Ausstellung "Vergessene Rekorde" beim DOSB

Am 2. Mai wird im Foyer des DOSB in Frankfurt am Main die Wanderausstellung „Vergessene Rekorde – Jüdische AthletInnen vor und nach 1933“ eröffnet.

Hochspringerin Gretel Bergmann auf ihrem Leistungshöhepunkt: Im Juni 1936 stellt sie bei den Württembergischen Meisterschaften den deutschen Rekord von 1,60 Meter ein. Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim
Hochspringerin Gretel Bergmann auf ihrem Leistungshöhepunkt: Im Juni 1936 stellt sie bei den Württembergischen Meisterschaften den deutschen Rekord von 1,60 Meter ein. Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim

Die von Sporthistorikern der Universität Potsdam erarbeitete Ausstellung tourt seit November 2010 erfolgreich durch Deutschland. Die letzte Station vor Frankfurt war die Deutsche Sporthochschule in Köln. Beim DOSB werden die Direktorin des Geschäftsbereiches Sportentwicklung, Karin Fehres, und Jutta Braun von der Universität Potsdam in die Ausstellung einführen. Während ihres zweimonatigen Aufenthalts in der Otto-Fleck-Schneise soll die Ausstellung die Verbandsvertreter des organisierten Sports und viele Besucher in ihren Bann ziehen.

„Dass die Vergessenen Rekorde im DOSB zu Gast sind, ist ein positives Zeichen für die Erinnerungskultur im deutschen Sport. Vor allem in einer Zeit, in der die Sportgeschichte in Deutschland einen schweren Stand hat, freut es mich sehr, in der Zentrale des DOSB an die Schicksale der jüdischen Athletinnen erinnern zu können“, so Hans Joachim Teichler, Initiator der Ausstellung.

Es ist eine deutliche Wertschätzung der Arbeit der Professur Zeitgeschichte des Sports, die der DOSB mit seiner Gastgeberschaft den Potsdamer Sporthistorikern ausspricht. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper hat sich bereits in den vergangenen Monaten für den Erhalt der Professur Zeitge-schichte des Sports eingesetzt. Teichler plädiert dafür, dass sich der Sport weiterhin aktiv mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Biografien der drei jüdischen Ausnahmetalente Lilli Henoch (Berliner SC), Gretel Bergmann (Schild Stuttgart) sowie Martha Jacob (SC Charlottenburg). Es wird an ihre sportlichen Erfolge erinnert, die heute weitestgehend “Vergessene Rekorde” sind. Erst nach der ersten Ausstellung im Juni 2009 in Berlin erkannte der DLV mit 73-jähriger Verspätung den 1936 aufgestellten deutschen Rekord von Gretel Bergmann an. Zum anderen zeigen die Schicksale der drei Athletinnen exemplarisch die systematische Zerschlagung und Verfolgung jüdischen Lebens im Sport während des NS-Regimes.

Die feierliche Eröffnung findet am 2. Mai um 15.00 Uhr im Foyer des DOSB statt. Die Ausstellung wird bis zum Endspielwochenende der Frauenfußball-WM zu sehen sein.

Hintergrundinformationen

Die in Kooperation mit dem Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. (ZdS) erstellte Ausstellung der Professur Zeitgeschichte des Sports (Universität Potsdam) präsentiert sechs audiovisuelle Stationen mit historischen Filmen und Bilddokumenten über die Schicksale der drei jüdischen Leichtathletinnen und weiterer jüdischer Spitzensportler. Ermöglicht wurde die Erweiterung der Wanderausstellung durch eine finanzielle Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung (53.900 Euro) und der DFB-Kulturstiftung (5.000 Euro).

Weitere Informationen zur Ausstellung erteilt Hans Joachim Teichler unter  teichler@remove-this.uni-potsdam.de sowie Ausstellungskoordinatorin Carina Sophia Linne unter Tel. (0331) 977 1685 oder clinne@remove-this.uni-potsdam.de. Auf der Homepage www.vergessene-rekorde.de erhalten Interessenten und Besucher Einblicke in das neue Gewand und können sich über die wenigen noch offenen Termine informieren.


  • Hochspringerin Gretel Bergmann auf ihrem Leistungshöhepunkt: Im Juni 1936 stellt sie bei den Württembergischen Meisterschaften den deutschen Rekord von 1,60 Meter ein. Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim
    Hochspringerin Gretel Bergmann auf ihrem Leistungshöhepunkt: Im Juni 1936 stellt sie bei den Württembergischen Meisterschaften den deutschen Rekord von 1,60 Meter ein. Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim

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