Tipp des Monats: "Gesunde Schule" - Entspannung in der Schule

31.07.2013

In der Ausgabe Juli/August 2013 zeigt "Gesund + fit" Möglichkeiten, wie Entspannung in die Schule integriert werden kann.

Entspannung, verstanden als ein geistig und körperlich ausgeglichener Zustand. (c) LSB NRW/Foto: Andrea Bowinkelmann

Entspannung ist, ebenso wie ausreichende Bewegung, ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung einer gesundheitsfördernden Lernumgebung und einer gesunden Schule. Schließlich sind Kinder und Jugendliche in Schule und Freizeit immer häufiger auch Situationen ausgesetzt, die zu Stress führen. Daher ist Entspannung, verstanden als ein geistig und körperlich ausgeglichener Zustand, ein wichtiges Schulthema!

Der heutige Schulalltag ist geprägt von einer Fülle unterschiedlichster Reize, angefangen von externen Faktoren wie Lärm, zunehmendes Verkehrsaufkommen, der Verstädterung von Naturräumen und der Verdichtung von Ballungsräumen. Aber auch innerhalb der Schule sind Schüler nicht selten einer Reizüberflutung ausgesetzt, die durch sozialen Druck innerhalb der Peergruppe (Gleichaltrige) ebenso entstehen kann wie durch den Leistungdruck, der seit PISA zugenommen hat. Das gesunde Zusammenspiel zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Schule und Freizeit gerät dabei zunehmend oft ins Hintertreffen.

Stellt sich physische oder psychische Anspannung ein, reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Stresshormonen, in deren Folge eine Fülle psychosomatische Stresssymptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen auftreten können, die sich nicht selten bereits im Kindes- und Jugendalter manifestieren. Ein Viertel der Zweit- und Drittklässler empfinden laut einer repräsentativen Kindergesundheitsstudie des Instituts für Sozialforschung PROKIDS und des Deutschen Kinderschutzbundes Stress und schon die Vier- bis Siebenjährigen klagen über Leistungsdruck.

Entspannungsübungen führen zu objektiven und messbaren körperlichen Reaktionen, wie:

  • Muskelentspannung: Der Muskeltonus sinkt.
  • Periphere Gefäßerweiterung: Die Durchblutung wird verbessert.
  • Atemregulation: Die Atemfrequenz und der Sauerstoffverbrauch sind herabgesetzt, die Bauchatmung wird intensiviert.
  • Kreislaufregulation: Herzfrequenz/Blutdruck sinken.

So sollen Entspannungsübungen in der Schule helfen, gesundheitliche und soziale Folgeschäden eines ungesunden Stresses zu vermeiden und eine entspannte Aufnahmebereitschaft, Leistungsfähigkeit und Freude am Schulleben wiederherzustellen. Die Notwendigkeit und Bedeutung von Entspannungsfähigkeit haben auch die Schulen erkannt: Körperwahrnehmung und Entspannungsfähigkeit als Lernziele finden sich in den Lehrplänen.
Zwar sind natürlich nicht alle, aber viele Entspannungsverfahren an Bewegung geknüpft und selbst wenn keine oder kaum aktive Bewegung stattfindet, so arbeiten die meisten Techniken und Übungen mit der Körperwahrnehmung. So sind es häufig die Sportlehrer, deren Expertise im Bereich Entspannungstraining gefragt ist.

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