25 Jahre Sportökonomie in Deutschland

25 Jahre Sportökonomie an der Uni Bayreuth – 25 Jahre Sportökonomie in Deutschland.

25 Jahre Sportökonomie in Deutschland wurden jetzt an der Universität Bayreuth gefeiert. Foto: picture-alliance
25 Jahre Sportökonomie in Deutschland wurden jetzt an der Universität Bayreuth gefeiert. Foto: picture-alliance

Prof. Heinz-Dieter Horch, bis zum Frühjahr 2011 Leiter des Instituts für Sportöko-nomie an der Deutschen Sporthochschule in Köln und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Sportökonomie e.V., bestätigte auf dem 5. Bayreuther Sportökonomie-Kongress am vorigen Wochenende die Bayreuther Führungsrolle: „Bayreuth hatte einen sehr großen Entwicklungsvorsprung.“

Angefangen hatte alles mit Prof. Klaus Zieschang, der in Bayreuth die Sportwissenschaft und die Sportökonomie aufbaute, bis 2006 Inhaber des Lehrstuhls Sportwissenschaft I war und sich nun auf dem Kongress erinnerte: „Die Anfänge der deutschen Sportökonomie gehen auf meine Erfahrungen zurück, die ich 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles machte. Die Amerikaner waren uns bei der wissenschaftlich fundierten Verbindung von Sport und Wirtschaft weit voraus. Da lag noch ein Feld großer Chancen vor uns.“

In die Fußstapfen der ehemaligen Diplom-Sportökonomen treten seit 2007/8 die Bachelorstudenten. Der Mastersstudiengang wurde erstmals 2010/11 angeboten. Komplettiert wird das Studienangebot seit April 2010 durch den berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang MBA Sportmanagement. „Spökos“ nennen sich die Bayreuther Sport-Ökonomen.

Lob für den Studiengang "Sportökonomie"

Charakteristisch für das Bayreuther Sportökonomie-Studium ist die enge Verzahnung von drei akademischen Säulen – der Sportwissenschaft, der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft. Einer der Referenten auf dem Kongress lobte den Studiengang „Sportökonomie“: „Er passt sich den dynamischen Gegebenheiten des Marktes an, um seine Absolventen flexibel auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Neben theoretischen Grundlagen wird im Laufes des Studiums auch viel Wert auf praxisbezogene Einsätze gelegt.“

Auch die Auswahl der Referate machte den engen Praxisbezug deutlich. Weniger wissenschaftliche Theorie, dafür mehr Darstellung dessen, was aus der Uni kommend in der Wirtschaft umgesetzt wird, wurde dargestellt. Tobias Gröbner von der ISPO München schilderte die Bedeutung von Händlermessen für das Sportbusiness und merkte an: „Vor 14 Jahren habe ich noch als Student der Bayreuther Sportökonomie hier im Hörsaal gesessen. Jetzt darf ich hier meine Berufspraxis darstellen.“

Weitreichende Bedeutung Olympischer und Paralympischer Spiele

Die größte Aufmerksamkeit erfuhr Axel Achten, der Geschäftsführer der Deutschen Sport-Marketing (DSM) die für den Deutschen Olympischen Sportbund und den Deutschen Behindertensportverband die Verzahnung von Sport und Wirtschaft betreibt. Fünf Tage vor der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 war es für die Bayreuther Studenten hochinteressant, vom Vermarktungsexperten Achten zu hören, von welch weitreichender Bedeutung die Vergabe Olympischer und Paralympischer Spiele für eine Stadt und sogar für ein ganzes Land sei.

„Alleine die Vergabe der TV-Rechte bringen bezogen auf London 2012 mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar; die Winterspiele 2010 in Vancouver waren dem Fernsehen 1,1 Milliarden US-Dollar wert. 93 Prozent dieser Gelder kommen weltweit unmittelbar den Sport und seiner Weiterentwicklung zu gute“, erklärte Achten.

Sportliche Großereignisse, wenn sie richtig vermarktet werden, müssen längst keine Defizit-Veranstaltungen mehr sein. Achten: „Erinnern wir uns doch nur an Olympia in München 1972. Noch heute profitiert die Stadt von den damals vorgenommenen Investitionen, die weit über das aktuelle Ereignis hinaus gingen und sich heute noch auf die Infrastruktur, den Wohnungsbau oder den Freizeitwert der Stadt auswirken.“

Auch das Programm, mit dem München und Garmisch-Partenkirchen in die Bewerbung um die Winterspiele 2018 zogen, nannte Achten vorbildlich: „Bei der Planung war das unmittelbar sportbezogene Budget zwischen Ausgaben für alles, was mit den Wettkämpfe zusammenhing, und Einnahmen, die durch Eintrittsgelder, IOC-Zuschüsse und Eigenvermarktung durchaus ausgeglichen. Den weiteren Ausgaben ohne direkten Sportbezug standen wiederum der hohe Nachhaltigkeitswert langfristig auch dem Breitensport zugute kommenden Sportstätten, der Verbesserung der Straßen- und Schienensituation, dem Ausbau der Telekommunikation aber auch das spezielle Münchner Umweltschutzkonzept gegenüber. Diese praxisnahe Darstellung löste bei der neuesten Sportökonomen-Generation heftigstes Nachfrageinteresse aus.

(Autor: Hanspeter Detmer)


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