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Was steht im Sportentwicklungsbericht 2015/2016? (Teil 1)

08.11.2017

Im Sommer ist der sechste Sportentwicklungsbericht erschienen. In einer mehrteiligen Serie werden wichtige Ergebnisse dieser bundesweiten Erhebung vorgestellt.

Im Sommer ist der sechste Sportentwicklungsbericht für den Zeitraum 2015/ 2016 als eine „Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland“ erschienen. Foto: LSB NRW

Die Ergebnisse dieser repräsentativen Befragung werden erstmals in zwei rund 1350 Seiten umfassenden Bänden dargestellt. Neu ist dabei das Buch mit den weiterführenden Strukturanalysen, in dem u.a. Analysen zu verschiedenen Vereinstypen bzw. Sportarten (z.B. Wassersport) vorgestellt und Ergebnisse zu ehrenamtlichen Funktionsstellen (z.B. Kampf- und Schiedsrichterwesen) sowie zur Situation der Kreis- und Stadtsportbünde in Deutschland enthalten sind. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bietet zusätzlich zu den beiden Bänden zahlreiche Downloadmöglichkeiten auf seiner Homepage unter www.dosb.de/seb an. Der neue Sportentwicklungsbericht für den Zeitraum 2015/2016 ist wie seine fünf Vorgänger eine Koproduktion des DOSB mit allen Landessportbünden und dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in Bonn.

Die Untersuchung selbst ist wie alle Vorgängererhebungen durchgeführt worden von einem Forscherteam am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Breuer, der auch den Bericht in Buchform als Herausgeber verantwortet. Dem Forscherteam zur Seite stand ein zwölfköpfiger Projektbeirat u. a. mit Vertretern der Landessportbünde und dem BISp, mit Andreas Klages und Christian Siegel als Vertreter des DOSB sowie externen Wissenschaftlern.

Der erste Teil ist als Einführung gedacht und beschäftigt sich mit dem Aufbau der Studie allgemein.

Für den jüngsten Sportentwicklungsbericht sind insgesamt 20.546 (im Zeitraum davor 20.846) aus einer Grundgesamtheit von zuletzt 90.240 Sportvereinen in ganz Deutschland „online“ befragt worden. Dazu musste von einem Vereinsverantwortlichen (in aller Regel die/der Vorsitzende bzw. eine Person aus der Vereinsführung) ein umfangreicher und thematisch differenzierter Fragebogen (mit insgesamt 15 Seiten) ausgefüllt werden, der ganz hinten im Buch (im Anhang) vollständig abgedruckt ist. Dabei ging es wie schon bei den früheren Erhebungen um allgemeine Angaben des Vereins (z.B. Mitgliederzusammensetzung, Nennung der Sportangebote), aber auch um aktuelle Probleme des Vereins, um die gegenwärtige Situation der Sportanlagen und um die ehrenamtliche Mitarbeit sowie zur Vereinsphilosophie etc.

Teilweise waren die Befragten auch aufgefordert, vorgegebene Statements in Bezug auf ihren Verein mit wertenden Einschätzungen anzukreuzen („sehr wichtig“ oder „unwichtig“). Bei den Fragen zum Gesamtverein wurde beispielsweise erhoben, ob der Verein ein eigenes Fitnessstudio unterhält und Kaderathleten im Verein organisiert sind. In zwei aufeinander folgenden Themenkomplexen waren erstmals Fragen zur „Prävention von sexualisierter Gewalt“ und zur „Intervention bei sexualisierter Gewalt“ im Sportverein zu beantworten.

Wie muss man sich den Aufbau der beiden „dicken“ (roten) Bände genauer vorstellen? Nach den Vorworten des Direktors des BISp, Jürgen Fischer, und des Präsidenten des DOSB, Alfons Hörmann, folgt im ersten Band eine dreiseitige Zusammenfassung, bevor in die Untersuchung unter der Überschrift „Sportvereine in Deutschland – ein Überblick“ (1) eingeführt wird. Danach werden der Reihe nach die wichtigsten Ergebnisse nach sog. Themenfeldern in insgesamt vier Kapiteln präsentiert.

Diese lauten: Sportvereine, Sportbünde und Flüchtlinge (2), Integrationsleistungen der Sportvereine in Deutschland (3), Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt (4) und Sport-verein im Wandel – Zur Entwicklung der Sportvereine in Deutschland von 2005 bis 2015 (5). Diese Gliederung unterscheidet sich wesentlich von den Themen des letzten Vorgängerberichtes, in dem es z.B. auch um berufliche bzw. bezahlte Mitarbeit in Sportvereinen und um die (zunehmen-den) Bürokratiebelastungen für die Sportvereine ging.

„Sportvereine in den Bundesländern“

Im neuen Band I schließt sich ab Seite 264 Auswertung der „Sportvereine in den Bundesländern“ (so die Kapitelüberschrift) von Baden-Württemberg bis Thüringen an. Diese vollzieht sich nach einem wiederkehrenden Muster mit jeweils vier Teilen. Diese werden immer mit einer Zusammenfassung eingeleitet und lauten dann der Reihe nach: Bedeutung der Sportvereine für das jeweilige Bundesland, Unterstützungsmöglichkeiten und -bedarf, Stichprobe und Rücklauf für das entsprechende Bundesland bzw. den Landessportbund oder Landessportverband.

Die drei letzten Kapitel im Band bilden einen methodisch-methodologischen Rahmen für die gesamte Studie: Die Leserschaft erfährt etwas über den theoretischen Hintergrund der Studie („Produktion von Handlungs- und Argumentationswissen“); sodann wird das Forschungsdesign der Studie mit Hinweisen zur Online-Befragung, zur Fragebogenerstellung etc. skizziert. Ein Literaturverzeichnis ganz am Ende als Kapitel 24 und der vollständige Fragebogen im Anhang runden den Sportentwicklungsbericht 2015/2016 ab.

Mit seinen nunmehr sechs zeitlich aufeinander folgenden Erhebungen wird der Sportentwicklungsbericht immer wertvoller, um Trends und Tendenzen in der Sportvereinsentwicklung im Sportvereinswesen in Deutschland ablesen zu können und ihn als wissensbasiertes Steuerungs-instrument innen- und außenpolitisch einzusetzen. Dazu werden in den Tabellen jeweils Index-Werte angegeben, die anzeigen, in welche Richtung und mit welcher Intensität bestimmte Ent-wicklungen gehen. Soviel steht fest:

Der Sportentwicklungsbericht hat sich inzwischen auch insofern etabliert, als seine Ergebnisse zum Gegenstand zahlreicher verbandsinterner Entwicklungsprozesse wurden sowie als Quelle für Vorträge, fachliche Ausarbeitungen, Sportberichte der Bundesregierung, Grundlagendokumente, Redemanuskripte etc. im ganzen Land kommuniziert werden.

In seinem Vorwort beschreibt der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, die Funktion des Sportentwicklungsberichtes und lädt dann zur Lektüre ein, in dem er besonders herausstellt: „Die vor-liegende Studie ist eine wichtige Handreichung für Sportvereine und -verbände, damit der gemeinwohlorientierte Sport auch künftig den großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen gerecht werden kann. In diesem Sinne wünsche ich dem Sportentwicklungsbericht eine weite Verbreitung und viele interessierte und engagierte Leserinnen und Leser“. Die Erhebungen zum Sportentwicklungsbericht sind damit nach zwölf Jahren Laufzeit vorerst abgeschlossen.

Literatur und Hinweise zum Sportentwicklungsbericht 2015/2016:

Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band I: Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.

Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band II: Weiterführende Strukturanalysen. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.

Weitere Informationen zum Thema Sportentwicklungsbericht mit Downloadmöglichkeiten sind auf der Homepage des DOSB unter www.dosb.de/seb  abrufbar.

Für weitere Auskünfte steht Christian Siegel (siegel(at)dosb.de) im DOSB zur Verfügung.

(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

 
 

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