Eine Botschaft von Hoffnung und Zuversicht

2016 nahm erstmals ein Team aus Geflüchteten an den Olympischen Spielen teil. Auch in Tokio wird dieses Team die Botschaft von Hoffnung und Zuversicht von Menschen auf der Flucht verbreiten.

Das Team der Geflüchteten 2016 in Rio beim Einmarsch der Nationen. Foto: picture-alliance
Das Team der Geflüchteten 2016 in Rio beim Einmarsch der Nationen. Foto: picture-alliance

79,5 Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren, das ist ein Prozent der Weltbevölkerung. Erschütternde Zahlen - ein trauriger Rekord.*)

Unter den Geflüchteten sind auch viele Sportler*innen. Einige von ihnen haben ihre Heimatländer auf internationalen Wettkämpfen vertreten und Medaillen errungen. Da ihre Trainingsstätten durch Krieg zerstört wurden oder sie sich in ihren Heimatländern nicht mehr sicher fühlten, haben sie sich auf eine oft beschwerliche und riskante Flucht ins Ausland begeben.

In Deutschland haben sie vielfach auch dank zahlreicher ehrenamtlich Engagierter in den Vereinen eine neue Heimat gefunden. Vereinsvorstände, Trainer*innen, Mannschaftskamerad*innen und -kameraden - viele unterstützen sie in ihrem Bemühen, ihrem Sport wieder nachgehen zu können, teilweise auch auf Hochleistungsebene. Acht solcher Topathlet*innen erhalten derzeit ein Stipendium des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das ihnen zusätzlich helfen soll, in Deutschland auf Spitzenniveau trainieren zu können. Der DOSB betreut damit aktuell mehr Flüchtlingsstipendiat*innen als jedes andere NOK auf der Welt.

Aus der Gruppe der derzeit insgesamt 55 Stipendiat*innen hat das IOC am 8. Juni das Refugee Olympic Team für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio 2016 hatte das IOC eine solche Mannschaft ins Leben gerufen, um auf die Situation von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen aufmerksam zu machen und um all jenen, die ihre Heimat verlassen mussten, Zuversicht zu geben, dass es sich lohnt, auch in Zeiten von Perspektiv- und Orientierungslosigkeit persönliche Ziele und Träume weiter zu verfolgen.

Diese Botschaft soll auch heute - und dann insbesondere während der Olympischen Spiele diesen Sommer - in die Welt getragen werden. Es ist die Botschaft von Hoffnung und Zuversicht vieler Millionen von Menschen auf der Flucht. Und es ist gleichzeitig die Botschaft von der integrativen Kraft des Sports, wie sie in unseren rund 90.000 Vereinen und weltweit in Millionen von Clubs und Verbänden tagtäglich gelebt wird. Dieser wertvolle Beitrag des Sports für ein friedliches, sich gegenseitig unterstützendes Miteinander kann nicht hoch genug geschätzt werden!

*) Quelle: UNHCR, letzte offiziell herausgegebene Zahl Dez. 2019

(Autorin: Katrin Grafarend, Ressortleiterin Internationales im DOSB)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.

 


  • Das Team der Geflüchteten 2016 in Rio beim Einmarsch der Nationen. Foto: picture-alliance
    Das Refugee Olympic Team beim Einmarsch zu den Olympischen Spielen in Rio 20216 mit Fähnchen mit Olympischen Ringen Foto: picture-alliance

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