Deutsche Sportjugend erinnert der Opfer des Nationalsozialismus

„!Nie wieder“ – Der Appell der Überlebenden der Konzentrationslager ist aktueller denn je.

Vereine zeigen Flagge gegen Rassismus und Gewalt Foto: Netzwerk "!Nie wieder"
Vereine zeigen Flagge gegen Rassismus und Gewalt Foto: Netzwerk "!Nie wieder"

Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee zum 75. Mal. Allein in Auschwitz ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Die meisten von ihnen waren Jüdinnen und Juden, aber auch mehr als 21.000 Sinti*zze und Roma*nia kamen dort um. Unter den Nazis galten Sinti und Roma ähnlich wie Juden als rassisch minderwertig. Sie wurden systematisch erfasst, zu schwerster Arbeit oder medizinischen Experimenten gezwungen sowie in Konzentrationslager deportiert. In ganz Europa starben nach vorsichtigen Schätzungen mehrere hunderttausend Sinti und Roma an den Verfolgungsmaßnahmen des NS-Systems.

Nur wenige haben den unmenschlichen Terror überlebt. 

Die Befreiung des NS-Vernichtungslager Auschwitz ist der Anlass, in Anteilnahme und Respekt der Menschen zu gedenken, die auf Grund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung vom nationalsozialistischen Terrorregime und von deutschen Bürgerinnen und Bürgern ausgegrenzt, entwürdigt, verfolgt und ermordet wurden. Von den Überlebenden ging die Botschaft aus: Nie wieder! 

Leider hat an vielen Stellen auch der gemeinnützige, organisierte Sport an der Umsetzung der nationalsozialistischen Ideologie und gezielten Ausgrenzung von Bürgerinnen und Bürgern mitgewirkt: Mitglieder wurden aus der Vereinsfamilie ausgeschlossen und dem Naziterror preisgegeben. 

Gegen den aktuellen Antiziganismus

Sinti*zze und Roma*nia sind bis heute von Diskriminierung betroffen.

Auch im Fußball gab und gibt es einige, die entweder aus Gedankenlosigkeit, Unkenntnis oder aus schierem Rassismus das negative Klischee der „Zig*“ pflegen. Man schmäht einzelne Spieler mit diesem Begriff oder skandiert menschenverachtende Parolen.

Jud*innen, Migrant*innen und andere als „fremd“ titulierte Menschen werden tätlich angegriffen. Die antisemitisch motivierten Morde von Halle im Oktober 2019 waren nur das jüngste Beispiel dafür. Auch Sinti und Roma fühlen sich von dieser Entwicklung bedroht, befürchten, zu den nächsten Opfern zu gehören.

Aus diesen Gründen hat der diesjährige „Erinnerungstag im deutschen Fußball“, angestoßen vom Netzwerk „!Nie wieder“, die Ausgrenzung der Sinti und Roma zu einem Schwerpunktthema gemacht. 

Auch der Vorstand der Deutschen Sportjugend schließt sich dieser Initiative an und richtet sich gegen jene, die den Sport auch heute mit antiziganistischen, aber auch antisemitischen und rassistischen Parolen und Aktionen vergiften und missbrauchen.

Benny Folkmann, 2. Vorsitzender der dsj: „Das, was innerhalb der Strukturen des Sports im Nationalsozialismus getan oder unterlassen wurde, darf sich niemals wiederholen. Wir sagen: ‚Nie wieder!‘. Hierfür müssen wir mit allen Kräften sorgen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Heute ist der gemeinnützige, organisierte Sport ein offener Ort der Begegnung. Er setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte und für ein demokratisches Zusammenleben ein und engagiert sich aktiv gegen Ausgrenzung und eine Spaltung der Gesellschaft.“

Die Deutsche Sportjugend und die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ stehen für eine Kultur des Verstehens und für ein demokratisches Gemeinwesen, in dem die Würde jedes Menschen geachtet und verteidigt wird.  

Die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ist ein Netzwerk, das aus Fangruppen, Fanprojekten, antirassistischen Bündnissen, Amateur- und Profivereinen, der DFL und des DFB sowie zahlreichen Institutionen aus der Zivilgesellschaft besteht. Es organisiert seit 16 Jahren ,,den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“, an den Spieltagen um den 27. Januar. Kernpunkte der Kampagne sind das mitfühlende Erinnern an das unendliche Leid, das Millionen Menschen in der NS-Zeit erfahren mussten, mit besonderen Blick auf die preisgegebenen Mitglieder der Fußballfamilie. 

Darüber hinaus versteht sich die Kampagne als historischen und politischen Lern- und Aktionsort, wo sich Menschen, die den Fußball lieben, generationsübergreifend, mit klugen und kreativen Aktionen im Stadion und in der Zivilgesellschaft für ein demokratisches, den Menschenrechten verpflichtetes Gemeinwesen engagieren.

(Quelle: dsj)


  • Vereine zeigen Flagge gegen Rassismus und Gewalt Foto: Netzwerk "!Nie wieder"
    Zwei Fußballvereine mit einem Plakat gegen Rassismus und Gewalt Foto: Netzwerk "!Nie wieder"

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