13. Sitzung des DOSB-Präsidiums am 7. September 2007 in Stuttgart

Seine 13. Sitzung führte das DOSB-Präsidium nach Stuttgart: Am Rande der Turn-Weltmeisterschaft tagte es im SpOrt Stuttgart, dem Sport-, Bildungs- und Dienstleistungszentrum des Landessportbundes Baden-Württemberg.

SpOrt Stuttgart
SpOrt Stuttgart

Gelegenheit auch für die Präsidiumsmitglieder, einige der spannenden Wettbewerbe dieser WM mitzuerleben.

Im Zentrum der Sitzung stand ein ausführliches Gespräch des Präsidiums mit dem Beirat der Aktiven, also neben Claudia Bokel (Fechten), die als dessen Vorsitzende Mitglied des Präsidiums ist, mit Christian Breuer (Eisschnelllauf), Marcel Goelden (Schießen), Jana Miglitsch (Minigolf) und Marion Rodewald (Hockey). Dabei wurde die Lage ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking, die Art und Weise der Verabschiedung der Olympiamannschaft, die Einführung eines Olympiapasses und die Schaffung einer Internet-basierten Kommunikationsplattform für das Team Olympia eingehend diskutiert. Marcel Goelden stellte seine Studie „Berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale von Spitzensportlern“ vor. Großen Raum nahm auch die Diskussion um den Kampf gegen Doping ein. Der Beirat der Aktiven betonte, dass es in den vergangenen Monaten aus seiner Sicht viel Positives initiiert wurde und auch der Zehn Punkte Anti Doping Plan des DOSB seine Wirkung entfalte.

Beschlossen wurde der Text der Athletenvereinbarung, die nach deren Nominierung mit allen Sportlerinnen und Sportlern abgeschlossen wird, die nach Peking entsandt werden. Kernpunkt: Wer des Dopings überführt wird, wird nicht nur sofort aus der deutschen Olympiamannschaft ausgeschlossen, sondern muss darüber hinaus dem DOSB die Entsendekosten erstatten.

In diesem Zusammenhang hat das Präsidium zwei wichtige Personalentscheidungen getroffen: Für die IOC-Athletenkommission – die zugleich die Mitgliedschaft im IOC begründet – hat es Claudia Bokel nominiert, für die Wahl zur WADA-Athletenkommission die Anti-Doping-Vertrauensfrau Meike Evers, Ruder-Olympiasiegerin.

Pressesprecher Gerd Graus stellte das neue Kommunikationskonzept des DOSB vor. Erste Hinweise darauf werden im Lauf der kommenden Woche im Internet nachvollziehbar sein: Die Homepage ist dann übersichtlicher und professioneller gestaltet. Nutzer finden schneller zum Ziel und können alle wichtigen Informationen rund um den Sport abrufen.

Präsident Bach und Generaldirektor Vesper informierten das Präsidium eingehend über zwei Gespräche mit Christian Ude, den Oberbürgermeister der Stadt München und Präsidenten des Deutschen Städtetages (DST), informiert. Zum einen ging es um die Kooperation mit dem DST, zu dessen Präsidenten Christian Ude wiedergewählt wurde. Dabei wurde Einvernehmen über  ein zu erstellendes gemeinsames Grundsatz- und Strategiepapier zur Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Sport erzielt, dasim kommenden Jahr, z. B. im Rahmen eines Kongresses, öffentlich vorgestellt werden soll. Zum anderen ging es um die mögliche Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 und um die Beschlussfassung auf der Mitgliederversammlung am 8. Dezember 2007. Die Mitgliederversammlung wird in Hamburg in den Räumen der Handelskammer stattfinden. Am Vortag tagen die „Fraktionen“, also die Spitzenverbände, die Landessportbünde und die Verbände mit besonderen Aufgaben sowie viele andere Gremien, am Freitag Abend lädt Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust zum Empfang. Die Mitgliederversammlung wird vermutlich ganz im Zeichen der möglichen Olympiabewerbung Münchens stehen.

Vizepräsident Walter Schneeloch berichtete über ein Gespräch, das er gemeinsam mit Generaldirektor Dr. Michael Vesper, Direktorin Dr. Karin Fehres und Beiratsmitglied Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer mit Ulla Schmidt, der Bundesministerin für Gesundheit, Ende August 2007 geführt hat. Die Ergebnisse waren erfreulich: Der Sport spielt nicht nur bei der Umsetzung der vom Gesundheitsministerium initiierten Kampagnen für mehr Bewegung eine zentrale Rolle, sondern auch im Entwurf des Präventionsgesetzes, das die Bundesregierung nun recht zeitnah auf den Weg bringen will. Klar ist, dass der Sportverein – nicht bloß die Sportstätte – Träger von Prävention ist und dass dies im Gesetz auch so zum Ausdruck kommt.

Eine positive Bilanz zog das Präsidium im Hinblick auf die insgesamt sieben Regionalgespräche, die am Rande der in Deutschland stattfindenden Weltmeisterschaften in Berlin (Moderner Fünfkampf), Duisburg (Kanu), Hamburg (Triathlon), Leipzig (Bogenschießen), München (Rudern), Stuttgart (Turnen) sowie der Europameisterschaft in Wetzlar (Rollstuhl-Basketball) mit Repräsentanten der Mitgliedsorganisationen geführt wurden. Nicht nur Dr. Ekkehard Wienholtz, der Sprecher der Landessportbünde, empfahl beim Hamburger Regionalgespräch, daraus eine ständige Übung zu machen, um den Austausch zwischen Präsidium und den Mitgliedsorganisationen zu erleichtern. Das Präsidium hält das für eine gute Idee und wird sie, wenn die Mitglieder daran interessiert sind, gern auch in den kommenden Jahren umsetzen.

Auch bei dieser Sitzung stand das Thema Anti-Doping auf der Tagesordnung. Das Präsidium nahm den Bericht der Projektgruppe Sonderprüfung Doping des Bundesinnenministeriums vom 31. Juli 2007 zur Kenntnis. Es bedauerte – und hat dies auch in einem Schreiben an Herrn Staatssekretär Hahlen zum Ausdruck gebracht –, dass der Bericht den betroffenen Verbänden erst recht spät zugestellt wurde – jedenfalls nachdem einige Medien bereits über ihn verfügten und daraus zitierten. Zudem bemängelte das Präsidium, dass den untersuchten Verbänden keine Gelegenheit gegeben wurde, zu den Sachverhaltsdarstellungen und Bewertungen der Projektgruppe vor Abgabe des Berichtes Stellung zu nehmen, wie das beispielsweise bei Prüfungen des Bundesrechnungshofes und der Landesrechnungshöfe selbstverständlich ist.

Die Zusammenfassung der Anti-Doping-Aktivitäten des DOSB, die dem Bericht dankenswerterweise beigefügt wurde, ist allen Mitgliedsorganisationen zeitnah zugegangen.

In diesem Zusammenhang hat das Präsidium noch einmal eine Verabredung bekräftigt, die bei unserem Spitzengespräch mit Minister Dr. Wolfgang Schäuble Ende Mai 2007 im Einklang mit unserem Anti-Doping-Aktionsplan getroffen haben: Die Spitzenverbände werden gemeinsam mit dem BMI künftig gebeten, erstmals für das Jahr 2007 ihre Anti-Doping-Aktivitäten in einem standardisierten Bericht zusammenzufassen, den dann die NADA als unabhängige Organisation auswertet. Natürlich geschieht dies in enger Kooperation mit Frau Dr. Christa Thiel, der Sprecherin der Spitzenverbände, und ihrer Sprechergruppe.

Darüber hinaus hat das Präsidium sich eingehend mit der Fülle von Auszeichnungen und Preisen beschäftigt, die die Vorgängerorganisationen des DOSB vergeben haben. Künftig soll dieses wichtige Feld übersichtlicher gestaltet und auch vereinheitlicht werden. Darüber hinaus will das Präsidium die Möglichkeit schaffen, verdiente Persönlichkeiten innerhalb und außerhalb des organisierten Sports zu ehren. Zu diesem Zweck will das Präsidium der Mitgliederversammlung eine Ehrenordnung vorlegen.

Der DOSB beabsichtigt künftig folgende Preise zu vergeben: Wissenschaftspreis des DOSB, Umweltpreis des DOSB, Ehrenamtspreis des DOSB, DOSB-Preis “Sterne des Sports”, Ethikpreis des DOSB, Frauenförderpreis des DOSB, Journalismus-Preis des DOSB und Trainerpreis des DOSB. Darin sollen die bisherigen Preise von DSB und NOK aufgehen.

Die Preise der dsj bleiben unverändert. Das „Grüne Band“ soll gemeinsam mit dem Partner reformiert werden. Hinzu kommen die unter Beteiligung des DOSB vom Bundespräsidenten verliehenen Auszeichnungen „Sportplakette“ und „Silbernes Lorbeerblatt“.

Bei den auf Initiative des IOC veranstalteten Wettbewerben

  • Schülermalwettbewerb anlässlich Olympischer Spiele,
  • Wettbewerb “Olympische Kunst & Sport”,
  • Olympischer Literatur-Wettbewerb sowie
  • Sport-Fotografie-Wettbewerb

soll die DOA um Durchführung gebeten werden.

Das Präsidium begrüßte darüber hinaus einen neuen Mitarbeiter begrüßt: Neuer Leiter des Berliner Büros wird ab 15. Oktober 2007 Herr Christian Sachs, derzeit noch für den Sport zuständiger stellvertretender Pressesprecher von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und zuvor sid-Büroleiter in Berlin. Er wird auch für den DFB tätig sein. Ihm zur Seite steht ab sofort Bernd Roeder, vor der Fusion Justitiar des NOK. Für Kontinuität sorgt Frau Sibylle Meimberg-Putzhammer, die seit langem für das Berliner Büro des deutschen Sports arbeitet. Im alten Haus in der Behrenstraße 24 wurden neue, großzügigere Räume bezogen, in die u. a. die DSM einziehen wird. Anfang November 2007 werden die Räume offiziell eröffnet.


  • SpOrt Stuttgart
    SpOrt Stuttgart

Diese Webseite nutzt Cookies

Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies, um Inhalte zu personalisieren, die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren und somit unser Angebot zu verbessern. Wir erheben dabei nur pseudonyme Daten, eine Identifikation erfolgt nicht. Ferner geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Webseite an unsere Partner für Werbung und Analyse weiter.