„Gesunde Ernährung und Bewegung - Schlüssel für mehr Lebensqualität“

    07.09.2007

    Der Sport und seine Organisationen sollen im Nationalen Aktionsplan „Gesunde Ernährung und Bewegung - Schlüssel für mehr Lebensqualität“ eine zentrale Schlüsselrolle einnehmen.

    Der nationale Aktionsplan zu "Gesunde Ernährung und Bewegung " der Bundesregierung soll bis Frühjahr 2008 vorliegen. Copyright: picture-alliance

    Nach den jetzt bekannt gewordenen Eckpunkten zu diesem Plan gilt die Bewegung im Alltag als eins von fünf Handlungsfeldern, über die Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung erreicht werden sollen. Das Bundesministerium für Gesundheit von Ministerin Ulla Schmidt und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von Horst Seehofer wollen mit ihrem Vorhaben die Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten voran treiben. Das Bundeskabinett um Kanzlerin Angela Merkel hat die Eckpunkte bereits verabschiedet. 

    Der im Mai angekündigte Nationale Aktionsplan soll bis zum Frühjahr 2008 vorliegen und wird demnächst mit den Beteiligten wie Länder, Kommunen und anderen gesellschaftlichen Vereinigungen wie Sportorganisationen abgestimmt. Mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) traf sich Ministerin Ulla Schmidt zu einem weiteren Meinungsaustausch am 27. August 2007.  Bei der Bewegungskampagne des Ministeriums ist der DOSB bereits Mitglied, Präsident Thomas Bach sitzt im Kampagnenbeirat. Mit Ernährungsminister Horst Seehofer ist ein ähnliches Gespräch in Planung. In den Eckpunkten wird die Forderung nach ausreichend attraktiven Bewegungsmöglichkeiten für Alle erhoben, damit die „Menschen regelmäßig körperlich aktiv“ sein können. Diese Sport- und Bewegungsangebote müssten leicht erreichbar sein. „Ein vielfältiges Angebot beim Schul-, Betriebs- und Breitensport durch Sportvereine und -organisationen fördert dies. Gleichzeitig muss der Wert körperlicher Aktivität in der Öffentlichkeit größere Anerkennung finden“, heißt es in dem knapp neunseitigen Papier. 

    Gemeinsam mit den beiden initiierenden Ministerien und weiteren Behörden wie beispielsweise dem Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, dem Bildungsministerium und dem Familienministerium, den Ländern und den Kommunen sowie den Sportorganisationen müssten Konzepte weiterentwickelt werden, wie „die gesamte Bevölkerung mehr Sport und Bewegung in den Alltag integrieren kann. Dafür sind entsprechende Anreize für Kinder und Jugendliche genauso wichtig wie für ältere Menschen“, lautet es in den Eckpunkten. Neben dem Handlungsfeld Bewegung im Alltag werden der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand, der Bildung und Information über Ernährung, Bewegung und Gesundheit, den Impulsen für die Forschung und der Qualitätsverbesserung der Verpflegung außer Haus zentraler Bedeutung beigemessen. Durch die Forschung soll der Einfluss von Ernährung und Bewegung auf die „großen Volkskrankheiten“ wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenk- und Rückenbeschwerden stärker ausgeleuchtet werden. Alle Wissenschaftler bestätigten aber schon jetzt den günstigen Einfluss von Sport und Bewegung auf diese Krankheiten. „Erforderlich sind anwendungsorientierte Studien, die konkret aufzeigen, welche Faktoren es Menschen erleichtern, ihr Verhalten nachhaltig zu ändern“, heißt es in dem Entwurf. Allerdings sollen als erstes Ziel nicht unbedingt neue Projekte ins Leben gerufen werden. Es gelte, die erfolgreichen Projekte im staatlichen und im nicht-staatlichen Bereich zu identifizieren, zu vernetzen und besser aufeinander abzustimmen. Zudem sollten Qualitätsstandard eingehalten und eine Abstimmung über Schwerpunkte herbeigeführt werden. 

    Die Bundesregierung will mit dem Nationalen Aktionsplan drei Ziele erreichen: Das Ernährungs- und Bewegungsverhalten nachhaltig verbessern, die Zunahme des Übergewichts bei Kindern stoppen und die Verbreitung von Übergewicht verringern. Der wirtschaftliche Schaden allein durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird auf 35 Milliarden Euro jährlich beziffert. Durch Krankheiten des Skelettsystems kämen nochmals 25 Milliarden Euro hinzu und weitere, nicht quantifizierbare Kosten durch Bewegungsmangel. 

    Präventionsgesetz vor zweitem Anlauf

     

     

     

    Der zweite Anlauf zur Einführung eines Präventionsgesetzes im deutschen Gesundheitswesen steht kurz bevor. Im Bundesgesundheitsministerium laufen die Vorbereitungen, nach der Sommerpause des Deutschen Bundestages die entsprechenden Entwürfe für ein solches Vorhaben auf den Weg zu bringen. Die Initiative ging allerdings von der 80. Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer am 5. Juli in Ulm aus, die die Bundesregierung baten, mit den Ländern in einen Dialog zu treten, um ein entsprechendes Gesetz bis 2008 in Kraft treten zu lassen.  

    In der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD zur Bildung der Bundesregierung ist ein solches Präventionsgesetz festgeschrieben. Durch die gerade verabschiedete Gesundheitsreform hatte sich das Vorhaben aber verzögert. Der erste Anlauf der damaligen und auch jetzigen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt war kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode am Widerstand der Bundesländer gescheitet.  

    Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Dr. Klaus Theo Schröder,  begrüßte die Initiative der Bundesländer: „Mit dem Präventionsgesetz sollen die erforderlichen Strukturen geschaffen werden, um Prävention und Gesundheitsförderung breitenwirksam zu verankern“. Ein zentrales Element bei der Prävention ist neben medizinischer Vorsorge auch sportliche Bewegung u.a. zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesens hat einen Vorstoß für ein Präventionsgesetz gefordert. Die Zeit sei reif für ein Bundesgesetz zur primären Prävention, heißt es im letzten Gutachten. Gleichzeitig forderten die Experten die Bundesregierung auf, keinesfalls hinter das Ausstattungsvolumen von 250 Millionen Euro aus dem letzten Gesetzesentwurf für die Prävention zurückzufallen.

     




    Kategorie: Start