlendes Berufsbild, veränderte Engagementmotive verbunden mit einem wenig definierten Tätigkeitsfeld für ehrenamtliche Trainer: Dies sind nur einige Gründe für die Entwicklungen, über die das Fachforum in Frankfurt sprach.

Die als „Blended Conference“ konzipierte Veranstaltung bot bereits im Vorfeld die Möglichkeit zum Austausch. So konnten die Teilnehmenden vorab im DOSB-Bildungsnetz ihre relevanten Themen und Good-Practice-Beispiele einbringen und bereits erste „virtuelle“ Diskussionen füh-ren. Der persönliche Austausch am Freitag und Samstag in Frankfurt bot die Gelegenheit zur intensiven Arbeit. Themen waren z.B.: Mentoring-Programme, Trainerportale, kompetenzorientierte Trainerbildung, länderübergreifende Unterstützungsleistungen, Kampagnenarbeit und Lernerfolgskontrollen.

Höhepunkt war eine Talkrunde, in der erfolgreiche Trainer/innen und eine Athletin Einblicke in ihre Lebens- und Arbeitswelt gaben. Mit Maren Meinert, Trainerin der U20 und U19-Fußball-Frauen-Nationalmannschaft und Zuzana Porvaznikova, Trainerin beim Westdeutschen Handball-Verband und Deutschen Handballbund stellten zwei Teilnehmerinnen am DOSB-Mentoring-Programm ihr Engagement dar. Auch Akim Bouchouchi, U21-Bundestrainer Damen Hockey, konnte aus jahrelangen Erfahrungen sowohl mit Kinder- als auch Erwachsenenmannschaften erzählen. Claudia Pfeifer, Athletin im Inline-Kunstlauf, spiegelte den Blick der Sportlerin auf die Leistungen ihrer Trainer/innen. Allen gemeinsam war die hohe Authentizität und Begeisterung, mit der sie sich mit den Anforderungen und Freuden des Trainerlebens auseinander setzten.

„Es besteht eine Großzahl an tollen und innovativen Ideen, und zahlreiche Projekte werden schon in den Sportverbänden umgesetzt. Sie alle tragen dazu bei, die Situation von Trainerinnen und Trainern zu verbessern“, sagte DOSB-Vizepräsidentin Prof. Gudrun Doll-Tepper, die zur Veranstaltung eingeladen hatte. „Auf dieser Tagung stand das Voneinander-Lernen mal wieder im Vordergrund. Unsere Aufgabe wird es auch weiterhin sein, diesen Prozess gemeinsam voranzutreiben.“ Die Ergebnisse des Fachforums werden im DOSB-Bildungsnetz hinterlegt und weiter diskutiert. Der DOSB werde in den nächsten Jahren noch intensiver daran arbeiten, die „Schlüsselfunktion Trainerin und Trainer“ zu stärken.

(Quelle: DOSB)

 
 

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