Tipp des Monats: Sport ist auch für Diabetiker kein Tabu

26.07.2012

In der Ausgabe Juli/August 2012 von "Gesund + fit" gibt es Informationen zum Thema "Sport ist auch für Diabetiker kein Tabu".

Dieses Gerät misst den Insulinwert vor und nach sportlicher Betätigung. Foto: Andrea Bowinkelmann / LSB NRW

Lange galt die Zuckerkrankheit oder auch Diabetes (mellitus) als ausschließliches Leiden der älteren Bevölkerung. Doch mittlerweile ist Diabetes längst kein Phänomen der Alten mehr. Vielmehr sind immer häufiger junge Menschen - sogar Kinder - davon betroffen. Sport muss dabei aber kein Tabu sein - wenn bestimmte Regeln beachtet werden. Welche das sind, wird in diesem Artikel beschrieben.

Diese kleine Artikelserie beschäftigt sich mit dem in Deutschland immer häufiger auftretenden Krankheitsbild des "metabolischen Syndroms". Im letzten Monat ging es um den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Sport. Heute wird das für das metabolische Syndrom typische Krankheitsbild der Typ-2-Diabetes in den Blickpunkt genommen.

Was ist Diabetes überhaupt?

Der Diabetes mellitus gehört mit rund sieben Millionen Patienten und mit einer vermutlich ebenso hohen Dunkelziffer nicht identifizierter Zuckererkrankungen zu den größten Volkskrankheiten in Deutschland. Diabetes ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der die Konzentration von Zucker im Blut erhöht ist. Diabetes ist dabei ein Sammelbegriff für verschiedene Formen dieser "Zuckerkrankheit" bzw. für verschiedene Störungen des Kohlehydratstoffwechsels. Wenn man von Diabetes spricht, hat man jedoch in aller Regel die Typ-1- oder Typ-2-Diabetes im Kopf. Beide Formen haben gemeinsam, dass die Prozesse der Bereitstellung von Energie (also Zucker) aus der Nahrung für die Zellen und der Speicherung von Energie gestört sind. Dies liegt entweder daran, dass die Prduktion des dafür notwendigen Hormons Insulin nicht richtig funktioniert oder aber die Körperzellen zunehmend unempfindlich auf das Insulin reagieren.

Insulin ist ein Hormon, es wird von der Bauchspeicheldrüse gebildet und in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Besonders hoch ist die Insulinproduktion direkt nach dem Essen, denn das Hormon hat die Aufgabe, sich Andockstellen an den Zellen, also zum Beispiel Muskel-, Fett- oder auch Leberzellen, zu suchen. Dort angedockt sorgt es dafür, dass die Zellen dies als Signal dafür verstehen, Zucker (Glucose) aus dem Blut in die Zellen einzuschleusen, weil dieser dort als Energielieferant benötigt wird. In den Zellen ist der Zucker also vonnöten, während er in zu hohen Konzentrationen im Blut nichts zu suchen hat, weil er dort - wenn die Konzentration dauerhaft zu hoch ist - Schaden anrichtet. So verursacht er Verklebungen der Blutkörperchen oder auch kleinsten Blutgefäße und führt auf Dauer zu Organschädigungen.

Unterschied Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes

Bei der Typ-1-Diabetes kommt es zu einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese können mit Beginn des selbstzerstörerischen Autoimmunprozesses des Körpers erst immer weniger, irgendwann dann gar kein Insulin mehr bilden, das heißt, es liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Diese Form des Diabetes entsteht meist im Kindes- und Jugendalter. Bis die Erkrankung den Patienten auffällt, vergeht oft viel Zeit, weil typische Krankheitssymptome wie Durst, häufiges zur Toilette müssen etc. erst auftreten, wenn die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen schon sehr weit fortgeschritten ist.

Typ-1-Diabetiker müssen Insulin von außen zugeführt bekommen. Auch Typ-1-Diabetiker können Sport treiben, wie bekannte Beispiele, z.B. Fußballer Dimo Wache oder Gewichtheber Matthias Steiner, zeigen.

Beim Typ-2-Diabetes sind die Muskel-, Fett- und Leberzellen unempfindlich gegenüber dem Insulin, sie verstehen also die Botschaft nicht oder nur unzureichend, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Diese kann zwar angeboren sein, wird aber meist erst im Laufe des Lebens erworben, z.B. durch ein permanent zu reichhaltiges und zuckerreiches Essen. Dadurch wird dauerhaft für eine extrem hohe Insulinausschüttung gesorgt und die Empfindlichkeit der Rezeptoren an den Zellen nimmt ab oder ihre Zahl wird sogar reduziert. Das vom Körper produzierte und ausgeschüttete Insulin reicht dann nicht mehr aus, um den Zucker abzubauen.

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