UN-Sportberater Lemke: Natürlich kann Deutschland Olympia!

10.06.2014

UN-Sportberater Willi Lemke macht beim 14. Hamburger Symposium für Sport, Ökonomie und Medien in Hamburg Mut für eine deutsche Olympiabewerbung.

Willi Lemke: „Wenn sich eine deutsche Stadt um die Spiele bewirbt, ist das eine riesige Chance“. Foto: picture-alliance

Eine mögliche Hamburger Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele, weitere sportliche Großveranstaltungen wie Fußball-Weltmeisterschaften und der Wassersport waren die beherrschenden Themen des 14. Hamburger Symposiums Sport, Ökonomie und Medien. Am Donnerstag und Freitag hatten in über 40 Vorträgen im Millerntorstadion des FC St. Pauli zahlreiche nationale und internationale Experten aus verschiedenen Themenfeldern referiert und Diskussionen angeregt. Dabei wurden unter dem Oberthema „Sport und Stadtmarketing“ besonders die ökonomischen Risiken und sozialen Verantwortungen von Veranstaltern und Sportvereinen fokussiert. Umrahmt wurde das Symposium vom inklusiven Spielfest „Break the Distance“, dass Besuchern die Möglichkeit bot, trend- und paralympische Sportarten einmal selbst auszuprobieren.

„Natürlich kann Deutschland Olympia!“ Der UN-Sonderberater für Sport, Willi Lemke, ist überzeugt. „Wenn sich eine deutsche Stadt um die Spiele bewirbt, ist das eine riesige Chance“. Ob es Hamburg oder Berlin werden soll, ließ Lemke offen. Der frühere Manager von Werder Bremen blickte in seinem Vortrag zurück auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, bei deren Durchführung sich Deutschland als fähig erwiesen habe, eine sportliche Großveranstaltung durchzuführen. Doch er fand auch mahnende Worte und verwies auf die Bewerbung Münchens für die Olympischen Spiele. „Anders als in München müssen Alle geschlossen hinter einer solchen Veranstaltung stehen.“

Zu den herausragenden Rednern des Symposiums zählte DFL-Präsident Reinhard Rauball, der kurz vor seiner Abreise zum Nationalteam nach Brasilien am Freitag über die Bedeutung von Sportvereinen für ihre Stadt sprach. Rauball ermahnte die Vereine, ihre soziale Verantwortung ernst zu nehmen und erläuterte, dass ein positives Image einer Stadt einen enormen Standortvorteil für die Region bedeute und die jeweiligen Klubs dazu einen großen Beitrag leisten. Aber neben den wirtschaftlichen Vorteilen wie umfangreichen Steuereinnahmen und dem Schaffen von Arbeitsplätzen, die Vereine erzielen, appellierte er weiterhin an die Vereine, auch „identitätsstiftend“ tätig zu sein. Dazu gehöre auch die Nachwuchsarbeit. Immerhin: In den letzten zehn Jahren hätten alle Klubs der beiden Bundesligen insgesamt 850 Millionen EUR in ihre Nachwuchszentren investiert.

Sportlicher und sozialer Nutzen größer als finanzieller

Die finanziellen Probleme des Olympiaparks in München stellte der stellvertretende Geschäftsführer Arno Hartung in den Mittelpunkt: Ein Grund sei dafür vor allem der Ausstieg des Fußballs aus dem Olympiapark 2005 oder der Bau der Allianz-Arena. Bereits am Donnerstag hatte Professor Wolfgang Maennig von der Universität Hamburg über den Nutzen von Großveranstaltungen für eine Stadt gesprochen. So sei der sportliche und soziale Nutzen wesentlich größer als der finanzielle. Geld lasse sich etwa mit Olympia nicht verdienen. Maennig forderte deshalb mehr Partizipation der Gesellschaft, die Politik solle über derart große Projekte nicht alleine entscheiden.

Schon zum Auftakt des 14. Hamburger Symposiums für Sport, Ökonomie und Medien hatte Schirmherr Michael Neumann, Hamburger Senator für Inneres und Sport, am Donnerstagmorgen auf die Vorzüge von Sportveranstaltungen verwiesen. Er mahnte jedoch auch, die Ökonomisierung des Sports nicht vor die „edle und reine Idee“ des Sports zu stellen. Mut machte in dieser Hinsicht ein Vortrag von Francesco Solanellas von der Universität Barcelona: Die positiven Folgen und Auswirkungen der Spiele 1992 hätten sich in Barcelona etwa in der ausgebauten Infrastruktur und dem Bau von neuen Sportstätten bemerkbar gemacht.

(Quelle: Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation/Mattis Oberbach)


 
 

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