Sportentwicklungsbericht 2009/2010

Sportvereine sind mit großem Abstand Sportanbieter Nummer eins in Deutschland. Das geht aus dem dritten Sportentwicklungsbericht hervor, der am Freitag (15. Juli) in Köln vorgestellt worden ist.

Danach engagieren sich rund 8,8 Mio. Menschen in den 91.000 Vereinen unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ehrenamtlich und organisieren vielfältige Angebote für die rund 27 Mio. Mitgliedschaften.

Im Sportentwicklungsbericht, der von Prof. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) erarbeitet worden ist, wird zudem die Bedeutung der Sportvereine für die Gesellschaft deutlich. Der Wissenschaftler hat mit seinem Team die Situation der Sportvereine in Deutschland analysiert und durch Handlungsempfehlungen für Politik und Sport ergänzt. Auftraggeber der Studie sind das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landesssportbünde.

„Sportvereine erfüllen wichtige Integrations- und Gemeinwohlfunktionen, bieten einen gesellschaftspolitischen Mehrwert und sind sozialer Kitt in unserem Land. Sport ist ein wichtiges Politikfeld. Der Sportentwicklungsbericht hat erneut bewiesen, dass Bund, Länder und Gemeinden auch zukünftig gut daran tun, die gesellschaftspolitisch bedeutsamen Dimensionen und Leistungen der Sportvereine zu fördern und in ihre politischen Strategien mit einzubeziehen“, sagte DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch und unterstrich, dass die Sportvereine nicht nur Deutschlands größter Sportanbieter sind, sondern auch eine herausragende gesellschaftliche Kraft sowie Wirtschaftsfaktor und Steuerzahler.

Als eines der wichtigsten Ergebnisse unterstreicht die Studie die volkswirtschaftspolitische Dimension der Sportvereine. So wenden die freiwillig Engagierten monatlich 37,2 Mio. Arbeitsstunden auf, was einer jährlichen Wertschöpfung von 6,7 Mrd. EUR entspricht. Steuerliche Rückflüsse der Vereine an Bund, Länder und Gemeinden betragen rund 822 Mio. Euro pro Jahr. Sportvereine erzeugen darüber hinaus wirtschaftliche Multiplikationseffekte, sie stellen zunehmend die Sportinfrastruktur für ihre Angebote selbst bereit und investieren in ihre Sportstätten. Setzt man dies in Beziehung zu den Zuschüssen zum vereinseigenen Sportanlagenbau, so ist zu bilanzieren, dass Anschub- bzw. Anreizprogramme zum vereinseigenen Sportanlagenbau einen volkswirtschaftlichen Mehrwert generieren.

Allerdings hätten die Ergebnisse des Sportentwicklungsberichts auch gezeigt, dass die Vereine vor neuen Herausforderungen stünden, erklärte Prof. Breuer. „Bundesweit stellt das Problem der Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichen Funktionsträgern das Hauptproblem dar und knapp 9 Prozent der Vereine nehmen dieses Problem als existenzbedrohlich wahr. Zu den größten Herausforderungen der Vereinsentwicklung zählen zudem die Einführung der Ganztagsschulen und des achtjährigen Gymnasiums. Auch die spezifischen Problemlagen und Herausforderungen von Vereinen in Großstädten, z.B. Zustand und Eignung der Sportstätten oder Konkurrenzprobleme, sind von Bedeutung.“

WD Andreas Pohlmann (BISp) dankte dem Projektteam um Professor Breuer für die Erstellung des Sportentwicklungsberichts. Er betonte: „Mit rund 20.000 beteiligten Vereinen wird nicht nur die gewachsene Akzeptanz dieser Untersuchung unterstrichen, sondern auch die Aussagekraft der Befunde erhöht. Der Sportentwicklungsbericht hat sich als wichtiges Steuerungsinstrument der Sportpolitik- und Sportpraxisberatung etabliert. Ich freue mich daher, dass weitere drei Erhebungswellen durch das Kölner Projektteam durchgeführt werden. Der Sportentwicklungsbericht gewährleistet somit bis mindestens 2017 sportwissenschaftliches Grundlagenwissen in Deutschland.“

Vorgestellte Publikationen:   

  • Christoph Breuer (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2009/2010. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Köln 2011: Strauß. ISBN: 978-3-86884-456-6.   
  • Christoph Breuer und Pamela Wicker: Zur Situation der Sportarten in Deutschland. Eine Analyse der Sportvereine in Deutschland auf Basis der Sportentwicklungsberichte. Köln 2011: Strauß. ISBN: 978-3-86884-460-3.

Download:

Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (PDF, ca. 11 MB)

52-seitige Kurzfassung des Sportentwicklungsberichts 2009/2010

Kurzfassung (englisch)

Kurzfassung (französisch)

Startet den Datei-DownloadBundesbericht 3. Welle

Ausgewählte Analysen (Factsheet)

Statement von DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch

16 sportpolitische Bewertungen und Konsequenzen des Sportentwicklungsberichts

 

Themenberichte

Finanzierungsstrukturen von Sportvereinen

Bildung und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Kommune und Sportverein

Schule und Sportverein

Situation und Entwicklung des freiwilligen Engagements und Ehrenamts in Sportvereinen

Migrantensportvereine

Vereinstypen

 

Sportartspezifische Auswertungen

Deutscher Fußball-Bund

Deutscher Kanu-Bund

Deutsche Reiterliche Vereinigung

Deutscher Schützen-Bund

Verband Deutscher Sporttaucher

Deutscher Turner-Bund

 

 
 

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