„Großer Stern des Sports“ in Gold 2017 für „Die GäMSen“

24.01.2018

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute (24. Januar) in der Berliner DZ-Bank die Handicap-Klettergruppe „Die GäMSen“ für ihr Engagement mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold geehrt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (3. v.li.), DOSB-Präsident Alfons Hörmann (li.) und Marija Kolak (4.v.li.), Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) freuen sich gemeinsam mit den Repräsentanten des Gewinnervereins „Die GäMSen“. Foto: DOSB

Die mit dem „Stern des Sports“ in Gold ausgezeichneten Vereine stellen sich zum Gruppenbild mit dem Bundespräsidenten. Foto: DOSB

Den zweiten Platz holte sich der Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden mit seiner Initiative „Bewegung macht schlau – Opfer, nein danke!“. Foto: DOSB

Der Verein „Laufen hilft“ Leipzig wurde mit seinem Engagement „Sportlich aktiv und sozial engagiert“ Dritter. Foto: DOSB

Großer Jubel brach aus der Ecke der Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins (DAV) aus, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung vor rund 500 Gästen, darunter Vertreter aller 17 Vereine im Bundesfinale, den Namen des Siegers verlas. Die  inklusive Handicap-Klettergruppe „Die GäMSen“ zeigt mit ihrer Initiative „Trotz Rollstuhl an die Kletterwand“, was mit körperlicher Beeinträchtigung möglich ist. „Die GäMSen“ hatten sich ursprünglich als Sportgruppe für MS-Erkrankte gegründet, sind aber längst offen für alle. Platz zwei belegte der hessische Verein Kim-Chi Wiesbaden mit dem Engagement „Bewegung macht schlau – Opfer, nein danke!“, auf Platz drei kam der Verein „Laufen hilft“ mit seinem Frauenlauf in Leipzig nach dem Motto „Sportlich aktiv und sozial engagiert“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die die Preise überreichten, waren tief beeindruckt von dem großartigen, vielfältigen, kreativen und innovativen Engagement der Sportvereine an der Basis von Sportdeutschland. Die Preisverleihung „Sterne des Sports“ werde wahrscheinlich zu den schönsten Erfahrungen seiner Amtszeit gehören, sagte der Bundespräsident, dieses Engagement der Vereine verdiene die öffentliche Wertschätzung und, wo es gehe, auch Förderung.

Wie zum Beispiel bei den „Sternen des Sports“: Der Sieger bekommt 10.000 Euro, die er in sein Engagement stecken kann; auch die Platzierten sowie alle Finalisten erhalten Geldpreise. Die „Sterne des Sports“, auch bekannt als „Oscar des Breitensports“, wurden 2004 vom DOSB und den deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ins Leben gerufen. „Wenn es die Sterne des Sports nicht schon gäbe“, sagte DOSB-Präsident Hörmann, „dann müsste man sie erfinden.“

„Die Arbeit der Sportvereine ist ein wichtiger Beitrag für den Zusammenhalt und die Entwicklung unserer Gesellschaft. Über die Verantwortung für die Menschen vor Ort, über regionale Initiativen und Netzwerke sind die Vereine und die Genossenschaftsbanken partnerschaftlich verbunden. Das verdeutlichen die Sterne des Sports auf eindrucksvolle Weise“, sagt Marija Kolak, Präsidentin des BVR.

In einer hoch emotionalen Preisverleihung zeigten sich die Vereinsvertreter fast überwältigt.  Als die vom Engagement völlig begeisterte ZDF-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein fragte, ob sie sich und ihre Arbeit denn wertgeschätzt fühlten, fand sie nur Zustimmung der Vereinsvertreter. „Man dachte, toll, so ne Feier in Berlin“, sagte Peter Weigel vom Siegerverein, „aber dann ist man hier und es heißt, man hat den Vogel abgeschossen. Das ist schon sehr emotional und sehr berührend.“

Neues Bewegungsgefühl an der Kletterwand

Die „Die GäMSen“ gründeten sich 2013 in der Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins. Durch sie erfahren viele Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen ein Gemeinschaftsgefühl, das ihnen im alltäglichen Leben oft verwehrt bleibt. Die ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern der „GäMSen“ durchbrechen die Isolation und helfen, einer Vereinsamung entgegenzutreten. Außerdem kann durch Erfolgserlebnisse in einem Umfeld, das für viele Menschen lange nicht erlebbar schien, Selbstbewusstsein aufgebaut werden. Zuerst waren es an Multiple Sklerose (MS) erkrankte Menschen, die ihren Alltag im Rollstuhl verbringen müssen, die an der Kletterwand ein neues Bewegungsgefühl erfahren konnten. Gesichert werden sie durch ehrenamtlich Engagierte, oftmals aus dem Familien- und Freundeskreis. Am Anfang wurde nur in der Halle geklettert, mittlerweile stehen jährliche Fahrten in die echten Berge auf dem Vereinsprogramm. Das Engagement wurde bei der Volksbank im Bergischen Land eG eingereicht. 

„Besser kann man Inklusion nicht leben: Menschen mit und ohne Behinderung klettern gemeinsam, sichern sich gegenseitig, verlassen sich aufeinander und erfahren dabei nicht nur Glücksgefühle und große Zufriedenheit, sondern eröffnen sich wechselseitig völlig neue Horizonte“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Menschen werden trotz ihrer Einschränkungen mit all ihren Möglichkeiten als gleichwertige Partner akzeptiert. Es ist ein herausragendes Beispiel, wie der Sport wertvolle soziale Brücken baut. Die Sportvereine als die sozialen Tankstellen in unserem Land entwickeln zielgerichtet und menschennah Initiativen und handeln aktiv. Sich gegenseitig unterstützen, um gemeinsam außergewöhnliche Ziele zu erreichen – der Sport beweist hier wieder einmal seine Kraft, unsere Gesellschaft entscheidend mitzugestalten.“

Wiesbadener Judoka und Leipziger Frauenlauf

Der zweitplatzierte Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden hat unter dem Titel „Bewegung macht schlau – Opfer, nein danke!“ ein Bewegungs- und Selbstverteidigungskonzept für Kita- und Grundschulkinder entwickelt. Eingereicht wurde diese Initiative bei der Mainzer Volksbank eG. Der Verein „Laufen hilft“ wurde mit seinem Engagement „Sportlich aktiv und sozial engagiert“ Dritter. Dabei handelt es sich um einen Frauenlauf mit sozialem Hintergrund in Leipzig, der 2010 ins Leben gerufen wurde. Mit dem jährlich stattfindenden Lauf-Event wird auf das Thema häusliche Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam gemacht. Der Erlös des Frauenlaufs kommt dem 1. Autonomen Frauenhaus zugute – Frauen laufen für Frauen. Das Engagement wurde bei der Leipziger Volksbank eG eingereicht.

Rudergemeinschaft Olympos Würzburg gewinnt Publikumspreis

Zum dritten Mal wurde der „Sterne des Sports“-Publikumspreis, eine Kooperation des DOSB und der Volksbanken Raiffeisenbanken mit der ARD, verliehen. Drei Kandidaten aus dem Kreis der Vereine, die auf Landesebene nicht den „Großen Stern des Sports“ in Silber gewonnen hatten und somit nicht im Bundesfinale vertreten waren, aber dennoch herausragende Initiativen auf die Beine stellten, standen zur Wahl.

Die meisten Stimmen bei der Online-Abstimmung vereinigte die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg mit der Initiative „ROW – Rudern für Alle!“ auf sich (47 Prozent). Auf Platz zwei folgt der Sportverein Grün-Weiß Braunshausen 1974 mit seinem Engagement „SPORTplus – ein Zukunftsprojekt für die Lebenswelt ländlicher Raum“ (35 Prozent) vor dem SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 und seiner Initiative „Viktoria Channel“ (18 Prozent). Die drei Vereine dürfen sich über Geldprämien von 2.000 Euro, 1.000 Euro und 500 Euro freuen.

Weitere Information unter Opens external link in new windowwww.sternedessports.de

(Quelle: DOSB)


 
 

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