(Mehr) Jugend ins Olympia-Boot

28.10.2015

Die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 bieten auch für Jugendliche viele Chancen. Eine noch aktivere Einbindung der Jugend in die Bewerbung kann daher nur förderlich sein, findet Autorin Ulrike Spitz.

Jugendliche können vielfach von Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Hamburg profitieren. Foto: LSB NRW

Jugendliche können vielfach von Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Hamburg profitieren. Foto: LSB NRW

„In die Zukunft der Jugend investieren durch Sport“ - das ist das Leitmotiv der Deutschen Sportjugend (dsj). „Wo kann man das besser  verwirklichen, als wenn man Olympische und Paralym-pische Spiele plant?“, fragte dsj-Vorstandsmitglied Lisa Druba beim Hauptausschuss in Düsseldorf, der stark vom Thema Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Deutschland geprägt war. Druba bekam einmütig Zustimmung auf ihre Frage. Nicht nur, weil die Hauptakteure in neun Jahren heute Kinder und Jugendliche sind, sondern weil der Nutzen der Spiele wie Teilhabe durch allgemeinen Zugang zum Sport, die Schaffung von Vorbildern, Identifikation, hoher Freizeitnutzen, Investition in Bildung und Erziehung, sozialer Zusammenhalt und vieles mehr gerade auch der Jugend zugute kommen wird. Das ist vielen (noch) zu wenig bewusst.

Dass die dsj deshalb das Aktionsprogramm „jugend.macht.sport – generation 2024“ zur Unterstützung der Bewerbung startet mit einem dsj-Kongress „Hamburg 2024“ im nächsten Jahr sowie einem dsj-Jugendevent 2017, passt perfekt. Schließlich sind Vielfalt und Teilhabe ein wichtiges Anliegen der Bewerbung, weshalb eine noch aktivere Einbindung der Jugend nur förderlich sein kann. Bernhard Schwank, Direktor Sport und Internationales bei der Bewerbungsgesellschaft, stellte die olympischen und paralympischen Momente wie die des friedlichen Zusammentreffens von Menschen aus konfliktbehafteten Gebieten, wie die des über sich Hinauswachsens, des Identifizierens mit Vorbildern oder wie die der puren Freude am Sport in den Mittelpunkt. „Gerade die Jugend macht in diesen Momenten wichtige Erfahrungen fürs Leben“, sagte Schwank.

„Ein Programm von der Jugend für die Jugend“, wünscht sich Martin Schnitzer vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck, der in Düsseldorf das Impulsreferat hielt, „und es muss so sein, dass Jugendliche freiwillig und gerne mitmachen.“ Das sollte kein Problem sein. Zu dieser Erkenntnis kam, wer Solveig-Freya Ostermann zuhörte, wie sie begeistert über ihre Erfahrungen im Sport, z.B. als Teilnehmerin an dsj-academy camps berichtete. Sie habe so viel gewonnen durch ihre ehrenamtliche Arbeit im Sport, sagte Ostermann,  Freundschaften in aller Welt geschlossen, viel gelernt und erfahren: „Man kann direkt sehen, wie viel Kraft der Sport hat.“ Sie spricht von sozialer Nachhaltigkeit und träumt dabei auch von einem  Olympischen Jugendlager 2024 mit Jugendlichen aus allen Ländern  und allen Schichten, z.B. auch mit obdachlosen Jugendlichen, für die sie neben dem Sport ebenfalls ehrenamtlich arbeitet.

Nimmt man noch dazu, dass gerade Olympische und Paralympische Spiele auch viele Freiwillige anregen kann, sich dauerhaft ehrenamtlich im Sport zu engagieren, kommt das einerseits ohnehin der Jugendarbeit zugute und kann andererseits zudem ein Motivator für junge Menschen werden, sich zu engagieren – in den Sportvereinen und -verbänden, in Jugendverbänden und vielleicht sogar im außersportlichen Bereich.

Je mehr junge Menschen die dsj noch ins Olympia-Boot holen kann, desto besser.  Bei Olympischen und Paralympischen Spielen kommen schließlich alle Generationen zusammen und begeistern sich für eine Sache – aber zweifellos zählt die Jugend zur wichtigsten Gruppe. 

(Autorin: Ulrike Spitz)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


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