Athletenvertreter tagen in München

Die Vollversammlung der Aktiven im DOSB tagt am 22. und 23. Oktober als Sympathiebekundung für die Olympiabewerbung 2018 in München. Dort wird unter anderem ein neuer Beirat gewählt.

Die aktuelle Zusammensetzung des Beirats (v.li.): Silke Kassner, Mirco Heid, Jana Miglitsch, Claudia Bokel, Marion Rodewald, Christian Breuer, Marc Gölden. Foto: BdA
Die aktuelle Zusammensetzung des Beirats (v.li.): Silke Kassner, Mirco Heid, Jana Miglitsch, Claudia Bokel, Marion Rodewald, Christian Breuer, Marc Gölden. Foto: BdA

„Wir haben in diesem Jahr einmal bewusst mit einer schönen Tradition gebrochen“, sagt Christian Breuer, der Vorsitzende des „Beirats der Aktiven“. Zuletzt fand die Vollversammlung stets im Rahmen des „Festes der Begegnung“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe statt. „Dass wir es in diesem Jahr ausnahmsweise anders handhaben und nicht mit nach Mannheim gehen, wo die Sporthilfe am 15. Oktober die Juniorsportler des Jahres ehrt, sondern uns für München entschieden haben, soll die Sympathie der Athletenvertreter für diese Olympiabewerbung deutlich zum Ausdruck bringen. Damit wollen wir für München Flagge zeigen“, sagte Breuer. „Schließlich ist das unsere letzte Vollversammlung, bevor das IOC Anfang Juli 2011 in Durban in Südafrika seine
Entscheidung darüber trifft, wo die Winterspiele 2018 ausgetragen werden.“

Inhaltlich werden bei der Zusammenkunft, bei der wie im Vorjahr wieder mehr als 40 Abgesandte als Sprecher und Multiplikatoren aus den einzelnen Sportarten erwartet werden, die Neuwahlen zum „Beirat der Aktiven“ im Vordergrund stehen. Aus dem fünfköpfigen Führungsgremium der Athleten werden nach zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren Fechterin Claudia Bokel, seit zwei Jahren auch Athletenvertreterin im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), und Mini-Golferin Jana Miglitsch turnusgemäß ausscheiden. Baseballer Mirco Heid wird berufsbedingt nicht mehr kandidieren, während sowohl der frühere Eisschnellläufer Christian Breuer als Vorsitzender als auch Hockey-Nationalspielerin Marion Rodelwald als seine bisherige Stellvertreterin und Athletenvertreterin der europäischen Verbände (EOC) und Sportschütze Marc Gölden für die nächste Amtszeit wieder bereitstehen.

Als Neuerung ist vorgesehen, erstmals den Athletensprecher des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) als Mitglied in den „Beirat der Aktiven“ zu kooptieren. „Das heißt, wir werden ab sofort eine 5-plus-1-Lösung haben: Tischtennisspieler Rainer Schmitt als Sprecher der Athleten des DBS wird ab sofort an allen unseren Sitzungen teilnehmen. Das ist bereits so vereinbart“,
berichtet Breuer, der als Vorsitzender des „Beirats der Athleten“ zugleich Mitglied im Präsidium des DOSB ist und dort die Interessen der Sportlerinnen
und Sportler vertritt.

Der 33-Jährige, der als Aktiver seine Schlittschuhe mit den langen Kufen bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998 und Salt Lake City 2002 schnürte und nach seiner sportlichen Karriere eine Ausbildung bei der Bundespolizei absolvierte, arbeitet inzwischen als Oberkommissar am Flughafen Düsseldorf. „Mir haben die vergangenen vier Jahre im Beirat der Aktiven sehr viel Spaß gemacht, und wir brauchen natürlich auch personelle Kontinuität“, sagt er. Dass er selbst nicht mehr in den Kampf um Medaillen und Platzierungen eingreift und dem Athleten-Gremium vorsteht, seiein „kein Anachronismus“. „Im Gegenteil ist es so, dass man diese Aufgabe als aktiver Leistungssportler fast gar nicht im vollen Umfang wahrnehmen könnte. Außerdem haben wir dank der technischen Möglichkeiten ein derart dichtes Verbindungsnetz zu den Athleten, so dass wir an den Themen sehr nahe dran sind und sehr gut Bescheid wissen.“ Zur effizienten Struktur trägt ebenfalls bei, dass der Beirat der Aktiven mit Silke Kassner über eine Referentin verfügt, die von ihrem Frankfurter Büro im „Haus des Deutschen Sports“ aus im Dienste der Sportler und ihrer Interessenvertreter tätig ist.

Bei der Jahrestagung stehen auch wieder verschiedene Workshops auf dem Programm. In einem ersten Komplex werden mit Hilfe eines Sportrechtsexperten ausführlich Rechte und Pflichten von Athleten diskutiert. Die Bandbreite des Themas soll dabei sämtliche Facetten berühren, sowohl die vertragliche Situation des Leistungssportlers gegenüber dem eigenen Verein und dem Verband als auch Konsequenzen, die sich unter anderem unter dem Blickwinkel
von PR und Werbung oder auch den Richtlinien des Anti-Doping-Kampfes ergeben.

In einem weiteren Schwerpunkt wird ein Vertreter aus der Wirtschaft darüber referieren, was den Sport und seine Protagonisten für Unternehmen als Werbeträger und „Medium“ interessant macht oder weshalb der Sport im Vergleich etwa mit Kunst und Kultur in Sachen Unterstützung eher den kürzeren zieht.

Schließlich werden die Athletenvertreter bei ihrem Jahrestreffen diesmal von Mario Thevis vom Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln, Informationen über jene Abläufe bekommen, die einsetzen, sobald von einem Athleten eine Dopingprobe genommen und versiegelt wurde. „Was geschieht eigentlich anschließend mit der Probe? Wie gehen die Labore mit den Proben um, und wie ist das weitere Prozedere? Wie werden die Proben aufbewahrt? Wie ist es zum Beispiel mit der B-Probe? Das alles sind Fragen, die für die Athleten sehr wichtig sind“, sagt Christian Breuer. „Da sie darüber oft kaum etwas wissen, ist es umso wichtiger, bei dieser Gelegenheit von einem Mitarbeiter eines anerkannten Labors aus erster Hand mehr Einblicke zu
bekommen. Nur so kann man ja das Kontrollsystem von Anfang bis Ende verstehen.“


  • Die aktuelle Zusammensetzung des Beirats (v.li.): Silke Kassner, Mirco Heid, Jana Miglitsch, Claudia Bokel, Marion Rodewald, Christian Breuer, Marc Gölden. Foto: BdA
    Die aktuelle Zusammensetzung des Beirats (v.li.): Silke Kassner, Mirco Heid, Jana Miglitsch, Claudia Bokel, Marion Rodewald, Christian Breuer, Marc Gölden. Foto: BdA

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