Rahmenbedingungen ausgesuchter Bundesländer
In diesem Bereich werden die regionalisierten Einflüsse des demographischen Wandels auf den Sport statistisch untermauert. Am Beispiel der Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen wird klar, dass die bevölkerungsstrukturellen Veränderungen der kommenden Jahre die Vereine und Verbände teils erheblich beeinflussen werden. Nachwuchsmangel und gesellschaftliche Alterung sind aufgrund der Bevölkerungsstruktur in den gewählten Beispielen mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Der demographische Wandel ist deutschlandweit zweifelsfrei Realität geworden.
1.) Baden-Württemberg schneidet im Vergleich aller Bundesländer am besten ab. So das Ergebnis der vieldiskutierten Studie "Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen?" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung aus dem Jahr 2006. Gleich 12 der 20 insgesamt am besten bewerteten Landkreise entfallen hiernach auf den Südwesten Deutschlands. In puncto Wirtschaft und Bildung werden landesweit Bestnoten erreicht, was sich förderlich auf den Zuzug junger, gebildeter Menschen aus anderen Regionen der Bundesrepublik auswirkt. – Import einer positiven Bevölkerungsstruktur.
2.) Als bevölkerungsreichstes Bundesland ist Nordrhein-Westfalen im gesamtdeutschen Gefüge von hoher Bedeutung. Das vom industriellen Strukturwandel besonders betroffene Ruhrgebiet ist die wohl größte demographische "Problemzone" im Westen der Bundesrepublik. Anders das Bild weiter südlich: Im Düsseldorf-Köln-Bonner-Raum werden die Vorzeichen insgesamt als deutlich besser eingestuft. Auch der Nordosten des Bundeslandes ist laut der Studie des Berlin-Instituts bevorteilt.
3.) Brandenburg verkörpert exemplarisch den längst fortgeschrittenen demographischen Wandel im Osten Deutschlands. Der Geburteneinbruch nach der Wende, die Binnenabwanderung vieler junger Menschen und zurückbleibende Ältere bilden hier einen erheblichen Teil der Veränderungen, von dem nicht zuletzt die Sportvereine nachhaltig betroffen sein werden.
4.) Als Bundeshauptstadt und einer von drei deutschen Stadtstaaten ist Berlin aus demographischer Sicht doppelt interessant. Die politische Hoffnung auf Wirtschaftsboom und Zuzug im Anschluss an die Wiedervereinigung muss inzwischen als nicht zutreffend bezeichnet werden. Den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge wird Berlin dadurch demographisch an Boden verlieren. Bis 2020 wird voraussichtlich die Einwohnerzahl moderat von derzeit 3,4 auf rund 3,3 Millionen sinken. Bis 2040 sehen die Berechnungen einen Rückgang auf rund 3 Mio. voraus.






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