Mögliche Angebote für Aktionen vor Ort
Ein 1,5 - 2stündiger Schnupperkurs sollte aktiv gestaltet werden. Die Teilnehmerinnen können einfache Techniken ausprobieren und haben dabei Erfolgserlebnisse. Der Verein kann neue Mitglieder für den Kampfsport oder eigene SV-Angebote werben.
(Musterstunde siehe unten)
Inhalt:
- Kurzer Theorieteil: Gewalt gegen Frauen / sexualisierte Gewalt gegen Frauen, Notwehrrecht (ggf. Expertin aus einer Beratungsstelle oder Frauenhaus anfragen)
- Rollenspiel zur Selbstbehauptung (ggf. Situation von Teilnehmerinnen aufgreifen)
- einfache Selbstverteidigungstechniken
- Auf örtliche Beratungsstellen, Notrufe und Frauenhäuser hinweisen (Kontaktadressen in der regionalen Zeitung oder bei der Gleichstellungsstelle, ggf. Flyer besorgen)
- Auf weitergehende Angebote im eigenen Verein hinweisen
Checkliste zur Durchführung:
- Kursleitung klären (möglichst weibliche Leitung, ggf. Vertretung einplanen)
- Ort: nicht einsehbarer Raum (gegen „Ich wollte nur mal gucken.“), möglichst keine Dreifachturnhalle, ggf. angenehme Raumtemperatur abklären, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln klären, möglichst beleuchteter Parkplatz und übersehbarer Zugang zur Halle
- für Frauen günstige Zeit auswählen, ggf. Kinderbetreuung anbieten
- Teilnehmerinnenzahl in Abhängigkeit von der Raumgröße festlegen (12 - 18 Frauen)
- ggf. Anmeldefrist
zu viele Anmeldungen: Warteliste anlegen und ggf. zweites Angebot
zu wenig Anmeldungen: ggf. Termin verschieben und noch einmal werben
- Kosten für Leitung und Räume klären, ggf. Teilnahmebeitrag erheben
- Kontakte vor Ort mit den Beratungsstellen / Frauenhäusern aufnehmen und einladen
- auf lockere Sportkleidung, warme Socken hinweisen
- Werbematerial erstellen und rechtzeitig auslegen, Zeitung und Rundfunk einbinden
- Angebot beim DOSB melden
Bei Tagesveranstaltungen können neben dem SB/SV-Angebot auch andere gesundheitsorientierte Kurse oder SB/SV für Jungen und Männer angeboten werden. Verpflegung anbieten.
Ein mehrwöchiger Kurs bietet Gelegenheit zum ausführlichen Üben und Vertiefen der Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechniken in einfachen und schwierigen Situationen.
Eine Fachtagung zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ erfordert erfahrungsgemäß eine längere Vorbereitungszeit, um qualifizierte Referentinnen oder Referenten zu gewinnen und ansprechende Räumlichkeiten zu finden. Die Vorbereitung sollte mit den Frauenunterstützungseinrichtungen vor Ort erfolgen. Hier muss auch die Finanzierung geklärt sein, eventuell müssen Sponsoren (z.B. Krankenkassen, Sparkassen, städtische Fördertöpfe, Sportämter) gesucht werden. Verpflegung anbieten.
Aktuelle Informationen und Hinweise unter
www.aktiongegengewalt.dosb.de
Musterstunde für ein 1,5 - 2stündiges Aktionsangebot „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen“
Hinweis: Anrede Du/Sie klären, Namen der Teilnehmerinnen auf Etiketten oder Klebeband schreiben lassen
1. Anwärmen über ein Spiel
z.B. Atomspiel (alle laufen kreuz und quer, auf Zuruf „alle mit [gleicher Augenfarbe, aus dem gleichen Ortsteil, u.ä.] gehen zusammen“) oder
Reaktionsspiel (paarweise, gegenseitig Schultern berühren wollen und ausweichen)
2. Übungen zum Gleichgewicht
z.B. im Stand Hand-gegen-Hand-Ringen, wer zuerst einen Fuß raussetzt, hat verloren [oder laufen und auf Zuruf auf einem Bein stehen bleiben / oder laufen und auf Zuruf stabil in den Ballenstand]
Hintergrund: Wenn jemand mich aus dem Gleichgewicht bringt, z.B. durch eine verbale Belästigung oder einen körperlichen Übergriff, will ich möglichst schnell wieder ins Gleichgewicht kommen.
3. Übungen zur Stimme
z.B. ja-nein-Sagen (A sagt „ja“, B sagt „nein“ in verschiedenen Tonhöhen, Lautstärken und unterschiedlicher Körperhaltung, Rückmeldung der Partnerin, was wirkt)
„Hau ab“ (gegen die Wand, nicht gegen Personen, Blick in eigener Augenhöhe halten)
Hintergrund: Die eigene Stimme laut zu hören, ist oft ungewohnt. Viele Belästigungen können am Anfang durch eine klare Anweisung („Lassen Sie das!“), Blickkontakt, Mimik, Körperhaltung („Mit mir nicht!“) abgewehrt werden. Haltung durchhalten.
4. Handgelenksumklammerung
erst paarweise Lösungen suchen lassen (das fordert und fördert Intuition und Kreativität), dann vor allen zeigen und ggf. verbessern, auf 2-3 einfache Befreiungsmöglichkeiten für leichte und schwere Situationen konzentrieren, dann auch mit Technik gegen den Angreifenden üben
Schocktechniken für einfache Situationen
Variationen: Handgelenksumklammerung mit Daumen der greifenden Hand oben/unten, über Kreuz und/oder mit beiden Händen
5. Raum für Fragen
(ausgearbeitet von Marlis Gebbing, Deutscher Karate Verband)





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