50 Jahre Olympische Spiele München 1972

Mit einem Jubiläumsempfang feiert der DOSB die Spiele der XX. Olympiade, die vor 50 Jahren, vom 26. August bis zum 11. September 1972. in München , Kiel und Augsburg stattfanden.

Einweihung der Olympischen Ringe im Münchener Olympiapark mit v.l. Anton Biebl, Leiter Kulturreferat München, Miriam Welte, DOSB-Vizepräsidentin, Thomas Bach, IOC-Präsident, Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, Hans-Joachim Borzym, Silbermedaillen-Gewinner Rudern 1972 München und Verena Dietl, Sport-Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Foto: DSM / picture-alliance / Frank May
Einweihung der Olympischen Ringe im Münchener Olympiapark mit v.l. Anton Biebl, Leiter Kulturreferat München, Miriam Welte, DOSB-Vizepräsidentin, Thomas Bach, IOC-Präsident, Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, Hans-Joachim Borzym, Silbermedaillen-Gewinner Rudern 1972 München und Verena Dietl, Sport-Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Foto: DSM / picture-alliance / Frank May

IOC-Präsident Thomas Bach, DOSB-Vizepräsidentin Miriam Welte und Marion Schöne, die Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, enthüllten zudem am Freitag im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Münchner Olympiapark eine Skulptur der Olympischen Ringe.

Miriam Welte stellte auf dem Empfang die von München ausgehenden und bis heute wirkenden Impulse für den deutschen Sport in den Vordergrund: „Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel Gutes aus diesen Olympischen Spielen 1972 für den Sport in Deutschland entstanden ist und wie viel Begeisterung in der Bevölkerung damals für den Sport, die Olympischen Spiele und die Olympische Idee geweckt worden ist.“ Zum Erbe Münchens gehören die Stiftung Deutsche Sporthilfe, das System der Olympiastützpunkte, die Trimm-Dich-Kampagne, die Soziallotterie GlücksSpirale, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, der Sportausschuss des Bundestages oder der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. Zudem intensivierte die DDR, die in München vor dem Hintergrund der wachsenden Konkurrenz beider deutscher Staaten erstmals mit eigener Hymne und Fahne antrat, vor und nach den Spielen von München ihre Förderung des Spitzensports und baute z.B. das heutige olympische und paralympische Trainingszentrum Kienbaum aus.

Marion Schöne, Geschäftsführerin Olympiapark München: „Auch wenn es 50 Jahre gedauert hat, bis die Olympischen Ringe – dieses starke Symbol – heute ihren dauerhaften Platz im Olympiapark München gefunden haben, so wird der Spirit der mit den Ringen untrennbar verbunden ist, hier bis heute gelebt. Im Olympiapark trifft eine große Vergangenheit auf eine lebendige Gegenwart. Das friedliche Beisammensein von Menschen steht wie vor fünf Jahrzehnten bei all unserem Tun im Fokus. Die Spiele 1972, präsentierten sich heiter, weltoffen und gastfreundlich, bis zum schrecklichen Attentat am 5. September. Die Erinnerungen und Erlebnisse der Olympischen Spiele sind unser Vermächtnis, das wir innovativ in die Zukunft führen.“

Mit Ulrike Nasse-Meyfarth, Klaus Steinbach, Peter Schmidbauer und Shlomo Levy erinnerten sich eine Olympiasiegerin, ein Silbermedaillengewinner und späterer Sportfunktionär, ein Volunteer und ein Betreuer und Dolmetscher der israelischen Olympiamannschaft an großartige Erfolge, heitere Spiele und die schwärzeste Stunde der Olympischen Spiele, dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft am 5. September, dem 11 Athleten und Betreuer sowie ein deutscher Polizeibeamter zum Opfer fielen. 

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Mahmut Özdemir, Miriam Welte, Claus Niederalt (Präsident Lotto Bayern) und Turner Lukas Dauser warfen einen Blick auf München damals und heute und gingen der Frage nach, wie die Spiele die Stadt und die Sportwelt in Deutschland beeinflusst und gestaltet haben. Mahmut Özdemir sagte: „Unser Sport transportiert und lebt Werte. Wenn es gelingt, bei einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele diese Werte wie Nachhaltigkeit, Menschenrechte und internationalen Frieden in den Vordergrund zu stellen und diese von der Bevölkerung mitgetragen werden, dann erhalten der autonome Sport, die Sportfachverbände und der DOSB jede Unterstützung, die die Bundesregierung geben kann.“ 

Münchens nachhaltige Spiele prägen die Stadt und den deutschen Sport bis heute

Zu der zur Finanzierung der Spiele gegründeten Lotterie GlücksSpirale sagte Claus Niederalt: „Auch die erfolgreiche Lotterie GlücksSpirale ist ein Kind von München 72. Sie trägt das Logo der Spiele, fördert den Sport seit über 50 Jahren und trägt seitdem mit sage und schreibe mehr als 805 Millionen Euro dazu bei, dass Vereine und Verbände in Deutschland Sport und Bewegung ermöglichen können. Die GlücksSpirale ist stolz, so seit ihrer Gründung 1970 nachhaltig den Sport unterstützen und gleichzeitig viele Spielteilnehmer glücklich machen zu können.“ 

Den Blick in die Zukunft warfen mit Lisa Kraft und Tobias Kray zwei der jungen Engagierten aus Sport und weiteren gesellschaftlichen Feldern, die in einem offenen Diskussionsformat/Barcamp Erwartungen an künftige Olympische und Paralympische Spiele formuliert hatten und die Ergebnisse präsentierten: „Wenn die olympische Idee in Deutschland erfolgreich sein will, müssen der DOSB und Gesellschaft unsere Generation mitnehmen. Eine gute Kampagne für Olympische Spiele darf Jugend nicht vergessen. Wir brauchen Räume zur Mitgestaltung, Möglichkeiten der Mitwirkung und ein Sprachrohr, über das wir unsere Vorstellungen einbringen können“, sagte Lisa Kraft.    

Zu den Gästen der Veranstaltung gehörten neben deutschen Olympionik*innen eine ungarische Delegation, angeführt von Pal Schmitt, Olympiasieger und ehemaliger ungarischer Staatspräsident, der Präsident der Europäischen Olympischen Komitees, Spyros Capralos (Griechenland) sowie die niederländischen, polnischen und tschechischen NOK-Präsident*innen.   

Im Anschluss an den Empfang weihten Thomas Bach und Miriam Welte gemeinsam mit deutschen Medaillengewinner*innen, die vor 50 Jahren für die Bundesrepublik sowie die DDR bei den Winterspielen von Sapporo und Sommerspielen in München angetreten waren, auf dem Dach der Kleinen Olympiahalle eine überdimensionale Version der Olympischen Ringe als so genanntes „Spectacular“ ein. Mit Blick auf das Zeltdach des Olympiastadions ergeben die Ringe ein spektakuläres Fotomotiv. Vergleichbare Installationen auf dem Gelände Olympischer Spiele aus der jüngeren Vergangenheit haben sich zu beliebten Selfie- und Fotospots entwickelt.  

In seiner Rede bei der Enthüllung der Olympischen Ringe hob IOC-Präsident Thomas Bach die Symbolkraft der Olympischen Spiele München 1972 hervor: „Sie stehen für das neue Deutschland der Nachkriegszeit. Bis ins kleinste Detail spiegelten Architektur und Konzeption dieser Spiele den Esprit von Offenheit, Freimut und Lebensfreude wider.“  

Zugleich erinnerte er an das Attentat auf die israelische Mannschaft, das „auch ein Anschlag auf die gesamte Olympische Gemeinschaft und ihre Werte“ gewesen sei. „Deshalb haben wir der israelischen Opfer und des deutschen Polizeibeamten mit einer Schweigeminute bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio gedacht. Heute wollen wir uns wiederum in ehrendem Gedenken vor den Opfern verneigen“, sagte der IOC-Präsident. 

Thomas Bach fuhr fort: „Trotz dieses feigen Anschlages hat das israelische NOK nie den Olympischen Spielen den Rücken gekehrt. Die israelischen Athletinnen und Athleten haben weiter an den Olympischen Spielen teilgenommen und sich zu der verbindenden Kraft der Olympischen Bewegung bekannt.“   

Die heute in München enthüllten Olympischen Ringe seien auch „ein Symbol der Beständigkeit der Olympischen Werte und der Widerstandsfähigkeit der Olympischen Spiele. Diese Olympischen Ringe sind deshalb nicht nur Erinnerung an die Olympischen Spiele München 1972, sondern auch ein Bekenntnis zur einenden Kraft des Sports und der daraus geschöpften Lebensfreude. Die Olympischen Ringe zeigen uns, dass Sport die Welt ein Stückchen besser machen kann, durch die Olympischen Werte der Solidarität und des Friedens, die stärker sind als alle Kräfte des Hasses und der Spaltung“, erklärte der IOC-Präsident. 

Er lobte zugleich das Erbe der Spiele. München sei eine Stadt der Lebensfreude und Sportbegeisterung: „Deshalb sind die Olympischen Ringe ein Symbol, mit dem sich die Münchner identifizieren können. Das zeigt sich auch daran, dass der Olympiapark bis heute von der Bevölkerung so begeistert angenommen wird. Seit 1972 fanden hier tausende Sport- und Kulturveranstaltungen statt. Mehrere hundert Millionen Besucher aus München und aus aller Welt haben den Olympiapark in ihr Herz geschlossen. München ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Olympische Spiele mit großer nachhaltiger Wirkung ausrichten kann.“  

Für die deutschen Medaillengewinner*innen setzen sich das Erinnern, Gedenken und Wiedersehen über das gesamte Wochenende fort:  

Am Freitagabend nehmen die Olympioniken an der Eröffnungsfeier des Festivals der Spiele, des Sports und der Kunst der Stadt München im Olympiapark teil. Am Samstagvormittag sind die Athlet*innen Teil der bunten Parade, mit der Münchner Vereine vom Stadtzentrum bis zum Olympiapark ihr München 72 feiern. Die Erinnerungen der Sportler*innen stehen auch im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion der Deutschen Olympischen Akademie (DOA), an der die Gruppe am Samstagnachmittag teilnimmt. Am Vormittag des Sonntag, 3.Juli 2022, kommt es im Olympischen Dorf zu einem Austausch mit den heutigen Bewohner*innen des Dorfes.  

(Quelle: DOSB)


  • Einweihung der Olympischen Ringe im Münchener Olympiapark mit v.l. Anton Biebl, Leiter Kulturreferat München, Miriam Welte, DOSB-Vizepräsidentin, Thomas Bach, IOC-Präsident, Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, Hans-Joachim Borzym, Silbermedaillen-Gewinner Rudern 1972 München und Verena Dietl, Sport-Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Foto: DSM / picture-alliance / Frank May
    Einweihung der Olympischen Ringe im Münchener Olympiapark mit v.l. Anton Biebl, Leiter Kulturreferat München, Miriam Welte, DOSB-Vizepräsidentin, Thomas Bach, IOC-Präsident, Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, Hans-Joachim Borzym, Silbermedaillen-Gewinner Rudern 1972 München und Verena Dietl, Sport-Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Foto: DSM / picture-alliance / Frank May

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