Das Ehrenamt – Engagement in Generationen- und Kulturfragen dauerhaft vor Ausweitung

Vom Ehrenamt wird bei der Bewältigung des demographischen Wandels im und durch den Sport sehr viel abhängen. Erfreulich: Laut DOSB-Projektbericht zum demographischen Wandel stehen den Vereinen bereits heute ca. 2,8 Millionen Menschen regelmäßig mit Rat und Tat zur Seite. Weitere 4,7 Mio. gehen den Verantwortlichen zudem gelegentlich (bei Veranstaltungen, Aktionen etc.) zur Hand. Beeindruckende Zahlen also, da sich hiermit nicht weniger als 30% der im organisierten Sport insgesamt registrierten Vereinsmitglieder zumindest sporadisch bereit zeigen, ehrenamtliche Aufgaben wahrzunehmen. Schätzungen zufolge summiert sich das freiwillige Engagement in Verband und Verein auf mehr als 500 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr, was dem volkswirtschaftlichen Gegenwert von ca. 8,5 Milliarden Euro entspricht. – Eine Basis, auf der sich wahrlich aufbauen lässt.

Bedingt durch den demographischen Wandel und die damit einhergehenden Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung und der Vereine lassen sich für den organisierten Sport eine Reihe bislang nicht da gewesener Perspektiven ableiten. Mit ihnen wachsen allerdings auch die Anforderungen an das Ehrenamt.

Ansprüche und Bedürfnisse: Ein wesentlicher Schlüssel zu Wachstum bzw. Mitgliedererhalt liegt im Sport der Älteren. Da die Gesellschaft altert und die Älteren länger fit bleiben, wird ihr Anteil auch in den Sportvereinen steigen. Das ist eine Chance, aber auch eine Herausforderung: Eine neue, zahlenstarke Interessengruppe wird ihre Ansprüche geltend machen wollen. Sie erwartet ein vielseitiges, hochqualitatives und wohnortnahes Umfeld an unterschiedlichsten Mannschafts- und Individualsportangeboten. Dasselbe wird natürlich weiterhin von Kindern, Jugendlichen sowie deren Eltern erwartet. Auch der Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund wird sich stetig erhöhen. Sie aktiv in das Vereinsleben zu integrieren und dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Interessengruppen zu bündeln, wird von nun an wichtiger Bestandteil des Ehrenamtes in Vereinen und Verbänden sein.

Neue Aufgaben und Zielgruppen: Auch im Sport ist nicht damit zu rechnen, dass die Bündelung der generationen- und/oder kulturrelevanter Interessen gänzlich spannungsfrei verlaufen wird. Hier können nur der Dialog auf Augenhöhe und eine ausgewogene Ressourcenverteilung einen Ausgleich schaffen, der alle Akteure zufriedenstellt. Personell wird es darauf ankommen, neben den schon heute intensiv eingebundenen Ehrenamtlern aus mittleren und höheren Altersgruppen auch junge und insbesondere zugewanderte Mitglieder für die Vereinsarbeit zu gewinnen. – Höchst anspruchsvolle Aufgaben also, für die auch Möglichkeiten der Qualifizierung immer bedeutsamer werden. Ob es den Ehrenamtlichen gelingt, die Herausforderungen zu meistern, ist eine der Fragen, von denen die Zukunft der Sportvereine in hohem Maße abhängt.

Anerkennungskultur des Ehrenamts auf dem Prüfstand: Die Anforderungsprofile verändern sich erheblich. Die sportliche und soziale Integration der Generationen und der verschiedenen Kulturen macht die Vereinsarbeit noch verantwortungsvoller, vielseitiger und potenziell zeitaufwendiger. Es scheint damit umso wichtiger, die Anreize zu engagierter Vereinsarbeit signifikant zu erhöhen. – Sei es durch die (1) optimierte Verteilung von Aufgaben und Verantwortung, (2) projektbezogene bzw. zeitlich begrenzte ehrenamtliche Arbeit, (3) die Bewilligung von Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung oder (4) finanzielle/geldwerte Förderungen und Vergünstigungen. Es gibt viele Möglichkeiten ...

 
 

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