Bielefeld ist überall

Ein Sportpark in Bielefeld könnte Vorbild für andere Städte werden, findet Detlef Kuhlmann, Professor für Sportwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover.

Die Lebensqualität in Städten und Gemeinden kann durch Sport gefördert werden. Foto: LSB NRW
Die Lebensqualität in Städten und Gemeinden kann durch Sport gefördert werden. Foto: LSB NRW

Sportentwicklung und Stadtentwicklung gehören zusammen. Die bundesweit „gültige“ Kooperationsvereinbarung mit dem starken Slogan „Starker Sport – starke Städte und Gemeinden“, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor Jahren unterzeichnet haben, dokumentiert solche Stärkungsabsichten, von denen alle profitieren sollen.

Die Sportvereine vor Ort sind dabei genauso angesprochen wie andere Sportanbieter und sport-politisch Verbündete. Worum geht es dabei genau? Die Lebensqualität der Menschen sichern und zu fördern – da drängt sich der Sport als ein „bewegliches“ Handlungsfeld geradezu auf. Gute Stadtentwicklungspolitik ist demnach nicht nur, aber auch daran zu messen, inwiefern es gelingt, die Möglichkeiten für Bewegung, Spiel und Sport „für alle“ mit zündenden Ideen fortzuentwickeln.

Die „internationale gartenschau hamburg 2013“ (igs) im letzten Jahr hat eine solche zündende Idee zu Tage gefördert: „ParkSport – besser draußen!“ ist nicht nur einer neuer Begriff; dahinter steht es neues Konzept, an dem auch Experten aus dem DOSB mitgewirkt haben, um programmatisch neue Impulse für den Sport draußen im Grünen zu setzen. Den Angebotsinhalten und Präsentationsformen sind dabei im Grunde nur „natürliche“ Grenzen gesetzt: Walking und Jogging als Klassiker gehören genauso dazu wie die fast schon etablierten Trendsportarten Parkour und Slackline, neue Kreationen wie Piloxing, eine Mischung aus Pilates und Boxen sind genauso willkommen wie das Tauziehen, das von 1900 bis 1920 sogar olympisch war, und jetzt als neuer Funsport eine Renaissance im Park erfährt.

Und was hat das alles mit Bielefeld zu tun – jener Stadt, die es einer kursierenden Verschwörungstheorie zufolge eigentlich gar nicht gibt? Bielefeld begeht in diesem Jahr nachweislich das 800-jährige Stadtjubiläum und beschenkt sich selbst gerade mit dem Projekt „ParkSport“:

An einem prominenten „Parkplatz“ in der Stadt mitten im Teutoburger Wald entsteht eine neue Bewegungswelt mit Geräten. Dieser „ParkSport“-Parcours verleiht dem Trimm-Dich-Pfad, dem der Deutsche Sportbund einst in den 1970er Jahren zu bundesweiter Verbreitung verhalf, einen neuen Glanz – mehr noch: Die Bewegungswelt „ParkSport“ soll zum Treff und zur Anlaufstelle für alle Sportinteressierte werden. Die Sportvereine sind aufgefordert, sich mit weiteren Ideen einzubringen: „ParkSport“ als Sportplatz für alle!

Was Bielefeld kann, geht anderswo auch. Bielefeld ist nur ein Beispiel dafür, den Slogan „Starker Sport – starke Städten und Gemeinden“ an einer Stelle mit bewegtem Leben zu füllen. Andere Städte und Gemeinden können dem folgen. Dann gilt: Bielefeld ist überall.


  • Die Lebensqualität in Städten und Gemeinden kann durch Sport gefördert werden. Foto: LSB NRW
    Die Lebensqualität in Städten und Gemeinden kann durch Sport gefördert werden. Foto: LSB NRW

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