Aktionsbündnis für Bäder

„Wir brauchen zukünftig ein Aktionsbündnis für Bäder," fasste DLRG-Vizepräsident Jochen Brünger als Veranstaltungsleiter das Ergebnis des zweitägigen Bäderforums „Pro Bad“ zusammen.

Immer mehr Bäder müssen schliessen, das will der DLRG mit einem Aktionsbündnis ändern. Copyright: picture-alliance
Immer mehr Bäder müssen schliessen, das will der DLRG mit einem Aktionsbündnis ändern. Copyright: picture-alliance

Die DLRG muss ihre Ausbildungsoffensive verstärken. Sie hat eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe vor sich“. In seinem Eingangsvortrag hatte DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens aktuelle Ergebnisse über Bäderschließungen aus zwei neuen Untersuchungen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft vorgestellt. Er sagte: Die gesellschaftliche Problematik Bäderschließung kann nur durch gemeinsames Handeln gelöst werden“.

Stellvertretend für die Badbetreiber und als Präsident des Bundesfachverbandes Öffentliche Bäder (BoeB) hatte Rüdiger Steinmetz in seinem Vortrag einen gesellschaftlichen Konsens für Bäder eingefordert. „Bäder dürfen nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern müssen auch volkswirtschaftlich betrachtet werden. Mischen Sie sich ein, betrachten Sie sich als Partner des Betreibers“, richtete er einen Appell an die Teilnehmer.

Die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes, Ilse Ridder-Melchers, sagte: „Wir dürfen die Kommunen nicht aus der Verantwortung lassen“.  

Dr. Rudolf Salmen, Vizepräsident des Schwimmverbandes NRW, bezeichnete es als gesellschaftspolitischen Skandal, „dass 25 Prozent der Kinder nicht schwimmen können“. Mit Blick auf die aktuelle Bädersituation sagte er: „Es wird immer schwieriger, Bäder zu erhalten, weil sich Kommunalpolitiker nicht mehr dafür einsetzen. Das Bad wird nur noch als Kostenträger gesehen“. Es fehle auch an modellhaften Sanierungsprogrammen für Bestandsbäder und nicht selten seien die Angebote für die Sanierung zu hoch angesetzt. Die Situation vieler kleiner, unattraktiver Sportbäder könne durch attraktivere Angebote verbessert werden. „Hier bieten sich wichtige Ansatzpunkte für die Vereine“, so Dr. Salmen. 

Das 2. Bäderforum vom 17. – 18. Mai 2008 im Oberhausener Kongresszentrum wurde gemeinsam veranstaltet vom Bundesverband der DLRG mit den DLRG Landesverbänden Nordrhein und Westfalen sowie den Schwimmverband NRW. DLRG und Schwimmverband NRW hatten ein thematisch breit angelegtes Workshopprogramm angeboten, das den Teilnehmern den Besuch mehrerer Veranstaltungen ermöglichte. Es reichte von der Rolle der Vereine beim Bäderbetrieb, über rechtliche Aspekte bei verschiedenen Trägermodellen und bei Übernahmeverträgen, bis zur Vorstellung von Beispielen über einen erfolgreichen Bädererhalt.


  • Immer mehr Bäder müssen schliessen, das will der DLRG mit einem Aktionsbündnis ändern. Copyright: picture-alliance
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