Deutsche Sportexpert*innen in aller Welt

Seit Anfang der 1960er Jahre fördern die deutschen Sportorganisationen die Entwicklung des Sports in Entwicklungs- und Schwellenländern. Im Rahmen dieser Internationalen Sportförderung wurden bislang weltweit über 1.500 Langzeit- und Kurzzeitmaßnahmen in über 130 Ländern durchgeführt.

Ermöglicht wird diese Projektarbeit durch die umfangreiche Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere des Auswärtigen Amtes, sowie durch die fachliche Assistenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes. Im Mittelpunkt der Förderung stehen die nachhaltige Entwicklung durch Ausbildung von einheimischen Fachkräften und der Aufbau von überdauernden Sportstrukturen. Darüber hinaus soll im Einvernehmen mit den jeweiligen Partnerländern und unter Berücksichtigung der dortigen ökonomischen und sozialen Bedingungen der Auf- und Ausbau moderner und selbständiger Sportsysteme gefördert werden. Hierzu werden individuelle, gemeinsam erarbeitete und speziell auf jedes Land zugeschnittene strukturbildende Maßnahmen entwickelt.

Angesichts der großen Erfolge, der ungebrochenen Nachfrage und des gestiegenen Stellenwerts internationaler Entwicklungsförderung hat der deutsche Sport das Ziel formuliert, dass ein Prozent des Haushaltes der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) der Internationalen Sportförderung zugute kommen sollte. 

Projekte

Im Jahr 2019 werden die Langzeitprojekte im Kosovo (Fußball) und in Bolivien (Leichtathletik) erfolgreich weitergeführt. Neu begonnen haben in 2018 Langzeitprojekte in Gambia (Fußball für Mädchen und Frauen) und 2019 in Botsuana (Fußballl). Zum erfolgreichen Abschluss kam nach vier Jahren das Projekt in Uruguay (Frauen- und Mädchenfußball). Parallel dazu wurden 12 Kurzzeitprojekte in 11 Ländern weltweit durchgeführt.

FÖRDERUNG DES FUSSBALLS FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN IN GAMBIA

Monika Staab, eine der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainerinnen sowie Pionierin des Frauenfußballs weltweit, ist seit Oktober 2018 in Gambia tätig, um dort den Frauenfußball voranzubringen. Ihr Anliegen ist es, Mädchen und Frauen zu diesem Sport auf dem Platz zu ermutigen. 
Fußball nimmt in Gambia einen sehr hohen Stellenwert ein, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Der Frauenfußball ist in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen und genießt Anerkennung in der Gesellschaft. Allerdings existiert weder ein Konzept zur Jugendförderung oder Talentsichtung, noch gibt es genügend Ausbildungszentren für Trainerinnen und Trainer.
Ziel des Projekts ist daher die Verbesserung des Fußballs auf regionaler und nationaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung des Fußballs für Mädchen und Frauen, sowie des Schulfußballs. Dafür werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, Workshops und Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer sowie für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durchgeführt. Es werden Trainingsmaßnahmen organisiert und die Talentförderung wird aufgebaut.   
Monika Staab arbeitet eng mit dem Partnerverband vor Ort, der Gambia Football Federation, zusammen. Das Fußball-Projekt in Gambia steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Michelle Müntefering

Strukturelle Verbesserung des Fussballs im Kosovo

Im Februar 2017 ist das LZP Kosovo unter der Leitung des Auslandsexperten Michael Nees angelaufen. Obwohl Fußball im Kosovo ein populärer Sport ist, fehlt es noch an Erfahrung, Know-how sowie personellen und finanziellen Ressourcen. Die Aufgabe des Experten ist es, den Fußball auf allen Eben voranzubringen. Neben den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen, Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen sollen auch Sportlehrer/innen erreicht und eingebunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei auch die langfristige Verbesserung der Verbandsstruktur in allen relevanten Bereichen des Managements. Dazu gehören vor allem der Ausbau des bestehenden Senioren- und Jugendligasystems, sowie die Strukturierung eines Ausbildungssystems für Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen. Insbesondere die Entwicklung des Frauenfußballs soll durch die Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen vorangetrieben werden. Durch die Einbindung der regionalen Fußballverbände soll das Projekt landesweit die Strukturen der FFK (Football Federation of Kosovo) stärken.     

Leichtathletikförderung in Bolivien

Seit Dezember 2017 wird das DOSB-Langzeitprojekt in Bolivien vom Leichtathletikexperten Oliver Scheer geleitet. In Zusammenarbeit mit der Federación Atlética de Bolivia (FAB) sowie dem Sportministerium ist der Projektleiter beratend in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Südamerikanischen Spiele 2018 in Cochabamba (Bolivien) tätig. Weitere Schwerpunkte bilden die Verbesserung der internen Verbandsstrukturen sowie strategische Optimierungsansätze (Wettkampfplan, Administration, Marketing/Sponsoring, etc.). Diese Aufgaben setzt Projektleiter Scheer mit dem FAB sowie den insgesamt neun Landesverbänden um, welche u.a. mit Trainer- und Kampfrichterfortbildungen sowie der Ausbildung von Multiplikatoren in den Bereichen Training, Wettkampf, Kampfrichterwesen sowie Administration flankiert werden sollen. Davon soll sowohl die Kinder- und Jugendleichtathletik als auch der Spitzensport der bolivianischen Leichtathletik profitieren. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die duale Karriere (Ausbildung und Sport) zu fördern, um den „Drop-Out“ einer Vielzahl talentierter Athleten zu reduzieren.

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