Berlin würdigt Solidarität des Sports für geflüchtete Menschen

06.04.2017

Sportsenator Andreas Geisel stellt bis zu 950.000 Euro als Anerkennungsprämie für Berliner Sportvereine zur Verfügung.

Das Horst-Korber-Sportzentrum, das im Mai 2016 freigezogen wurde, wird jetzt saniert und kann bald wieder von Sportvereinen genutzt werden. Foto: LSB Berlin

Das Horst-Korber-Sportzentrum, das im Mai 2016 freigezogen wurde, wird jetzt saniert und kann bald wieder von Sportvereinen genutzt werden. Foto: LSB Berlin

Das Land Berlin wird insgesamt 950.000 Euro Anerkennungsprämie an Berliner Sportvereine und  -verbände auszahlen, um deren Solidarität und Aufwand während der Nutzung von Sporthallen zur Unterbringung geflüchteter Menschen zu würdigen. Damit kommt der Senat einer Entscheidung des Abgeordnetenhauses nach. Die Fraktionen von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen hatten einen „Dank an den Berliner Sport für seine Willkommensleistung für Geflüchtete“ beschlossen. Der Senat wurde aufgefordert, eine entsprechende Regelung für die Berliner Sportvereine aufzulegen. Eine solche Regelung hat Innen- und Sportssenator Andreas Geisel heute auf einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Landessportbundes Berlin, Klaus Böger, vorgestellt.

Die ca. 160 betroffenen Sportvereine erhalten demnach einen Grundanerkennungsbetrag von 1.000 Euro pro Verein und zusätzlich einen Anerkennungsbetrag pro Mitglied der Sportabteilung/-mannschaften der Vereine. Insgesamt stehen für die Sportvereine 700.000 Euro zur Verfügung. Für betroffene Landesverbände stellt das Land Berlin darüber hinaus insgesamt 150.000 Euro bereit. Für Sportvereine, die sich darüber hinaus in einer erheblichen finanziellen Notlage befinden und diese entsprechend nachweisen können, hält das Land Berlin weitere 100.000 Euro bereit.

Sportsenator Andreas Geisel begrüßt die neue Regelung ausdrücklich: „Berliner Sportvereine haben mit ihren Angeboten eine Willkommenskultur für geflüchtete Menschen geschaffen und wieder einmal demonstriert, dass der Sport eine universelle Sprache spricht und hilft, Grenzen zu überwinden. Einige Sportvereine sind dafür selber an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gegangen, weil ihre Sport- und Trainingshallen für lange Zeit nicht zur Verfügung standen. In einigen Vereinen hat das zu einer großen Zahl von Austritten geführt. Ich möchte nicht, dass der Preis für die geleistete Solidarität zu hoch wird. Der Senat will deshalb den Vereinen für ihre Hilfe danken – sowohl ideell als auch finanziell.“

Der Präsident des Landessportbundes, Klaus Böger sagte dazu: „Über 100 Berliner Sportvereine mit rund 10.000 Mitgliedern sind von Einschränkungen betroffen, die durch die Unterbringung geflüchteter Menschen in Sporthallen entstanden sind. Die Entschädigung für diese Vereine und die betroffenen Verbände sowie eine Ausgleichszahlung für Mitgliederverluste sind ein gutes Signal des Respekts und der Anerkennung. Jetzt kommt es darauf daran,  die Hallen schnellstmöglich zu sanieren und möglichst viele Hallen zum Schuljahresbeginn im September wieder in Betrieb zu haben. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene warten darauf.“

Die Auszahlung erfolgt über den Landessportbund Berlin. Senator Geisel bedankte sich beim Landessportbund Berlin für die Übernahme der Abwicklung der Zahlungen. Dies unterstreiche einmal mehr das grundsätzlich gute, partnerschaftliche Verhältnis. In diesem Geiste würden derzeit auch die Gespräche für die vertragliche Absicherung des Berliner Sports durch einen mehrjährigen Vertrag mit dem Landessportbund geführt, so Geisel. „Die Gespräche sind auf Arbeitsebene aufgenommen worden. Wir haben einen Gesprächsrahmen vereinbart, womit auch dieser Punkt des 100-Tage-Programms der Koalition erfüllt worden ist.“

Die vom Senat am 09.02.2016 beschlossene Richtlinie für den Kostenersatz für die von der Sicherstellung von Sportstätten erheblich betroffenen Sportvereine bleibt weiterhin in Kraft, da trotz des Freizuges der letzten Sporthalle in der vergangenen Woche bis auf wenige Ausnahmen alle freigezogenen Hallen wegen der notwendigen Sanierung für die sportliche Nutzung noch nicht wieder zur Verfügung stehen. Sportvereine können sich Mietkosten für Ersatzräume sowie Transport- und Lagerkosten für Sportgeräte vom Land Berlin erstatten lassen. 

(Quelle: Senatsverwaltung für Inneres und Sport)


 
 

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