Hand-OP beeinträchtigt Heidemann

09.02.2012

Für Olympiasiegerin Britta Heidemann und das deutsche Degenteam geht es beim Weltcup in Doha fast um alles. Eine Hand-OP könnte die Qualifikation für London 2012 gefährden.

Britta Heidemann muss um ihre Olympiaqualifikation kämpfen. Foto: picture-alliance

Ein arthroskopischer Eingriff kurz vor Weihnachten hat die Vorbereitung der Degenspezialistin empfindlich gestört. "Das war natürlich keine schöne Nachricht. Es sind Schmerzen in der Hand aufgetreten, und ich musste mich spontan operieren lassen", sagte Heidemann dem Sport-Informations-Dienst (SID) vor dem ersten Weltcup des Jahres in Doha: "Ich habe aber jetzt kein ungutes Gefühl, sondern bin eher erleichtert. Vielleicht hätte es sonst jetzt sein müssen. Von daher war es eine glückliche Entscheidung."

Dennoch konnte Heidemann vor dem drittletzten Mannschaftsturnier des Qualifikationszeitraums erst in den letzten Wochen wieder ins Training einsteigen. Und da auch Imke Duplitzer deutlich länger als gedacht an den Folgen ihres Sturzes bei der WM in Catania laborierte, bleibt der "Seuchenvogel" der deutschen Mannschaft offenbar treu. Beim ersten Weltcup im vergangenen Jahr war bereits Marijana Markovic das Kreuzband gerissen. Als Konsequenz aus der verletzungsbedingt kurzen Vorbereitung verzichten in Doha sowohl Heidemann als auch Duplitzer auf den Einzelwettbewerb. "Wir alle wollen nach London. Wir sind als Weltranglistenerste in die Qualifikation gegangen", sagte Heidemann: "Nachdem 2011 nicht glücklich verlaufen ist, ist das jetzt eine neue Phase der Motivation. Ich freue mich auf die Herausforderung".

Diese Jetzt-erst-recht-Einstellung ist auch nötig, denn ohne drei Topergebnisse bei den Turnieren in Doha, Barcelona und St. Maur/Frankreich könnte der Traum der Deutschen von der Olympiateilnahme schneller beendet sein als gedacht. Zwar liegt das Team in der aktuellen Weltrangliste noch auf dem zur Olympiateilnahme berechtigenden fünften Platz, doch sind dort noch Erfolge mitberechnet, die in der Endauswertung gestrichen werden. In der inoffiziellen Qualifikationswertung belegen die Deutschen nach vier von sieben Wettbewerben Platz elf.

Nur wenn sich die Mannschaft für London qualifiziert, dürfen auch drei Fechterinnen im Einzel starten. Sonst führt nur der deutlich schwierigere Weg über die Einzelweltrangliste oder eine Kontinentalausscheidung nach London. Dort darf aber nur eine Deutsche starten. "Es gibt keinen Automatismus, wer dort antritt", betont Sven Ressel, Leiter Koordination/Kommunikation beim Deutschen Fechter-Bund (DFeB).

Im Falle einer verpassten Mannschaftsqualifikation dürfte die Nominierung für diese letzte Chance somit für Diskussionsstoff sorgen. Denn momentan ist in der Weltrangliste die WM-Siebte Monika Sozanska beste Deutsche - und nicht Heidemann oder Duplitzer.

(Quelle: SID)


 
 

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