Von Peking nach Mailand & Cortina d´Ampezzo

Eva Werthmann zieht eine persönliche Bilanz ihrer ersten Olympischen Spiele als DOSB-Pressesprecherin.

Zum Abschluss versammelten sich die Fahnenträger*innen im Pekinger National Stadion, dem sogenannten Vogelnest. Foto: picture-alliance
Zum Abschluss versammelten sich die Fahnenträger*innen im Pekinger National Stadion, dem sogenannten Vogelnest. Foto: picture-alliance

Das waren sie nun also, meine ersten Olympischen Spiele als Pressesprecherin des Deutschen Olympischen Sportbundes. 26 Tage habe ich hier in Peking, genauer gesagt in Yanqing, verbracht. 26 Tage mit täglichen PCR-Tests, mit fast täglichen Pressekonferenzen, mit viel Arbeit und wenig Schlaf und mit vielen beeindruckenden Athlet*innen mit ihren inspirierenden Geschichten.

Es waren außergewöhnliche Olympische Spiele unter allseits diskutierten schwierigen Rahmenbedingungen. In Peking, Yanquing und Zhangjiakou schien es streckenweise, als würden die Mitglieder des Team D ihre Leistungen auch gegen Um- und Widerstände, gegen die Pandemie und gegen das problematische politische Umfeld ertrotzen müssen. Ja, es lag ein Schatten über unserer Zeit in China, den wir nicht wegdiskutieren können. Und dennoch blitzte der olympische Geist, die olympische Begeisterung immer wieder auf.

Da stürmte ein Vinzenz Geiger aus der Isolation als Close Contact zur Goldmedaille, da begeisterten Katharina Hennig und Victoria Carl mit einer überraschenden Goldmedaille im Langlauf-Team-Sprint, da raste eine 21-jährige Hannah Neise kaltschnäuzig zur ersten Skeleton-Goldmedaille bei den Frauen, da gewinnt Eric Frenzel nach 10 Tagen Quarantäne doch noch eine Silbermedaille im Team.

Diese Geschichten, diese herausragenden Leistungen motivieren und inspirieren Kinder und Jugendliche, Breitensportler*innen und Ehrenamtliche, ihre Zeit, ihre Energie, ihre Leidenschaft in den Sport zu investieren. Genau hier treffen Spitzensport und Breitensport aufeinander, genau das macht für mich die olympische Idee aus.

Die Geschichten des Team D müssen aber auch erzählt werden, damit sie das bewirken können: einerseits durch die zahlreichen deutschen Medienvertreter*innen vor Ort, die das Team D kritisch aber fair begleitet haben und deren Arbeit wir mit (fast) täglichen Pressekonferenzen, Interview- und Schaltangeboten tatkräftig unterstützt haben. Andererseits haben wir selbst über unsere Social- Media-Kanäle die olympischen Geschichten transportiert und sind auf großen Widerhall gestoßen: die kräftig gestiegenen Zugriffszahlen zeigen, dass wir nicht nur die bestehenden Fans halten, sondern viele neue Fans hinzugewinnen konnten, gerade auch in der jüngeren Generation.

Ab heute blicken wir nach vorne und freuen uns auf Olympische Spielen im Herzen von Europa, in Paris 2024 und Mailand & Cortina 2026. In vier Jahren werden der olympische Geist und die olympische Begeisterung wieder in ganz anderer Art und Weise zu spüren sein.

(Autorin: Eva Werthmann, Leiterin Verbandskommunikation)


  • Zum Abschluss versammelten sich die Fahnenträger*innen im Pekinger National Stadion, dem sogenannten Vogelnest. Foto: picture-alliance
    Fahnenträger*innen der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2022 in Peking Foto: picture-alliance

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