Faustballer gewinnen Krimi im Schlamm

Deutschland verteidigt Titel aus Cali gegen die Schweiz

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Foto: IWGA
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Foto: IWGA

Zwischendurch kamen sogar Bundestrainer Olaf Neuenfeld Zweifel. Als die Schweizer Gegner 3:1 nach Sätzen führten und dann im fünften Satz der Ball gleich zweimal einfach im Schlamm liegenblieb, anstatt von der Erde wie geplant hoch zu prallen zur Vorlage für einen Schmetterball seines Teams. Heute soll es wohl nicht sein, habe er gedacht – ehe die deutschen Faustballer dann doch noch die Wende schafften im Endspiel um World-Games-Gold in Breslau.

Es war eines der besten Endspiele, die sogar Harald Muckenfuß, der erfahrene Teammananger und Vizepräsident Leistungssport der Deutschen Faustball Liga, gesehen habe, wie er sagte. Nicht vom technischen Niveau her, das verhinderte der durchweichte Rasen, „aber vom Kampf und der Spannung her. Das war einfach großartig, was die Jungs geleistet haben.“

Auch ohne ihren im ersten Spiel verletzten Star Patrick Thomas haben die Faustballspieler damit ihren World-Games-Titel von 2013 aus Kolumbien verteidigt und ihren sechsten World-Games-Sieg insgesamt erreicht. In Breslau schlug die Mannschaft den ewigen Gegner Schweiz über sieben Sätze mit 4:3 (9:11, 7:11, 11:6, 7:11, 11:8, 12:10, 11:9) und hatte zum guten Schluss mit 68:66 Punkten ganze zwei Zähler mehr erzielt als die Eidgenossen.

Insbesondere der wuchtige Schweizer Angreifer Lukas Lässer schien nach Belieben zu punkten mit Assen und variablen Schmetterschlägen. Mit Auszeiten versuchte Neuenfeld den Rhythmus zu brechen und vor allem Zuversicht zu verbreiten: „Es ist noch lange nicht Schluss.“

Doch dazu müssen sogar erst Matchbälle der Schweizer abgewehrt werden, um zumindest den Satzausgleich zu schaffen. Dann liefern sich Lässer und der Deutsche ‚Steve Schmutzler im Entscheidungssatz ein Aufschlagduell, bei dem den Teams die Asse nur so um die Ohren fliegen. Beide Teams spielen volles Risiko und liefern sich noch einmal spektakuläre Ballwechsel. Und erst als Lässer zwei Fehler unterlaufen, sind die Deutschen plötzlich vorn und nutzen gleich den ersten Matchball.

„Es ist einfach sensationell, dass wir das noch gewonnen haben“, sagte der Bundestrainer. „Am Ende hat die Mannschaft echte Willenskraft gezeigt. Für die Zuschauer hier und am Fernseher war es ein großartiges Finale. Hut ab vor meiner Mannschaft.“

 „Noch nie war die Chance auf einen Sieg gegen Deutschland so groß“, sagte der Schweizer Trainer Oliver Lang. „Am Ende war es vielleicht einfach die Angst vor dem Gewinnen. Deutschland dagegen konnte auf seine Erfahrung zurückgreifen und hatte nach dem Ausfall von Patrick Thomas nicht mehr viel zu verlieren.“ Und, weil auch eine solche Geste in diesem Sport dazugehört, ergänzte er: „Die Deutschen haben bewiesen, dass sie den besten Faustball der Welt spielen.“


  • Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Foto: IWGA
    Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Foto: IWGA

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