Bundespräsident verleiht "Großen Stern des Sports"

Das Karate-Team Reutlingen e.V. hat den mit 10.000 Euro dotierten „Großen Stern des Sports“ in Gold 2010 des DOSB und der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin verliehen bekommen.

Sieger beim "Großen Stern des Sports" 2010: Das Karate-Team Reutlingen. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Siegfried Reiff von den Raiffeisen und Volksbanken Kreis Reutlingen, Ekkehard Bader und Erika Seitz vom Karate Team, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports
Sieger beim "Großen Stern des Sports" 2010: Das Karate-Team Reutlingen. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Siegfried Reiff von den Raiffeisen und Volksbanken Kreis Reutlingen, Ekkehard Bader und Erika Seitz vom Karate Team, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports

Bundespräsident Christian Wulff, DOSB-Präsident Thomas Bach und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, übergaben den Preis am heutigen Montag in der DZ BANK am Brandenburger Tor in Berlin. Das Karate-Team Reutlingen e.V. wurde für das Angebot "Drachenstark" ausgezeichnet, das die Lesekompetenz fördert.

Insgesamt wurden 19 Sportvereine aus ganz Deutschland für ihr gesellschaftliches Engagement geehrt. Die Vereine hatten sich als Landessieger für das Finale qualifiziert. Die "Sterne des Sports" wurden bereits zum siebten Mal vergeben.

Der Bundespräsident, der Schirmherr des DOSB ist, zeigte sich sehr angetan von dem Engagement der Sportvereine und hob ihr Wirken für das Gemeinwesen besonders hervor. Wulff: "Die vielen tausend Ehrenamtlichen und die Sportvereine sind eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Ihr unermüdlicher Einsatz kann nicht hoch genug gewürdigt werden."

Ein besonderes Anliegen richtete er an die Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Er verwies auf die "völlige Zentrierung auf den Fußball" der Medien: "Ich wünschte mir, dass wir Breitensport so verstehen, dass wir die ganze Breite des Sportes darstellen."

"Die Auszeichnung ‚Sterne des Sports’ steht für die große Vielfalt des Sports und die Bereitschaft der Vereine, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach: „Diese Verantwortung wird in unseren Sportvereinen Tag für Tag durch ehrenamtlich tätige Menschen mit großem Engagement gelebt." "Wir können durch die „Sterne des Sports“ zeigen, was der Sport imstande ist zu leisten und was er zum Gelingen unserer Gesellschaft beitragen kann. Das bezieht sich auf die Bereiche Integration, Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit und auch Bildung", so Bach weiter.

BVR-Präsident Uwe Fröhlich lobte den Einsatz der Vereine: "Es ist beeindruckend, wie vielfältig und intensiv das soziale Engagement von Sportvereinen in Deutschland ist. Als regional verankerte und von Sozialreformern gegründete genossenschaftliche Kreditinstitute freuen wir uns, diese Form des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort mit den ‚Sternen des Sports’ zu unterstützen."

Zu den Juroren gehörten auch DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch, die Leiterin der Abteilung Markt beim BVR, Yvonne Zimmermann, der Botschafter der „Sterne des Sports“, Kunstturner Fabian Hambüchen, die Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne, der Olympia-Zweite im Zehnkampf Frank Busemann, der Leiter Sport des ARD Morgenmagazins Uwe Kirchner, die Leiterin des Aktuellen Sports im ZDF Christa Haas, der Sportchef der FAZ Jörg Hahn, der dpa-Sportchef Sven Busch sowie Niclas Stucke vom Deutschen Städtetag.

Fabian Hambüchen besuchte die Veranstaltung trotz einer Achillessehnenverletzung, die er sich bei einem Trainingssalto zugezogen hatte.
"Es ist erstaunlich, was für ein Engagement im Breitensport gezeigt wird und was für tolle Ideen dort entstehen. Ich kann nur jedem empfehlen, Sport zu treiben. Man weiß nie, wo es hinführt. Sport ist eine tolle Sache und für mich persönlich eine Leidenschaft" stellte der Kunstturner fest.

Kluge Kombination aus Sport und Lesen

Der Bundessieger, der seine Maßnahme bei der Bezirksvereinigung der Volksbanken Raiffeisenbanken im Kreis Reutlingen eingereicht hatte, überzeugte die Jury einhellig durch die kluge Kombination von Sport und Lesen. „Drachenstark“ verbinde, so die Jury, in überzeugender Form die Bereiche Motorik, Lesekompetenz, Selbstbehauptung und Kreativität und fördere sie gleichermaßen.

Der Judo Club Folsterhöhe Alt-Saarbrücken 1999 e.V. (Volksbank Saarlouis eG)
belegte mit dem eigenständigen Umbau eines ehemaligen Supermarktes zur
sportlichen Begegnungsstätte unter dem Motto „Treffpunkt statt Brennpunkt“ den mit 7.500 Euro dotierten zweiten Platz. 5.000 Euro und den dritten Platz gab es für den SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 e.V. aus Berlin (Berliner Volksbank eG) und sein Konzept „Sprachfoul“, mit dem Schimpfworte und verbale Aggression vom Fußball-Feld verbannt werden.

Die geehrten Vereine hatten sich in dem dreistufigen Wettbewerb zuvor auf der Lokal- und Landesebene durchgesetzt und erhielten bereits die „Großen Sterne des Sports“ in Bronze und Silber. Insgesamt reichten bundesweit fast 3.000 Sportvereine ihre Bewerbungen bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken ein. Der Wettbewerb umfasst zehn Kategorien des Engagements von Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen über Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bis zur Förderung der Leistungsmotivation.

Die weiteren Finalisten waren: Die Turnerschaft Durlach 1848 e.V. (Baden), der Münchner Yacht-Club e.V. (Bayern), der TSV Falkensee e.V. (Brandenburg), die Leichtathletikgemeinschaft Bremen-Nord e.V. (Bremen), der SC Vier- und Marschland von 1899 e.V. (Hamburg), die TGS 1895 Jügesheim e.V. (Hessen), der SV Warnemünde e.V. (Mecklenburg-Vorpommern), die Schützengesellschaft Anderten von 1901 e.V. gemeinsam mit dem Hannoverschen Sport-Club von 1893 e.V. (Niedersachsen), der Oldenburger Ruderverein e.V. (Niedersachsen, Weser-Ems), der Verein für gesundheitsorientierten Sport e.V. (GHOST) (Nordrhein-Westfalen), der SRC Heimbach-Weis 2000 e.V. (Rheinland-Pfalz Nord), der 1. FSV Mainz 05 e.V. (Rheinland-Pfalz Süd), der Gesundheitssport „St. Georg“ e.V. (Sachsen), der 1. FC Lok Stendal e.V. (Sachsen-Anhalt), der Laboer Regatta Verein von 1910 (Schleswig-Holstein) und der Schwimmverein Gera e.V. (Thüringen).

Der DOSB und die Volksbanken und Raiffeisenbanken schreiben die „Sterne des
Sports“ seit 2004 jährlich aus. Durch die Prämierungen auf Orts-, Landes- und
Bundesebene flossen den Vereinen seit Bestehen des Wettbewerbs insgesamt gut drei Millionen Euro zugunsten ihres gesellschaftlichen Engagements zu. Schon in den nächsten Wochen startet auf lokaler Ebene die Ausschreibung für die „Sterne des Sports“ 2011.

Hallo, Herr Wulff!

„Hallo Herr Wulff, ich bin Erik aus Reutlingen und stelle Ihnen meinen Drachen vor.“ Es ist der Anfangssatz in einem filmischen Kurzporträt über den Verein „Karate Team Reutlingen e.V.“ bei der Preisverleihung „Sterne des Sports“ in Berlin. Herr Wulff ist der deutsche Bundespräsident. Erik erläutert ihm mit kindlichen Worten, warum er sich in seinem Sportverein mit Drachen beschäftigt, und dass die ihn stark und pfiffig machen. Eriks Verein wird wenig später von Christian Wulff mit dem Großen Stern des Sports in Gold ausgezeichnet – zufällig. Darauf legt der Bundespräsident wert, denn er ist nicht Mitglied der Jury, die darüber befindet, welcher von insgesamt 19 Vereinen zum Sieger im bundesweiten Wettbewerb „Sterne des Sports“ gekürt wird. „Das ist auch nicht so wichtig“, betont das Staatsoberhaupt. Eine Meinung, die alle teilen.

Denn gewonnen haben bereits alle, die nach Berlin eingeladen wurden. Die Vereine, die mit einem großen Begleittross in die repräsentative Zentrale der DZ-Bank in die Hauptstadt gekom-men waren, wissen um die Ehre, die ihnen zuteil wird. Wann sonst erfahren sie eine solche Wertschätzung! Sie können allerdings auch eine Menge vorzeigen: Bereits auf kommunaler und Landesebene sind die Vereine für ihre innovativen Konzepte im Bereich Kinder- und Jugend-arbeit, Integration, Gesundheit oder Gleichstellung mit dem „Bronzenen“ oder „Silbernen Stern“ geehrt worden. Der vom DOSB und den deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken initiierte Wettbewerb hat die Vereine motiviert, Maßnahmen zu gründen, die auf ihre besonderen Proble-me vor Ort reagieren. Viele von ihnen erkennen heute ihr gesellschaftspolitisches Potential, übernehmen Verantwortung für ihr soziales Umfeld und schaffen die neuen Herausforderungen mit bewundernswertem Elan, mit Ausdauer und strategischem Geschick.

Seit 2004 gibt es die „Sterne“. Sie leuchten nicht erst seitdem. Aber die Idee eines eigenen, Themen übergreifenden Auszeichnungssystems für den Breitensport war der Beginn dafür, dass eine größere Öffentlichkeit das soziale Engagement der Sportvereine und ihren gesellschaftlichen Einsatz bewusster wahrnimmt. Zu verdanken ist das auch dem Mitwirken von Bundespräsident und Bundeskanzlerin. Im jährlichen Wechsel übergeben sie den „Großen Stern des Sports“ in Gold an den Bundessieger. Sie machen sich stark für die Vereine und den Breitensport. Bei Christian Wulff, dem Schirmherrn des DOSB, klingt es auch nicht wie Sonntagsrede, wenn er im Interview mit der ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein fordert, mehr Randsportarten im Fernsehen zu zeigen und sich von der „Fixierung auf den Fußball“ zu verabschieden. Wullfs Vorgänger Horst Köhler kürte zwei Mal in den vergangenen Jahren den Bundessieger, war ebenfalls Schirmherr des DOSB und engagierte sich vor allem beim Deutschen Sportabzeichen, das er selbst mehrfach erfolgreich absolvierte.

Wenn nichts weltpolitisch Dramatisches im Wege stehen sollte, wird im nächsten Jahr, dann zum dritten Mal, die Bundeskanzlerin wieder auf der Bühne „Sterne des Sports“ stehen, und in einer Vereinspräsentation grüßt vielleicht jemand freundlich: „Hallo, Frau Merkel!“

Kommentar von Markus Böcker


  • Sieger beim "Großen Stern des Sports" 2010: Das Karate-Team Reutlingen. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Siegfried Reiff von den Raiffeisen und Volksbanken Kreis Reutlingen, Ekkehard Bader und Erika Seitz vom Karate Team, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports
    Sieger beim "Großen Stern des Sports" 2010: Das Karate-Team Reutlingen. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Siegfried Reiff von den Raiffeisen und Volksbanken Kreis Reutlingen, Ekkehard Bader und Erika Seitz vom Karate Team, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports
  • Die Zweitpalzierten: Judo Club Folsterhöhe. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Rüdiger Daub von der Volksbank Saarlouis, Lothar Bock vom Judo Club Folsterhöhe, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports
    Die Zweitpalzierten: Judo Club Folsterhöhe. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Rüdiger Daub von der Volksbank Saarlouis, Lothar Bock vom Judo Club Folsterhöhe, Bundespräsident Christian Wulff und Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (v.l.). Foto: Sterne des Sports
  • Den dritten Platz belegte SV Rot-Weiß Viktoria Mitte. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Holger Hatje von der Berliner Volksbank, Lyés Bouziane vom SV Rot-Weiß Viktoria, Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Bundespräsident Christian Wulff (v.l.). Foto: Sterne des Sports
    Den dritten Platz belegte SV Rot-Weiß Viktoria Mitte. BVR-Präsident Uwe Fröhlich, DOSB-Präsident Thomas Bach, Holger Hatje von der Berliner Volksbank, Lyés Bouziane vom SV Rot-Weiß Viktoria, Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Bundespräsident Christian Wulff (v.l.). Foto: Sterne des Sports

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