„Der Sport kann die Erinnerungskultur erweitern“

Fünfter Teil der Interviewserie: Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann spricht über Erinnerungs- und Leitkultur, Einwanderung, Integration und den Sport.

„Der Sport ist ein Schaufenster, in dem sich die Gesellschaft betrachten kann“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Foto: picture-alliance / Sven Simon
„Der Sport ist ein Schaufenster, in dem sich die Gesellschaft betrachten kann“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Foto: picture-alliance / Sven Simon

Die Vielfalt in Deutschland wächst und das muss sich auch in der Vielfalt des nationalen Gedächtnisses widerspiegeln, sagt Aleida Assmann. Die renommierte Kulturwissenschaftlerin gehört zu den schärfsten Beobachterinnen der deutschen Gesellschaft, ihr zentrales Thema ist das kulturelle Gedächtnis. Ihre Theorie: Die Art und Weise, wie sich eine Nation an ihre Geschichte erinnert, beeinflusst in hohem Maße die Gesellschaft der Gegenwart. Aleida Assmann, Jahrgang 1947, zählt sich selbst zu den 68ern, deren Projekt es gewesen war, in Deutschland das Verschweigen und Verdrängen der Nazizeit zu beenden.

Intensiv beschäftigt sich Aleida Assmann in diesen Tagen damit, wie eine offene und von Zuwanderung geprägte Gesellschaft die Erinnerungskultur neu schreibt – neu schreiben muss, wenn Integration funktionieren soll. Zur Rolle, die der Sport dabei einnimmt, sagt sie: „Wie groß die gesellschaftliche Bedeutung des Sports ist, hat man bei der Debatte um Mesut Özil gemerkt, als er seine nationale Loyalität wechselte. Aber auch bei rassistischen Anfeindungen von Sportlern ist die Politik mit im Stadion.“

Die Interviewreihe „Wir und die Anderen“ des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ wird in verschiedenen Medien publiziert, das Gespräch mit Aleida Assmann finden Sie in voller Länge im „MIGAZIN“.

Deutschland verändert sich, Deutschland wird vielfältiger. Was bedeutet das für die Gesellschaft, wie erlebt es der Einzelne, mit und ohne Migrationshintergrund? Und welche Rolle spielt der Sport dabei? Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat im letzten Jahr das 30-jährige Bestehen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ zum Anlass genommen, um Interviews mit Personen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen zu führen – über Fragen zu Migration, Integration und Identität. Mal persönlich, mal wissenschaftlich, mal eher entlang abstrakter Fragen. Die ersten vier Teil der Gesprächsserie – mit Punkrocksänger Sammy Amara, dem Schriftsteller Ilija Trojanow, der TV-Journalistin Isabel Schayani sowie dem Integrationsexperten und Talentscout aus NRW, Suat Yilmaz – sind unter www.integration-durch-sport.de zu finden.

(Text: Marcus Meyer)


  • „Der Sport ist ein Schaufenster, in dem sich die Gesellschaft betrachten kann“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Foto: picture-alliance / Sven Simon
    „Der Sport ist ein Schaufenster, in dem sich die Gesellschaft betrachten kann“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Foto: picture-alliance / Sven Simon

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