Detlef Salchow und das Deutsche Sportabzeichen: 38 Jahre Ehrenamt und kein bisschen müde

Es wird Zeit, dem Berliner Detlef Salchow in besonderer Weise zu danken. Das findet der LSB Berlin und hat den Hermsdorfer dem DOSB und seinem diesjährigen Themenpartner Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) für die Kampagne „Engagement macht stark!“ vorgeschlagen, in der Menschen mit beispielhaftem Einsatz bedacht werden.

Allein bin ich nichts, nur mit meinem Team kann ich etwas Tolles erreichen (1.v.r.: Detlef Salchow, Foto: privat)
Allein bin ich nichts, nur mit meinem Team kann ich etwas Tolles erreichen (1.v.r.: Detlef Salchow, Foto: privat)

Seit 38 Jahren ist Detlef Salchow beim VfB Hermsdorf aktiv. Den Anstoß gab seinerzeit seine damalige Frau Sylvia. Sie hat ihren Mann zum Kraft- und Konditionstraining geschickt. Er brauche den Ausgleich, hat sie damals zu ihm gesagt und damit eine Verbindung losgetreten, die zu Salchows sportlicher Heimat wurde. Das Ausdauertraining hat ihm gutgetan, er ist geblieben und es dauerte nicht lange, bis er den damaligen Trainer im Fall der Fälle vertreten hat. „Ich habe immer schon gerne Verantwortung übernommen“, sagt Salchow und so wundert es nicht, dass ihm immer mehr Aufgaben im Verein übertragen wurden.

Um nur einige zu nennen: Mit dem Mauerfall fing es an, dass er lange Fahrradtouren organisiert und begleitet hat – kein Wunder: Das Radeln war immer schon eines seiner Hobbys gewesen. Insofern war er der perfekte Coach: Spaß, Expertise und einen ganzen Fahrradrucksack voll Erfahrung in einem Detlef. Außerdem hat er lange Zeit eine Mannschaft gestellt, die beim Drachenbootrennen vom Berliner Kanu-Club Borussia angetreten ist. „24 Leute brauche ich dafür mindestens. Leider ist das im Moment nicht mehr drin. Es finden sich nicht genug Interessenten. Und das, obwohl der VfB Hermsdorf ungefähr 3.000 Mitglieder hat.“ Doch auch wenn die Radtouren in diesem Ausmaß und die Drachenboote der Vergangenheit angehören, hat Salchow genug zu tun.

Bei Detlef Salchow kommt – sportlich gesehen – mit Sicherheit keine Langeweile auf.

Seit 2001 ist er Breitensportwart seines Vereins und diesem Amt unterliegt das Deutsche Sportabzeichen. Dafür schlägt sein Herz. „Es ist wunderbar, junge Leute dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.” Sie kommen oft zu ihm und seinem Team, weil sie das Deutsche Sportabzeichen für eine Bewerbung brauchen, zum Beispiel bei der Polizei, beim Zoll oder bei der Justiz. Und dann wollen die Sportler und Detlef Salchow nur noch das eine, nämlich Gold! Und dafür wird trainiert, trainiert und trainiert. „Und wenn es nur nach Silber aussieht, wird eben weiter trainiert. Ein Auge zudrücken, das gibt es bei mir nicht. Dafür stehe ich gerne so lange als Trainingsbegleitung zur Verfügung, bis es passt.“

Salchow ist berechtigt, das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit und ohne Behinderung abzunehmen. Dabei ist er gleichermaßen begeistert von der Arbeit mit Kindern, jungen Leuten und älteren Semestern. Für ihn ist es eine Freude, Menschen zu helfen und sie zu begleiten. Wenn er an die vielen Jahre beim VfB Hermsdorf denkt, erinnert er sich gerne an seine erste Begegnung mit Menschen mit Behinderung. Es ist drei Jahre her, als er vom LSB Berlin den Auftrag bekam, die Schüler der Reinickendorfer Toulouse-Lautrec-Schule für Körperbehinderte mit ihren jeweiligen Beeinträchtigungen nach ihren Fähigkeiten den möglichen Disziplinen des Deutschen Sportabzeichens zuzuordnen. „Das hat mich seinerzeit sehr verunsichert. Aber es hat sich gelohnt, diese Hürde zu nehmen. Wir hatten große Freude daran, mit diesen Kindern zu arbeiten. Sie haben mich sehr beeindruckt. Ihr Umgang miteinander war so freudvoll und hilfsbereit. Diese Erfahrung hat mich sehr berührt.“ Salchows Berührungsängste stellten sich als unnötig heraus.

Mit 72 Jahren noch immer Übungsleiter: „Fit für Jedermann“ mit Detlef Salchow

Gefühlt kennt ihn in Hermsdorf jeder. „Der kleene Grauhaarige“, hört er oft. Und dabei fühlt er sich viel jünger, was sicherlich auch daran liegt, dass er so aktiv ist. „Wir haben viel Spaß in den Kursen und ich bin eigentlich ein lustiger Typ, auch wenn ich meine Aufgabe sehr ernst nehme.“ Und dann sind da noch die Frühjahrs- und Herbstsportfeste im Verein. Und der Mercedes-Benz-Halbmarathon, bei dem der VfB beteiligt ist. Und wer organisiert mit? Genau, Detlef Salchow. Und das alles ehrenamtlich.

Für seine Arbeit beim Deutschen Sportabzeichen bekommt sein Verein einen kleinen Obolus. Und der kommt wieder den Menschen zugute. Dieses Geld wird jedes Jahr in eine Sportabzeichen-Feier investiert. Alle die, deren Prüfkarten Detlef Salchow bearbeitet hat, werden eingeladen. Viele Kuchenbäcker unterstützen ihn dabei und die Urkunden werden bei Kaffee und Kuchen feierlich überreicht. „Da sind jedes Mal etwa 120 Leute. Es ist schön, dann alle beisammen zu haben. Und so ein Fest ist natürlich eine gute Motivation sportlich am Ball zu bleiben und schon jetzt ans nächste Jahr zu denken.“

Auch er legt die Prüfung des Deutschen Sportabzeichens ab: In diesem Jahr das 38. Mal

Und selbstverständlich ist er auch in diesem Jahr beim Stopp der Sportabzeichen-Tour des DOSB am 5. Juni im SportPark Poststadion am Start. Dort wird ihm zum 15-jährigen Jubiläum des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) mit der Kampagne „Engagement macht stark!“ zusätzliche Aufmerksamkeit zuteilwerden. Aber das steht für ihn nicht im Vordergrund. „Ich helfe einfach gerne, schon ein Leben lang und Sport war immer schon meine Leidenschaft.“

Am kommenden Mittwoch nimmt er mit seinem Team beim Weitsprung sowie beim Zonenweitsprung Maß und wird die Teilnehmer aus tiefstem Herzen zu ihren Bestleistungen anfeuern.

(Quelle: wirkhaus.berlin)


  • Allein bin ich nichts, nur mit meinem Team kann ich etwas Tolles erreichen (1.v.r.: Detlef Salchow, Foto: privat)
    Allein bin ich nichts, nur mit meinem Team kann ich etwas Tolles erreichen (1.v.r.: Detlef Salchow, Foto: privat)

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