„Jeder Mensch hat eine Macke und das ist normal“

25.10.2017

Südwestdeutscher Fußball-Verband, Sportbünde und Steuerungskreis des Landes Rheinland-Pfalz organisieren Netzwerktreffen in Kaiserslautern.

Foto: SWVF

Mit einem besonderen Thema des menschlichen Zusammenlebens beschäftigte sich der Südwestdeutsche Fußball-Verband (SWFV) und die Steuerungsgruppe für Inklusion „einfach – gemeinsam“ des Landes Rheinland-Pfalz am Wochenende auf dem Gelände der Technischen Universität in Kaiserslautern. Unterstützt durch die drei Sportbünde Pfalz, Rheinhessen und Rheinland luden die Organisatoren zu einem Praxistag „Inklusion im Sport“ ein.

„Ein gelungener Tag“, hielt SWFV-Vizepräsident Jürgen Veth fest. Lediglich das Fehlen politischer Vertreter an diesem Tag, so war vielfach zu hören, empfanden viele Teilnehmer als sehr schade. Rund 100 Personen hatten es eingerichtet und waren gekommen, um sich intensiv mit dem vielfältig diskutierten Thema auseinanderzusetzen. Eric Schmitt von der Heinrich-Kimmle-Stiftung aus Zweibrücken brachte es während der Podiumsdiskussion auf den Punkt, warum Inklusion nicht etwa etwas Besonderes ist, sondern normal sein sollte: „Jeder Mensch hat eine Macke und das ist normal“, sagte der leidenschaftliche Fußballer und Trainer. Er hatte damit nicht nur die Lacher auf seiner Seite, vielmehr betonte er damit ein grundlegendes Ziel der Bemühungen.

„Wir möchten jedem ermöglichen, sich im Sport einzubringen und teilzuhaben“, so Rainald Kauer, Präsidiumsmitglied im SWFV und beim Sportbund Rheinhessen. Er war kurzfristig für den verhinderten Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Matthias Rösch, in die Podiumsrunde berufen worden. ZDF-Moderator Norbert König kitzelte dabei Antworten heraus, die vor allem in einem Tenor klangen. „Es macht keinen Sinn, ein Thema als schick aufzuziehen und sich mit unseren Leuten einmalig zu zeigen“, mahnte Jupp Vallendar vom Behindertensportverband Rheinland-Pfalz. Der Diplomsportlehrer traf damit ins Schwarze. „Das ist auch ein wichtiger Punkt für uns Athleten. Wir wollen nicht gezeigt, sondern gefördert werden“, betonte Mark Solomeyer. Der Athletensprecher von Special Olympics zählt als Gewinner der Goldmedaille im Badminton-Einzel bei den Special Olympics Weltspielen zu den Besten in seinem Sport. „Diese Normalität herzustellen, das ist ein Grund, warum wir heute zusammengekommen sind“, fasst König letztlich zusammen.

Es war die Quintessenz aus der Diskussion, aber auch aus den zuvor anstelle von Grußworten gehaltenen Kurzinterviews der Gastgeber. Veths und damit gleichzeitig Ansatz des Fußballverbandes war es „ein Netzwerk zu aktivieren, das wir mit unserer neuen Kommission für Inklusion zukünftig aktiv beleben wollen“. Für die Fußballer aus dem Südwesten ist der Praxistag der erste Leuchtturm in einer Drei-Jahres-Planung. „2018 wollen wir einen Trainingsstützungspunkt und Turnierspielbetrieb aufbauen im folgenden Jahr dann einen Leitfaden für unsere Vereine aufsetzen“, so Veth. Besonders das Netzwerk hatte auch LSB-Vizepräsidentin Claudia Altwasser im Blick. Sie stand König für die Steuerungsgruppe des Landes Rede und Antwort: „Der Praxistag ist ein gelungener Start für unser Netzwerk. Alle Sportbünde sowie die Steuerungsgruppe und der Fußball der Region ziehen an einem Strang und setzen sich gemeinsam ein. Genau das ist es, was wir mit der Steuerungsgruppe unter dem Namen „Einfach gemeinsam“ erreichen wollen.“

Nach der Erlebnisreportage von Thomas Dauth –der Bundesliga-Blindenreporter beim FSV Mainz 05 erläuterte, was eine spezielle Stadionreportage ausmacht und führte einen Mitschnitt aus der Partie der 05er gegen den HSV vor – starteten die Workshops. Zu den Mitmachangeboten gehörten unter anderem „Vital begegnen“ des Mombacher Turnvereins über „Inklusive Netzwerkprojekte gestalten“ der DJK Kruft/TV Kruft bis hin zu „Inklusion im Fußball auf Vereinsebene“ des SV Spesbach oder „Förderungen“ der Sportbünde. Darüber hinaus präsentieren sich Institutionen aus dem Netzwerk an verschiedenen Messeständen. Für die Veranstalter ein gelungener Tag, wie SWFV-Vizepräsident Veth hervorhob. „Mit dem Arbeitskreis Inklusion in unserem Fußball-Verband haben wir es gemeinsam mit der Steuerungsgruppe geschafft, viele Beteiligte zusammen zu bringen. Das ist eine gute Grundlage für die kommenden Jahre und Aktionen, die wir nun angehen werden. Der erste Leuchtturm ist gesetzt.“

 

Quelle: LSB Rheinland-Pfalz


 
 

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