Fair Play bedarf Mut und Stärke

04.03.2016

„Wir haben keine Krise der Werte, sondern eine Krise, die Werte zu leben“. Diese These des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann, stand im Mittelpunkt des 4. Biebricher Schlossgesprächs mit dem Thema Fair Play.

Die Damen des Tauziehclub Allgäu-Power Zell und ihr Trainer freuen sich über die Auszeichnung mit dem Fair Play Preis.

Leonie Remfort (m.) im Kreis der Gratulanten (v.re.): Alfons Hörman, Erich Laaser, Speerwurf-Olympiasiegerin und Laudatorin Steffi Nerius, Gerhard Böhm.

Gunter A. Pilz hielt den Impulsvortrag im Biebricher Schloss.

Diskutierten zum Thema "Ohne Fair Play kein ehrlicher Sport" (v.re.): Gerhard Böhm, Alfons Hörmann, Erich Laaser, Moderator Dieter Gruschwitz. Alle Fotos: DOSB/Jan Haas

Aber trotz aller zum Teil berechtigter Kritik, die in den vergangenen Wochen und Monaten am Sport geübt wurde, würden Werte wie Fair Play, Teamgeist und Miteinander im Sport noch immer besser gelebt als in manchen anderen Bereichen des Lebens, sagte Hörmann.

Die besten Beispiele wurden bei der Verleihung des Fair Play Preises des Deutschen Sports 2015 deutlich, die erstmals in diesem  Rahmen stattfand. Festredner Gunther A. Pilz, der DOSB-Ethikpreisträger von 2012, stellte unter anderem fest: „Der Weg ist wichtiger als der Sieg – aber dieses Ethos funktioniert nur so lange, wie Sport Selbstzweck bleibt“.

Leonie Remfort aus Wittmund und der Tauziehclub Allgäu-Power Zell aus Bad Grönenbach haben diesen Selbstzweck erkannt. Im dreiflügeligen Barockbau in Wiesbaden-Biebrich wurden die Heldinnen mit dem Fair-Play-Preis des Deutschen Sports 2015 ausgezeichnet und erhielten jeweils 1000 Euro für soziale Projekte. Die Preisstifter sind der DOSB, das Bundesministerium des Innern (BMI) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS).

Leonie Remfort leitet als Übungsleiterin beim Jugendwerk Wittmund eine Hip-Hop-, eine Breakdance- und eine Trampolingruppe sowie ein Basketballtraining mit Frauen aus Flüchtlingsfamilien. Die 18-Jährige widmet ihre Freizeit bereits seit ihrem 15. Lebensjahr der Integrationsarbeit. 1000 Ehrenamtsstunden kamen so für das Jahr 2015 zusammen. „Vorbildlich“, fand auch  Laudatorin Steffi Nerius, Speerwurf-Weltmeisterin von 2009. Leonie setze ein starkes Zeichen des Engagements für andere.

Vorbildlich agierte auch die Damenmannschaft des Tauziehclubs Allgäu-Power Zell aus Bad Grönenbach. Nach krankheitsbedingtem Ausfall einer Gegnerin bei der ersten deutschen Meisterschaft in dieser Sportart entschieden die Allgäuerinnen, auch aus ihrem Team eine Zieherin herauszunehmen mit der Konsequenz, dass das Finale verloren ging. DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzschoppe würdigte dieses Verhalten in ihrer Laudatio am Donnerstagabend:
„Ich finde, es ist eine schöne Symbolik, dass dies beim Tauziehen geschehen ist. `An einem Strang ziehen´ – das ist nicht nur das Grundprinzip dieser Sportart. Es ist auch in unserer Alltagssprache ein Synonym dafür, alle Kräfte für ein gemeinsames Ziel zu bündeln.“

In der abschließenden Diskussionsrunde mit Alfons Hörmann, dem VDS-Präsidenten Erich Laaser und dem BMI-Abteilungsleiter Gerhard Böhm, wurde unter anderem noch einmal ein Zitat des Festredners aufgenommen, der sagte: „Nicht Gewinnen ist kein Scheitern.“ Der DOSB-Präsident regte mit seiner Anmerkung zum Nachdenken an: „Ist nicht Gewinnen, wirklich nicht Scheitern? Es bedarf viel Stärke, mit erhobenem Haupt, aber ohne Medaille zurückzukommen“.

(Quelle: DOSB/Katharina Schuster)

 
 

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