Hörmann: Sportdeutschland kann Olympia

06.12.2014

Alfons Hörmann, vor einem Jahr zum Präsidenten des DOSB gewählt, ist von der 10. Mitgliederversammlung am Samstag in Dresden einstimmig für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden.

Alfons Hörmann zog in seiner Rede Bilanz nach seinem ersten Amtsjahr als DOSB-Präsident und gab Ausblicke für die zukünftigen Aufgaben des Dachverbandes. Foto: Ronald Bonss

Der 54-Jährige rief die rund 400 Delegierten im Internationalen Congress-Center an der Elbe zur Geschlossenheit und Mitarbeit bei den vielen künftigen Aufgaben auf. Als wichtigstes Projekt nannte Hörmann die Olympiabewerbung. "Olympische und Paralympische Spiele haben die Kraft, eine neue Wahrnehmung des Themas Sport zu schaffen", sagte Hörmann, bevor die Versammlung einstimmig den Grundsatzbeschluss fasste, sich um Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben.

Der alte und neue Präsident hob die besondere Stärke der Sportbasis hervor, "um die uns zu recht weltweit viele beneiden". Es sei beeindruckend, "was Sportdeutschland täglich leistet". Die Ausgangsbasis sei zwar stabil. "Aber die Vielzahl von Aufgaben und anspruchsvollen Themen wird erkennbar eher zunehmen", sagte Hörmann. "Wir schaffen das nur, wenn alle an einem Strang ziehen."

Die Stärke des DOSB, die Stärke Sportdeutschlands, sei auch und gerade ein Verdienst seines Vorgängers und DOSB-Ehrenpräsidenten Thomas Bach. Der DOSB werde "die vorbildlichen Reformen", die er als neuer IOC-Präsident initiiert habe und nun in Monaco auf den Weg bringen wolle, nach besten Kräften weiter unterstützen. "Die Vorschläge seiner Olympischen Agenda 2020 sind ein großer und wichtiger Schritt und zugleich eine gute Wegbeschreibung in eine bessere olympische Zukunft", sagte Hörmann.

Hörmann nannte die zusätzlichen Sportfördermittel von 15 Millionen Euro, die der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für das Jahr 2015 gegenüber dem ursprünglichen Haushaltsansatz bewilligte, "eine wertvolle und wichtige Hilfe für den deutschen Sport und eine Chance auf dem Weg nach Rio und darüber hinaus". Er dankte den Bundestagsabgeordneten Martin Gerster und Norbert Barthle und auch dem Sportausschuss des Bundestages, "der diesen Aufwuchs unterstützt hat".

"Wir sind dankbar für das damit verbundene Vertrauen", sagte Hörmann. "Wer jedoch meint, dass damit unsere Probleme gelöst sind, der irrt - umso mehr stehen wir alle nun in der verantwortungsvollen Pflicht, unsere Hausaufgaben zu erledigen." Das werde keine leichte Aufgabe angesichts des großen Spannungsfeldes, "in dem wir alle stehen", ergänzte er.

Dazu gehöre auch "das gekonnte Ineinandergreifen der Zahnräder", ein besseres Vernetzen etwa der Institutionen des Sports wie Olympiastützpunkte, dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft, der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte, des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und auch der Trainerakademie.

"Wir müssen einen sehr gekonnten, einen möglichst goldenen Mittelweg finden zwischen Breite und Konzentration. Und dabei müssen wir  uns auch selbstkritisch fragen: Wo ist vielleicht ein Weniger am Ende mehr?“, erklärte Hörmann und ergänzte in diesem Zusammenhang auch: "Wir lassen keine Verbände fallen wie es im Fall Curling bisweilen kolportiert worden ist." Vielmehr zeige der DOSB in konstruktiven Gesprächen Alternativen auf, "als Hilfe zur Selbsthilfe".

Hörmann nahm die Hinweise von Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu diesem Thema auf und erklärte: "Nur wenn wir diese Fragen schlüssig beantworten und eine aktive Hochleistungsstrategie entwickeln, werden wir uns dauerhaft in der Weltspitze halten."

Dabei könne auch eine Olympiabewerbung helfen. Mehr als fünf Jahrzehnte nach den letzten Spielen in Deutschland sei es einfach an der Zeit, die Jugend der Welt wieder zu uns einzuladen und ihr ein fröhlicher und weltoffener Gastgeber zu sein, sagte der DOSB-Präsident. Das täte nicht nur dem Sport, sondern der gesamten deutschen Gesellschaft gut. Deshalb freue sich der Sport sehr über die Unterstützung der Bundesregierung, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière zuvor vor der Versammlung bekräftigt hatte.

Die mit Berlin und Hamburg gemeinsam entwickelten Konzepte seien sozusagen die folgerichtige Antwort auf die Vorschläge der Olympischen Agenda 2020, "über die wir uns sehr freuen, weil sie unsere Ansichten bestärken", sagte Hörmann und dankte beiden Städten, "die schlichtweg olympiareif agieren".

Sportdeutschland, das habe er in unzähligen Gesprächen immer wieder gespürt und erfahren, "Sportdeutschland will Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland", ergänzte er. "Und ich bin sicher: Sportdeutschland kann Olympia."

Hörmann stellte auch als Antwort auf den Bundesinnenminister noch einmal klar: "Wir begrüßen ein Anti-Doping-Gesetz, das wir unter anderem mit unserem Beschluss bei der letztjährigen Mitgliederversammlung ausdrücklich gefordert haben." In der Grundtendenz gehe der jetzt vorliegende Entwurf genau in die Richtung, die sich der Sport vorstelle. Es packe wichtige Neuerungen an, stärke die NADA und verankere die Schiedsgerichtsbarkeit gesetzlich.

Die Punkte, "die uns aus der praktischen Verantwortung für den Sport Sorge machen", werde man verantwortungsbewusst und sachgerecht mit der Politik im Zuge der Anhörung diskutieren.

"Dabei werden wir unser gemeinsames Ziel, einen kompromisslosen Kampf gegen Manipulation im Sport, immer im Blick behalten", sagte der Präsident und sprach von einem "schockierenden Bild", dass sich aufgrund der jüngsten Anschuldigungen in Russland ergebe. "Die passende Antwort darauf kann nur sein: Wir müssen national wie international mit aller Konsequenz für die Sauberkeit des Sports kämpfen", sagte Hörmann und begrüßte deshalb auch ausdrücklich die Gesetzesinitiative, die de Maizière zum Thema „Manipulation“ vorgestellt hatte.

Opens external link in new windowDie Beschlüsse der DOSB-Mitgliederversammlung 2014 gibt es hier >>>

(Quelle: DOSB)


 
 

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