Integration: „Ich glaube nach wie vor daran, dass wir das schaffen.“

27.01.2016

Das Thema Integration dominierte am Dienstag die 12. Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in der DZ-Bank am Pariser Platz in Berlin.

Wolfgang Ochs, Vereinsvorsitzender des Siegervereins VfL Bad Wildungen, ermöglicht Flüchtlingen kostenfreie Mitgliedschaften im Verein. Foto: wirkhaus

Ein Großteil der geehrten Sportvereine hat Projekte mit und für Flüchtlinge im vergangenen Jahr in den Fokus ihrer Vereinsarbeit gerückt. Damit haben sie auch deutlich untermauert, dass in den Sportvereinen die Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylsuchende aktiv gelebt wird.

„Ich möchte noch ein Wort an die Bundeskanzlerin richten“, sagte Wolfgang Ochs, der für seinen Verein VfL Bad Wildungen gerade die Siegertrophäe „Großer Stern des Sport in Gold“ aus den Händen von Angela Merkel entgegengenommen hat. „Bitte lassen sie sich in ihrer Flüchtlingspolitik nicht beirren, gemeinsam ist das zu schaffen!“

In dem Verein aus Hessen haben sie die besten Erfahrungen mit der Willkommenskultur gemacht, denn „die Idee eines friedlichen Miteinanders vereint die Flüchtlinge und uns“, sagt der Vereinsvorsitzende. Seit 2014 haben Flüchtlinge die Chance, die Sportangebote des Vereins kostenlos zu nutzen. Dafür sind die Vereinsvertreter aktiv auf die Menschen in ihren Unterkünften zugegangen, haben sie auf ihre Angebot angesprochen und ihnen Sprachpaten als Begleiter für Behördengänge zur Seite gestellt.  „Unser Anliegen war es, die Wohnsituation der Flüchtlinge zu entspannen“, sagt Ochs. „Wir geben  ihnen die Möglichkeit, Stress abzubauen, sich durch Bewegung abzulenken und dabei Spaß zu haben.“ Durch die Kontakte zu den anderen Vereinsmitgliedern lernten sich alle gegenseitig besser kennen. „ Die deutsche Sprache lernen sie beim Sport ganz ungezwungen und fast nebenbei“.

Auch die Kanzlerin ist überzeugt, dass Deutschland die ankommenden Menschen erfolgreich integrieren kann. „Ich glaube nach wie vor daran, dass wir das schaffen“. Merkel verschwieg aber auch nicht, den großen Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland reduzieren zu müssen: „Daran arbeiten wir zurzeit“. Sie richtete ihren Dank an die Vereine, die sich „trotz einiger Widrigkeiten nicht in ihrem Engagement entmutigen lassen“. Die Kanzlerin betonte auch, der Staat dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und müsse „geeignete Rahmenbedingungen für das Ehrenamt“ schaffen. Das Ehrenamt sei etwas, was Deutschland auszeichnen und „worauf wir alle stolz sein können“.

Das hörte auch der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, gerne, der hervorhob, dass Integration seit vielen Jahren in den Vereinen eine zentrale Rolle spiele, weil Sport alle Sprachen spreche. „Viele, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, bestätigen uns, dass der Sport im Verein wichtig für sie war, um aus der Isolation oder einer Parallelgesellschaft heraus und ins Leben wieder hinein zu kommen.“ Mittlerweile engagierte sich circa 30 Prozent der Vereine täglich mit Integration. Und der selbe Prozentsatz an Migranten sei heute in den „Vorstandsteams“ eingebunden. „Darin sieht man, dass das nicht nur auf dem Platz funktioniert“.

Die Diskussionen um die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft beschäftigen auch die Partner des DOSB beim Bundeswettbewerb um die „Sterne des Sports“, die Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). 18 Millionen Mitglieder in über 1000 Geschäftsstelle repräsentiere die gesamt Bandbreite der Gesellschaft, so Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbandes. Er sprach auch die Probleme im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen an, hob aber hervor, dass „die Themen sich nicht lösen lassen, indem man Talkshows anschaue oder sich von irgendjemanden aufwiegeln lässt.“ Am Ende komme es darauf an, dass „wir alle unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und etwas tun.“

(Quelle: DOSB)

 
 

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