Sportdeutschland und der globale Sport

Gemeinsam haben das nationale und das internationale Sportsystem den Nährboden für eine weltweit besondere Vielfalt geschaffen.

IOC-Präsident Thomas Bach (r.) beim Besuch des Deutschen Hauses bei den Olympischen Spielen in PyeongChang mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: picture-alliance
IOC-Präsident Thomas Bach (r.) beim Besuch des Deutschen Hauses bei den Olympischen Spielen in PyeongChang mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: picture-alliance

Zwei sehr unterschiedliche Themen haben in den vergangenen Tagen Sportdeutschland und die internationale Sportbewegung ganz besonders berührt: die Wiederwahl des ersten Deutschen im Amt des IOC-Präsidenten und die (Vor-)Entscheidung gegen Rhein-Ruhr als potenziellem deutschen Olympia- und Paralympics-Bewerber für 2032 wenige Tage zuvor.

Medien formen Stars und Mega-Events im Sport. Doch das Bild, das sie dabei vom Sport zeichnen, ist bekanntermaßen nicht immer vollständig, denn Mega-Events und Stars im Sport sind nur ein Teil einer vielfältigen Sportgemeinschaft, die von unterschiedlichen sportlichen Ansätzen und Formen geprägt ist.

Der Sport ist im Alltag Hoffnungsträger und Lebenselixier, ein Garant für die Verbesserung der Lebensqualität vieler Menschen und eine der tragenden Säulen des Gemeinwohls. Doch der Sport hat sich auch im Einklang mit unserer Gesellschaft entwickelt. Hier stechen Themen wie Teilhabe aller, Inklusion, Integration, Fair Play, Respekt und Gemeinschaftssinn besonders hervor.

Erst in mehr als 100 Jahren hat sich der globale Sport im Zusammenspiel von Verbänden, Nationen und deren Aktiven und Repräsentant*innen zu dem entwickelt, was er heute darstellt. Deutschland hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts zu einer Sportnation entfaltet, die mit 27 Millionen Mitgliedschaften in 90.000 Vereinen und Millionen von Ehrenamtlichen über eine einzigartige Infrastruktur mit hoher gesellschaftlicher Relevanz verfügt und Vorbildfunktion im globalen Sport besitzt.

Gemeinsam haben das nationale und das internationale Sportsystem den Nährboden für eine weltweit besondere Vielfalt geschaffen. Sie umfasst unterschiedliche olympische und nicht-olympische Sportarten, Eventsport wie Meisterschaften und Ligen, fördert Spitzen- und Breitensport und leistet daneben einen wichtigen Beitrag zur Wertevermittlung im Sport und der Olympischen Bewegung. Es gibt von der Durchführung Olympischer Spiele bis hin zu entwicklungspolitischen Maßnahmen im Rahmen von Olympic-Solidarity-Programmen und der Betreuung von Flüchtlingsteams zahllose Beispiele für eine erfolgreiche Kooperation untereinander.

Heute haben die internationale Sportgemeinschaft und Sportdeutschland zusammen große Herausforderungen vor sich. Mehr noch als sonst erleben sie in der Coronakrise, dass sie aufeinander angewiesen und dazu aufgerufen sind, gemeinsam die Freude an der Bewegung wieder zu wecken und die positive, integrative und verbindende Seite des Sports zu betonen.

Der Schutz der Aktiven, die Planung verantwortbarer Karrieren und die Gestaltung von Trainings- und Wettkampfstätten sind nur einige der Faktoren, an denen ihr Handeln gemessen werden. Die Herausforderungen für nationale und internationale Verbände ähneln sich. Dabei geht es nicht zuletzt um den Erhalt des gewachsenen Bestands auf internationaler Ebene wie auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Eine von Vertrauen geprägte, faire bewährte Partnerschaft zwischen Sportdeutschland und der internationalen Sportgemeinschaft, die im Einzelfall auch besonderen Belastungen standhalten muss, bleibt eine wichtige Voraussetzung hierfür. Die Zukunft des globalen Sports und die Frage, welche Rolle Deutschland bei dessen Gestaltung spielen möchte, wird für die Verantwortlichen im In- und Ausland gewiss eine große Rolle spielen. Dabei geht es nicht nur um Mega-Events und ihre Repräsentant*innen, sondern um eine ganzheitliche Betrachtungsweise der gesellschaftlichen Rolle und Bedeutung des Sports.

(Autorin: Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • IOC-Präsident Thomas Bach (r.) beim Besuch des Deutschen Hauses bei den Olympischen Spielen in PyeongChang mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: picture-alliance
    DOSB-Präsident Alfons Hörmann und IOC-Präsident Thomas BAch vor einer Wand mit Fotos von Sportler*innen Foto: picture-alliance

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