DOSB-Gleichstellungspreis 2010 verliehen

01.10.2010

Larissa Markus skatet in Brandenburg, Ece Bas rockt das Haus in Mainz. Beide Übungsleiterinnen erhielten für ihr Engagement im Sport mit Migranten den Gleichstellungspreis des DOSB 2010.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Steffi Lamers vom LSB Brandenburg, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers, Preisträgerin Ece Bas, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz Kurt Beck, Preisträgerin Larissa Markus, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz Karin Augustin und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz (v.l.). Foto: DOSB/Obernolte

Der Preis wurde am Freitag (1.10.2010) auf einem Empfang der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Rahmen der 5. DOSB-Frauen-Vollversammlung in Mainz verliehen.

Larissa Markus aus Potsdam begann ihr Engagement in Brandenburg als Übungsleiterin von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund im Turnen und Gymnastik. 2001 rief sie 2001 das Projekt „Inline-Skating von Migrantinnen für Migrantinnen“ ins Leben. Im Vordergrund stand für sie immer, auch andere Frauen mit Migrationshintergrund nicht nur für den Sport sondern auch für ehrenamtliches Engagement zu motivieren. Die 36-jährige stammt ursprünglich aus Kasachstan und organisiert für die Brandenburger Sportjugend als ausgebildete Skate-Trainerin Kurse und Ausflüge für Migrantinnen und ihre Kinder. Larissa Markus ist gelernte Diplom-Landwirtin und war kasachische Eiskunstlaufmeisterin.

Die DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, Ilse Ridder-Melchers, lobte Markus als Wegbereiterin in ihrem Bundesland: „Der Einsatz unserer Preisträgerin für die Belange von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund geht weit über das Projekt „Inline-Skating von Migrantinnen für Migrantinnen“  hinaus. Neben der Gewinnung von Übungsleiterinnen sowie ehrenamtlich Engagierter, bringt sie sich auch mit großer Leidenschaft in überregionale Gremien ein. Beispielsweise in die bundesweite Arbeitsgruppe „Wir Frauen in Deutschland“, die sich dafür einsetzt, dass die Potenziale von Frauen – insbesondere von Frauen mit Migrationshintergrund – in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland auch genutzt werden.“

Bas ist bundesweit als Hip-Hop-Tänzerin erfolgreich und engagiert sich als Übungsleiterin im SV Goethe. Der Verein wurde 1999 in der Mainzer Neustadt gegründet, um auffälligen und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen kostenlose Bewegungsangebote zu ermöglichen. Laudatorin Ilse Ridder-Melchers sagte: „Ece Bas Engagement geht dabei weit über ihre Tanzstunden hinaus. Man könnte sogar sagen, sie leistet sozialpädagogische Lebenshilfe. Mit ihrer Begeisterung für das Tanzen löst sie so spielerisch eine große Integrationsaufgabe, die in jedem Fall nachahmungswürdig ist!“

Im Rahmen der Organisation und Durchführung der Hip Hop-Veranstaltung „Rock da Jam“ gelingt es Bas immer wieder, junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Mädchen wie Jungen zum ehrenamtlichen Engagement zu motivieren. Die 18-jährige Mainzerin mit türkischen Wurzeln ist eines von fünf Geschwistern und wird 2011 ihr Abitur am Mainzer Schlossgymnasium machen.

Der DOSB-Gleichstellungspreis wird alljährlich bei der Frauen-Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in zwei Kategorien verliehen: eine Kandidatin aus Sport, Politik, Wissenschaft oder Medien und ein Nachwuchspreis an eine Kandidatin bis 27 Jahre. Für 2010 waren Vorschläge für Vorbilder aus dem Integrationsbereich gefragt.


 
 

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