„Sportorganisation trifft Sportwissenschaft“

20.09.2017

Am 14. September 2017 haben der DOSB und die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) erneut ein DOSB-dvs-Dialogforum „Sportorganisation trifft Sportwissenschaft“ veranstaltet.

DOSB-dvs-Dialogforum mit Prof. Dr. Ansgar Schwirtz, Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), Alexandra Kreutel, DOSB, Prof. Dr. Ralf Sygusch, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Dr. Frank Vohle, Fa. Ghostthinker, Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Past-Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin des DOSB und Gudrun Schwind-Gick, DOSB (v.l.). Foto: dvs

Der Past-Präsident (ehemalige Präsident) der dvs, Prof. Kuno Hottenrott, erläuterte anlässlich des 23. dvs-Hochschultages an der Technischen Universität München (TUM), dass seit der Einführung des Formats im Jahr 2009 mittlerweile sieben DOSB-dvs-Dialogforen zu unterschiedlichen Themenfeldern der Sportentwicklung, des Breitensports und des Leistungssports durchgeführt werden konnten. In diesem Jahr hieß das Thema des Dialogforums „Kompetenzorientierung in der DOSB-Lizenzausbildung – Einsatz digitaler Medien und einer Blended-Learning Didaktik.“

DOSB-Vizepräsidentin Prof. Gudrun Doll-Tepper bekräftigte, dass damit ein Themenkomplex diskutiert werde, der die Bildungsverantwortlichen in den Sportverbänden bereits seit einiger Zeit intensiv beschäftige und der ein gutes Beispiel sei für die enge und verzahnte Zusammenarbeit zwischen Sportorganisation und Sportwissenschaft.

In der DOSB-Lizenzausbildung von Trainern/innen, Übungsleitern/innen und Vereinsmanagern/ innen haben sich seit der Fortschreibung der DOSB-Rahmenrichtlinien im Jahr 2005 weitreichende Herausforderungen ergeben. Eine „Kompetenzorientierung“ in der Ausbildung umzusetzen, beschäftigt die Sportverbände ebenso wie die formalen Lernorte Schule und Hochschule. Einen Einblick in dieses Thema gab Prof. Ralf Sygusch von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der zu Fragen der Kompetenzorientierung im Sport forscht und den DOSB in vielen Projekten berät. Ralf Sygusch bekräftigte, dass die verstärkte Arbeit mit der Didaktik des Blended Learning für die Herausforderung „Kompetenzorientierung“ sehr hilfreich sein könne. Dies gelte auch für personale Kompetenzen, wie beispielsweise die Sozialkompetenz, die in den Ausbildungen von Trainern/innen eine besondere Rolle spielten.

Blended Learning

Viele Sportverbände haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten des Blended Learning erprobt. Dr. Frank Vohle von der Firma „Ghostthinker“, die als Partner für mediendidaktische und technologische Fragen den DOSB berät, stellte die Herangehensweise der im Sport vielfach erprobte Lernplattform „edubreak SportCampus“ vor. Diese arbeitet mit den Möglichkeiten des „Social Video Learning“, das sich als gutes Instrument zur Kompetenzentwicklung gezeigt hat. Situationen, die angehende Trainer/innen in ihrer eigenen Lehrpraxis im Verein erleben, können per Video festgehalten, auf der Lernplattform von der Ausbildungsgruppe und den Ausbildungsleitern punktgenau kommentiert und aktiv in die Präsenzphasen einbezogen werden. Somit erzeuge das Instrument des „Social Video Learning“ authentische Lernsituationen durch eine „Sportschule-Heimatverein-Kopplung“, wie es Frank Vohle nennt.

Im aktuellen DOSB-Projekt „Qualifizierung für Inklusion“ wird derzeit ausprobiert, wie diese Blended-Learning-Didaktik in Fortbildungen im Themenfeld Inklusion funktionieren kann. Im Projekt  „Qualifiziert für die Praxis: Sport-Inklusionsmanager/innen für den gemeinnützigen Sport“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wird, werden barrierefreie Fortbildungsmodule für die DOSB-Lizenzausbildung erarbeitet. Der Landessportbund Niedersachsen und der Deutsche Schwimmverband sind Partner bei diesem anspruchsvollen Vorhaben. Einen Einblick in das Projekt „Qualifizierung für Inklusion“ gab Alexandra Kreutel, Projektleiterin im DOSB.

Insgesamt haben die intensiven Diskussionen gezeigt, dass das DOSB-dvs-Dialogforum „Sportorganisation trifft Sportwissenschaft“ ein gutes Instrument für ein gemeinsameres Verständnis zwischen Wissenschaft und Praxis der Sportorganisationen ist. DOSB und dvs werden deshalb beraten, wie das DOSB-dvs-Dialogforum noch besser in das Tagungsprogramm integriert werden kann, um diesen so wichtigen Dialog weiter zu vertiefen.

(Quelle: DOSB)

 
 

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