Sport - Instrument der Entwicklungshilfe

Sport setzt wie kaum eine andere Aktivität Kräfte und Energien frei. Über sprachliche und kulturelle Barrieren, Bildungs-, Alters- und Geschlechtsunterschiede hinweg vermag er, Menschen anzusprechen, und steht für grundlegende Werte wie Respekt, Teamwork und Fairness. Sport und Spiel haben somit einen Wert an sich.

Mit seinen Eigenschaften bietet sich der Sport darüber hinaus als Mittel für Entwicklung an. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei äußerst vielfältig. Ob in kurzfristig angelegten Sofortmaßnahmen der humanitären Hilfe oder in langfristig, nachhaltigen Projekten zur Entwicklungszusammenarbeit; ob im lokalen, regionalen oder globalen Maßstab eingesetzt – Sport kann einen wichtigen Beitrag zum Erreichen von Entwicklungszielen leisten.

Als bedeutsamer globaler Faktor werden Förderung und Entwicklung des Sports heute von verschiedenen Akteuren vorangetrieben. Auf der einen Seite steht der Sport selbst mit seinen nationalen und internationalen Sportorganisationen wie z.B. dem IOC oder der FIFA. Auch die Wirtschaft in Gestalt von Sportartikelherstellern, Veranstaltern, Medienunternehmen und Sponsoren ist hier zu nennen. Ihr Anliegen ist die möglichst globale Entwicklung des Sports, die Förderung spezieller Sportarten und die Erschließung neuer Märkte.

Auf der anderen Seite steht die Entwicklungsgemeinschaft mit Akteuren wie Regierungen und Entwicklungsorganisationen. Sie sehen den Sport vor allem als wirkungsvolles und kosteneffizientes Mittel für das Erreichen von Entwicklungszielen. Sport ist hier ein Instrument unter anderen.

Es lässt sich also ein Interesse an der Entwicklung des Sports bzw. der Internationalen Sportförderung unterscheiden von der Entwicklung durch Sport. Während beide Stoßrichtungen zunächst miteinander unvereinbar schienen, hat sich heute die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich beide Ansätze sehr gut ergänzen können. Nicht zuletzt teilen die Sportwelt und die Entwicklungsgemeinschaft gemeinsame Grundwerte.

Als ein herauragendes Beispiel für die gerade beschriebene erfolgreiche Vernetzung von Sportentwicklung und Entwicklung durch Sport eignet sich das Internationale Jahr der Leibeserziehung und des Sports 2005. Der folgende Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterLink zum UN-Jahr beschreibt das entwicklungspolitische Potenzial des Sports. Sport kann der Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Integration, der Friedensförderung, Konfliktprävention und Konfliktbewältigung, Gesundheitserhaltung und Gesundheitsförderung sowie der wirtschaftlichen Entwicklung und der Mobilisierung dienen.

Auch wenn sein Potenzial unerschöpflich erscheint, ein Allheilmittel ist der Sport trotz allem nicht. Vielmehr ist er immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. So können beispielsweise Geschlechterrollen im Sport verstärkt oder neu verhandelt werden. Projekte zur Entwicklung durch Sport müssen sich dieser möglichen Ambivalenz bewusst sein und sie in ihre Konzeption und Umsetzung einbeziehen. Geschieht dies, übertreffen die positiven Aspekte des Sports die negativen bei weitem.

 
 

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