Jana Majunke gewinnt ihr zweites Gold

Nach dem Mega-Mittwoch sorgt Dreiradfahrerin Jana Majunke (li.) im Team D für einen goldenen Lichtblick - die Aufholjagd im Medaillenspiegel blieb vorerst aus.

Jana Majunke (li.) und Angelika Dreock-Käser stehen nebeneinander auf dem Podium und zeigen stolz ihre Gold- bzw. Silbermedaille. Foto: picture-alliance
Jana Majunke (li.) und Angelika Dreock-Käser stehen nebeneinander auf dem Podium und zeigen stolz ihre Gold- bzw. Silbermedaille. Foto: picture-alliance

Jana Majunkes strahlendes Lächeln durchbrach sogar die dichte Nebelwand. Mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit trotzte die Dreiradfahrerin dem Wetterchaos auf dem Fuji International Speedway und sackte völlig durchnässt ihre zweite Goldmedaille ein. Mit ihrem Triumph sorgte die Cottbuserin für den goldenen Lichtblick im Team D - die erhoffte Aufholjagd im paralympischen Medaillenspiegel blieb nach einem Tischtennis-Drama jedoch aus.

Nur Majunke knüpfte an den Mega-Mittwoch von Tokio mit vier deutschen Triumphen an. Und wie! Die 31-Jährige radelte im Straßenrennen über 26,4 km allen davon und lag beim deutschen Doppelsieg 2:42 Minuten vor Teamkollegin Angelika Dreock-Käser. "Das ist ganz besonders. So richtig fassen kann ich es nicht, besser kann es nicht laufen", sagte die aufgelöste Majunke, die bereits im Zeitfahren nicht zu schlagen gewesen war.

Fassungslos waren auch die Tischtennisspieler Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger, anders als Majunke aber "todesenttäuscht". Minutenlang kauerte Schmidberger nach dem 1:2 gegen China auf einem Stuhl. Der 29-Jährige hatte im entscheidenden Match eine 2:0-Satzführung aus der Hand gegeben. "Es tut mir todesleid für Thomas", sagte er mit Tränen in den Augen: "Jetzt haben wir Silber, aber es fühlt sich an wie ein letzter Platz." Brüchle machte seinem Teamkollegen aber "keine Vorwürfe. Wir gewinnen und verlieren zusammen", sagte er. Die Enttäuschung sei "gerade riesengroß, wir waren das zweite Mal so nah dran." Bereits in London und Rio waren die Chinesen zu stark gewesen.

Auch die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen erlebten eine Enttäuschung. Die Mannschaft von Trainer Dennis Nohl musste nach der 42:52 (25:26)-Niederlage im Halbfinale gegen Welt- und Europameister Niederlande ihren Goldtraum begraben. Im Spiel um Bronze trifft das deutsche Team am Samstag auf China oder die USA. "Die Niederlage ist bitter und unnötig. Es ist ärgerlich, weil nicht viel gefehlt hat. Wir müssen jetzt im Bronze-Spiel gewinnen, damit wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren", sagte Nohl. Die deutsche Auswahl hatte 2008 in Peking und 2016 in Rio jeweils Silber gewonnen, 2012 in London hatten sie noch triumphiert.

Im Aquatics Center sorgte Schwimmer Josia Topf für Aufsehen. Der 18-Jährige, der keine Arme und Knie sowie zwei unterschiedlich lange Beine hat, zog mit der besten Zeit ins Finale ein. Im Endlauf war der Erlanger bei seiner Paralympics-Premiere allerdings chancenlos und wurde Fünfter. Vor den Sommerspielen in Tokio hatte er harsche Kritik geübt: Topf fühlt sich falsch klassifiziert - die anderen in seiner Startklasse seien weniger eingeschränkt. Er würde jede Medaille für die Normalität eintauschen, sagte Topf vor seinem Wettkampf in der ARD. Es sei "einfach scheiße, behindert zu sein".

Rennrollstuhlfahrerin Merle Menje konnte nach ihrem achten Platz über die 400 m nicht klagen. "Ich kann zufrieden sein. Es war das primäre Ziel, ins Finale zu kommen", sagte Menje. Mit der Universalstaffel hat sie noch eine weitere Chance.

Am Freitag gehen mit Johannes Floors über 400 m und Irmgard Bensusan über 100 m zwei Goldkandidaten für Deutschland an den Start, auch Kanute Tom Kierey und Radfahrerin Denise Schindler haben Medaillenchancen.

(Quelle: SID)


  • Jana Majunke (li.) und Angelika Dreock-Käser stehen nebeneinander auf dem Podium und zeigen stolz ihre Gold- bzw. Silbermedaille. Foto: picture-alliance
    Jana Majunke (li.) und Angelika Dreock-Käser stehen nebeneinander auf dem Podium und zeigen stolz ihre Gold- bzw. Silbermedaille. Foto: picture-alliance

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