5. Konferenz des Aktionsbündnisses für den Schulsport

Da die Zahl der alleinerziehenden Eltern und die Berufstätigkeit beider Elternteile stetig steigt und dies familienpolitische Veränderungen nach sich zieht,

tritt die Diskussion um die zunehmende Einführung der Ganztagsschulen immer mehr in das öffentliche Interesse. Um die damit verbundenen Chancen und Risiken für den organisierten Sport in diesem Zusammenhang abwägen zu können, bildete die Thematik der Ganztagsschule den Schwerpunkt der 5. Konferenz des Aktionsbündnisses für den Schulsport in Frankfurt am Main. Vertreter aus den Bereichen des Sports, der Medizin, der Wissenschaft, der Kirche, der Gewerkschaft sowie der Lehrerschaft und des Elternrates tauschten sich als Bündnispartner bei dieser Tagung über das Thema Ganztagsschule, aber auch zu anderen den Schulsport betreffenden Themenfeldern untereinander aus.

Nach einem Einführungsreferat der Vizepräsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Monika Sauer, den Ausbau des Systems der Ganz-tagsschulen in Rheinland-Pfalz betreffend, diskutierten die Bündnispartner in verschiedenen Arbeitsgruppen diverse Möglichkeiten, neben dem regulären Schulsport den Schülerinnen und Schülern einer Ganztagsschule weitere attraktive Angebote unterbreiten zu können. So könnten nach Meinung der Bündnispartner beispielsweise neben den bereits laufenden Kooperationsmodellen "Schule und Verein" auch unterschiedliche Qualifizierungen der Schüler und Schülerinnen durch schulische und außerunterrichtliche Maßnahmen zu sogenannten "Schülerassistenten" oder "Sportassistenten" erfolgen. Diese könnten neben den Sportlehrern Schülergruppen im Schulsportbereich betreuen und darüber hinaus eine Vorstufe zur Übungsleiter-Lizenz erhalten. Ein anderer, leider viel zu häufig vernachlässigter Aspekt, könnte ebenfalls durch einen zusätzlich angebotenen Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit unzureichenden Bewegungserfahrungen und körperlichen Leistungsschwächen durch ein Angebot des organisierten Sports aufgegriffen und in den Nachmittagsbereich der Ganztagsschule integriert werden.

Gemeinsam wurde zum Abschluss der Konferenz festgehalten, dass die zunehmende Einrichtung von Ganztagsschulen nicht zu Lasten des Sportunterrichts gehen darf. Zudem müssten die Sportangebote im Rahmen der Ganztagsschule alle sportlichen Leistungsstufen berücksichtigen. Den leistungsportorientierten Schülerinnen und Schülern sollte nach wie vor die Möglichkeit eingeräumt werden, ihren regulären Trainingsstunden im Verein nachkommen zu können.

Der erste Einstieg in diese Thematik lässt noch viele weiterführende Fragen offen, so dass die Diskussion um die Chancen und Risiken der Ganztagsschulen für den organisierten Sport innerhalb des Aktionsbündnisses in einer der nächsten Tagungen fortgeführt werden sollte. Im Rahmen der nächsten Konferenz des Aktionsbündnisses, die im Frühjahr 2003 stattfinden wird, ist auch eine Anhörung des Deutschen Sportbundes (DSB) zum Schulsport geplant, um erneut die Problematik zu verdeutlichen.

Über eine gemeinsame Internetplattform, die bislang über die Internetseite der Deutschen Sportjugend (dsj) - www.dsj.de und dann AKTION SCHULSPORT anklicken - zu erreichen ist, können aktuelle Termine, Ansprechpartner der einzelnen Bündnispartner sowie deren Grundsatzpapiere abgerufen werden. Um den bisherigen Forderungen und Appellen des Aktionsbündnisses noch mehr Nachdruck zu verleihen, sollte – so der Wunsch der Initiatoren - die Thematik des Schulsports gerade auch in Bezug zur derzeitigen PISA-Studie und der damit verbundenen Diskussion um die Neugestaltung des bisherigen Bildungssystems sowie im Zusammenhang mit den aktuellen deutschen Olympiabewerbungen mehr als bisher in die breite Öffentlichkeit transportiert werden.


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