Birgit Prinz' WM-Blog: Anlauf nehmen zur Frauenfußball-WM

"Eine großartige WM war das", findet Birgit Prinz. Mit ihrem Kommentar zum kleinen und großen Finale geht die kleine Serie unserer Botschafterin zu Ende. Und außerdem macht sie sich schon warm: für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland!

Birgit Prinz kommentiert die Ballkünste ihrer männlichen Kollegen. Copyright: picture-alliance/dpa
Birgit Prinz kommentiert die Ballkünste ihrer männlichen Kollegen. Copyright: picture-alliance/dpa

Eine großartige WM war das. Organisatorisch und von der Stimmung her und nach der teilweise zähen Vorrunde auch sportlich. Es gab Überraschungen, zunehmend gute Spiele, und mit Ausnahme vielleicht von Brasilien haben sich die Besten durchgesetzt. Ich hätte unserem Team den Titel gewünscht und Afrika einen afrikanischen Weltmeister, aber Spanien war fußballerisch am stärksten.

Platz drei für Deutschland ist in diesem Feld spitzenmäßig und mehr, als ich nach dem Ausfall von Michael Ballack erwartet hatte. Die Mannschaft war trotz schwerer Auslosung im Halbfinale, hat mit England und Argentinien zwei Teams klar geschlagen, die vor dem Turnier ganz vorn erwartet wurden, und ist erst gegen den Weltmeister ausgeschieden. Noch dazu hat sie gezeigt, dass sie spielerisch, technisch und taktisch zur Weltklasse zählt. Letztlich kann auch nur eins von 32 Teams gewinnen.

Das kleine Finale war ja dann noch ein Glück für das Team. Es fiel einigen bestimmt schwer, sich zu motivieren und ich glaube, mir wäre das auch so gegangen. Aber so konnten die Spieler mit einem Erfolg und gefeiert abreisen. Und für die Zuschauer war es sowieso nochmal ein super Erlebnis.     

Ich selbst fand auch das Endspiel faszinierend. Klar, es war nicht immer spektakulär und manchmal zu hart (ich möchte kein Schiedsrichter im Profifußball sein!), aber das Niveau, auf dem sich die Spanier und Niederländer bekämpft haben, war schon enorm. Zum Glück fiel das Tor noch in der Spielzeit und für die meiner Meinung nach richtige Mannschaft. Als Stürmerin finde ich es schön, dass am Ende eine absolut offensive Spielweise belohnt worden ist.

Was 2014 sein wird, weiß niemand, aber wahrscheinlich wird Deutschland dann wieder sehr stark sein. Die WM war eine Bestätigung für die intensive Nachwuchsförderung, die es in unserem Fußball inzwischen gibt, und zwar zunehmend auch bei den Mädchen. Neulich, nach dem Halbfinale, habe ich in den „Tagesthemen“ einen Fan gehört, der sagte, dann würden halt die Frauen im nächsten Jahr Weltmeister. Für mich selbst wäre das ein Traum (wenn ich tatsächlich zum WM-Kader zählen sollte), zumal bei der ersten WM in Deutschland. Ich muss aber sagen, dass man sich das nur wünschen kann – und nicht erwarten. Es gibt heute auch im Frauenfußball eine ganze Reihe von Top-Teams. Und auch bei uns kann eben nur einer gewinnen!     


  • Birgit Prinz kommentiert die Ballkünste ihrer männlichen Kollegen. Copyright: picture-alliance/dpa
    Birgit Prinz kommentiert die Ballkünste ihrer männlichen Kollegen. Copyright: picture-alliance/dpa

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