5. Europäische Frauensportkonferenz mit mehr als 200 Delegierten

Mit der Verabschiedung des "Berliner Memorandums" zur Zukunft der Frauen im Sport endete die 5. Europäische Frauensport-konferenz in Berlin, die

von mehr als 200 Delegierten aus über 30 Ländern der Welt besucht war. In diesem Memorandum sind die Zukunftsaufgaben der Europäischen Arbeitsgruppe "Frauen und Sport" (EWS) zusammengefasst. Ziel ist der weitere Ausbau einer modernen Sportkultur unter Berücksichtigung weiblicher und männlicher Sportinteressen. Dabei soll nach dem Prinzip des Gender Mainstreaming gearbeitet werden, das die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Voraussetzungen anstrebt.

Das Thema "Gender Mainstreaming" zog sich auch wie ein roter Faden durch die Berliner Veranstaltung, die den Schlusspunkt der zweijährigen Amtsperiode des Deutschen Sportbundes (DSB) im Vorsitz der Europäischen Arbeitsgruppe "Frauen und Sport" bedeutete. In Berlin übergab Dr. Christa Thiel, Vorsitzende des Bundesausschusses Frauen im Sport und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Sportbundes, die Leitung der Arbeitsgruppe an die Französin Chantal Amade-Escot.

Der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, dankte im Rahmen der Frauensportkonferenz seiner Präsidiumskollegin Dr. Christa Thiel für das zweijährige Engagement im EWS-Vorsitz. Von Richthofen stellte den Führungsanspruch der Frauen auf den verschiedenen verbands- und sportpolitischen Ebenen heraus. Dies sei ein Feld, das zweifellos noch intensiver als bisher bearbeitet werden müsse, bevor sich vor allem auch langfristige Erfolge einstellen. Der DSB-Präsident dankte auch dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Förderer des Berliner Kongresses.

Die zuständige Ministerin Dr. Christine Bergmann erinnerte daran, dass sich die Zahl der weiblichen Mitglieder in unseren Turn- und Sportvereinen im Jahr 2000 um rund 73.000 erhöht habe, während die Zahl der männlichen Mitglieder um 154.000 zurückgegangen seien. "Diese wachsende Zahl von Mädchen und Frauen bringt frischen Wind in die Vereine", sagte die Ministerin, die die Delegierten genau wie die EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, Viviane Reding, und die Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Brigitte Zypries, ermutigte, sich weiter für die Gleichstellung im Sport einzusetzen.

In ihrem Grundsatzreferat "Frauen und Sport in Europa – Entwicklungen und Perspektiven" zog Dr. Christa Thiel eine positive Bilanz der Arbeit der beiden letzten Jahre. Es sei gelungen, das europäische Netzwerk der Frauen im Sport weiter zu entwickeln und zu verstärken und es habe ei-nen regen Austausch über Aktivitäten in den einzelnen Ländern gegeben.

Dr. Christa Thiel: "Insgesamt kann festgestellt werden, dass mit der Ver-besserung der gesellschaftlichen Bedingungen und damit auch der Lebensbedingungen von Frauen und strukturellen Veränderungen im Sport die Sportaktivität und die Mitwirkung von Frauen auf allen Ebenen zunimmt." Dies solle aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es in allen Ländern noch zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt.

Mit bissigem Humor wies Professor Teresa Rees von der Universität Cardiff in ihrem Referat zu der neuen Strategie "Gender Mainstreaming" darauf hin, dass Männer im Berufsleben nach wie vor bevorzugt behandelt werden, zum Beispiel bei der Bezahlung oder bei Beförderungen. So sagte die Professorin: "Bereiten Sie Ihre Tochter auf das Leben vor und geben Sie ihr weniger Taschengeld als Ihrem Sohn."

In Berlin wurde im Rahmen der 5. Europäischen Frauensportkonferenz erstmals der EWS-Award an zwei Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um den Sport von Frauen verdient gemacht haben. Diesen Preis übergab das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Roland Baar, an die Sportjournalistin Bianka Schreiber-Rietig und stellvertretend an Dr. Zoltán A´cs von der ungarischen Botschaft in Berlin, der die Auszeichnung an den ungarischen Minister für Jugend und Sport, Dr. Tamás Deutsch, weiterleiten wird.


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