Starke Allianz gegen den Oberschenkelhalsbruch

30.01.2013

Vertreter von vier Organisationen unterzeichneten jetzt in Berlin eine Absichtserklärung für ein flächendeckendes Angebot eines wirksamen Sturzpräventionstrainings.

Ältere Menschen bis ins hohe Alter gesund und mobil zu halten, dass will der Zusammenschluss erreichen. Foto: picture-alliance

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), der Deutsche LandfrauenVerband, der Deutsche Turner-Bund und das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart mit seinem Medizinischen Forschungsinstitut wollen ein wissenschaftlich begleitetes, flächendeckendes Angebot eines wirksamen Sturzpräventionstrainings für ältere, auf dem Land lebende Menschen nach dem Ulmer Modell etablieren. Dazu unterzeichneten hochrangige Vertreter der vier Organisationen im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin eine Absichtserklärung. Die Kooperation wird vom Deutschen Olympischen Sportbund unterstützt.

Die Versicherten der SVLFG sind häufig bis in hohe Alter mobil und verrichten Arbeiten, bei denen sie den ganzen Tag auf den Beinen sind. Dementsprechend hoch ist auch die Zahl der Sturzunfälle.

Ein Oberschenkelhalsbruch als Sturzfolge verursacht hohe Kosten und großes persönliches Leid; für viele Seniorinnen und Senioren bedeutet dies das Ende ihrer Mobilität.

Um Stürze und damit Sturzfolgen zu verhindern, wollen

  • die SVLFG,
  • der Deutsche LandFrauenverband (dlv),
  • der Deutsche Turner-Bund (DTB) und
  • das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart mit seinem Medizinischen Forschungsinstitut

zusammenarbeiten.

Sie streben die Etablierung eines wissenschaftlich begleiteten, flächendeckenden Angebotes eines wirksamen Sturzpräventionstrainings für ältere, auf dem Land lebende Menschen nach dem Ulmer Modell an. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) unterstützt die Kooperation.

Die SVLFG möchte, dass bald  alle Versicherten der Landwirtschaftlichen Krankenkasse von diesem Angebot Gebrauch machen können – egal, ob sie in Flensburg oder in München wohnen, egal, ob sie in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder in der Waldwirtschaft tätig waren.

 „Das Kursangebot muss speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sein, die sich in einem landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Lebensumfeld bewegen. Ein solches Leben, eingebunden in den Arbeitsalltag eines  Unternehmens, stellt andere Anforderungen an die oder den Einzelnen als zum Beispiel ein Leben in Berlin Mitte das tut. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Kurse genau auf unseren Versichertenkreis zugeschnitten sind!“ erklärt Leo Blum, Vorstandsvorsitzender der SVLFG.

Starke Partner

Um qualitativ hochwertige Sturzpräventionstrainings auf dem Land etablieren zu können, hat sich die SVLFG starke Unterstützer gesucht.

Die Landfrauen, die auch die Antreiber für dieses wichtige Vorhaben waren, stehen der SVLFG bei der Organisation und Durchführung der Kurse in den Dörfern zur Seite und rühren die Werbetrommel, damit die Betroffenen auch daran teilnehmen. „Ohne ihr umfangreiches soziales Netz, das bis in die kleinsten Orte reicht, könnten wir nie so viele Menschen erreichen“, freut sich Leo Blum anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung.

Agnes Witschen, Präsidiumsmitglied im Deutschen LandFrauenverband und Mitglied der ehrenamtlichen Selbstverwaltung der SVLFG, unterstreicht das Engagement der Landfrauen für die Kooperation: „Die Mobilität unserer älteren Menschen zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe und für uns Landfrauen eine Herzensangelegenheit. Wir haben bereits gute Erfahrungen mit Sturzpräventionskursen gemacht und wissen: Sturzprävention kann dazu beitragen, diese Mobilität zu erhalten“.

Mit dem Deutschen Turner-Bund hat die SVLFG einen Partner an der Seite, der über hochqualifizierte Trainerinnen und Trainer verfügt.

„Gerade bei der Sturzprävention zeigt sich, dass Netzwerke notwendig sind, um ältere Menschen bis ins hohe Alter gesund und mobil zu halten“, erklärt Frank Ebel, Mitglied des DTB-Präsidiums. Das Gesundheitssportangebot des Deutsche Turner-Bundes im Bereich Bewegung sei flächendeckend, wissenschaftlich abgesichert und sozialverträglich, so Ebel weiter. „Gerade ältere Menschen profitieren davon. Knapp über eine Million Mitglieder in den DTB-Vereinen sind über 60 Jahre alt.“ Auch der Deutsche Olympische Sportbund begrüßt und unterstützt die Kooperation.

Allen Beteiligten ist wichtig, dass das Projekt wissenschaftlich begleitet wird. Prof. Dr. Clemens Becker, Chefarzt am Robert Bosch-Krankenhaus mit Medizinischem Forschungsinstitut: „Die Trainings müssen geeignet sein, die Muskelkraft von älteren Menschen zu steigern, ihr Gleichgewicht und ihre Koordination zu schulen und die Multitaskingfähigkeit zu fördern. Erfolgreich waren wir, wenn wir nachweisen können, dass die Teilnehmer ihre Mobilität erhalten oder sogar steigern konnten und dass die Versichertengemeinschaft der SVLFG weniger Geld für Heilbehandlung, Rehabilitation und Pflege ausgeben muss“.

(Quelle: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau)


 
 

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