Deutsche Olympische Gesellschaft wird 60 Jahre alt

Zu den wichtigen Ereignissen des Jahres 1951 in der Geschichte und Entwicklung des Nachkriegssports in Deutschland gehört die Gründung der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG).

Das DOG Präsidium mit Harald Denecken, Klaus Zähringer, Dr. Christian Tröger, Petra Heß, Peter von Löbbecke (v.l.). Foto: DOG
Das DOG Präsidium mit Harald Denecken, Klaus Zähringer, Dr. Christian Tröger, Petra Heß, Peter von Löbbecke (v.l.). Foto: DOG

Am 5. Januar wurde die DOG im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main gegründet und Georg von Opel zum Präsidenten gewählt.

Vor allem in den 50er und 60er Jahren hatte die DOG große Verdienste nicht nur um die finanzielle Förderung der Teilnahme deutscher Sportlerinnen und Sportler an den Olympischen Spielen, sondern auch – vor allem mit ihren Filmdiensten – um  die Verbreitung der Olympischen Idee in der deutschen Jugend.

Schon bei der Gründung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) im September 1949 in Bonn hatte der zum Schatzmeister gewählte Willi Daume darauf aufmerksam gemacht, dass die Aufstellung und die Entsendung von deutschen Olympiamannschaften allein mit staatlichen Zuschüssen nicht möglich sein würde.

NOK beschloss Gründung

So wurde bereits bei der ersten NOK-Mitgliederversammlung im November 1949 in Köln die Gründung einer Deutschen Olympischen Gesellschaft nicht nur beraten, sondern im Grundsatz auch beschlossen. Diese Organisation sollte in erster Linie die Aufgabe haben, die Mittelbeschaffung für die Olympiateilnahme Deutschlands sicherzustellen.

Nach längerer Vorbereitungszeit, in der zunächst vor allem mit dem NOK auch der konkrete Aufgabenbereich der künftigen Gesellschaft abgeklärt werden musste, versammelte sich dann am 5. Januar, was damals Rang und Namen im Sport und in der Wirtschaft hatte, in dem traditionsreichen Frankfurter Museum, um die DOG aus der Taufe zu heben.

Auch der dem Sport sehr verbundene Bundespräsident Theodor Heuss übersandte ein Grußwort, in dem er u.a. zum Ausdruck brachte: „Wenn ich diese Gründung richtig verstehe, soll sie mithelfen, dass das sportliche Leben nicht in der Banalisierung und der Kommerzialisierung aufgeht. Ich glaube, dass das ein richtiger Gedanke ist und wünsche sehr, dass er in seiner menschlichen und menschheitlichen Bedeutung recht erfasst und dann fruchtbar verwirklicht wird.“

Georg von Opel als Präsident

Zum Präsidenten der DOG wurde in Frankfurt der 39jährige mehrfache Deutsche Rudermeister und Industrielle Georg von Opel gewählt, dessen Team mit Constans Jersch, Hermann-Jannsen, Werner Klingeberg und Dietrich Fischer schon bald durch Ritter von Halt und Carl Diem verstärkt wurde, die das NOK dem DOG-Präsidium beiordnete.

Letzterer war auch der Herausgeber und erste Schriftleiter der DOG-Zeitschrift „Olympisches Feuer“, die mit ihrer ersten Ausgabe bereits im Januar 1951 erschien. Von Opel machte es möglich, dass die Kosten dafür die Continental-Gummi-Werke in Hannover übernahmen, da die DOG in ihrem Gründungsmonat erst knapp 200 Mitglieder zählte.

Den Festakt schloss der neugewählte DOG-Präsident mit folgenden Worten:

„Die olympische Idee ist kein lebensfremdes Hirngespinst. Sie findet ihre mitreißende und weithin leuchtende Verwirklichung bei den Olympischen Spielen, diesem Fest, bei dem Hass, Verzerrung und Furcht verschwinden. Diesem Fest des Friedens, der Freiheit und der Freundschaft.

Unser Appell an das Herz des Volkes legt uns andererseits auch Verpflichtungen auf. So möchte ich denn klar und verbindlich erklären, dass die Mittel, die der Deutschen Olympischen Gesellschaft, wie wir hoffen und wünschen, zur Verfügung gestellt werden, auch nicht in Bruchteilen für vielköpfige Sekretariate, kostspielige Sitzungen, sogenannte Dienstfahrten und dergleichen Verwendung finden. Meine Freunde und ich wünschen, mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft ein Beispiel sportlicher Einfachheit und Sparsamkeit zu errichten. Gepaart damit wird die strengste Kontrolle aller Sammlungen und Geschäftsvorgänge sein. Eine Gesellschaft, die im Geistigen und Sittlichen dem höchsten sportlichen und menschlichen Ideal dienen will, ist sich selbst den strengsten Maßstab für Sparsamkeit und Sorgfalt in finanziellen Fragen schuldig.

Mit dieser Klarstellung ist zugleich unterstrichen, dass die Deutsche Olympische Gesellschaft nichts für sich selbst will. Unbelastet von der Durchführung praktischer Sportaufgaben, unbelastet von Fragen der Organisation und Führung des Sports, unbelastet von Meinungsstreit des sportlichen Alltags, dient sie allein ihrer Aufgabe. Die Deutsche Olympische Gesellschaft hat eine Mission zu erfüllen! Dessen wollen wir uns voll bewusst sein. In dem Wort DOG liegt auch die Deutung „Der Olympische Glaube“ verborgen. Diesen Olympischen Glauben wollen wir verkünden: Der Olympische Glaube ist das gute Gewissen der Welt.“

810.000 DM an Spenden gesammelt

Um abschließend noch einige Zahlen zu nennen, so wirkt heute kaum glaubhaft, dass die Bundesregierung für die Finanzierung der Olympiateilnahme 1952 in Oslo (Winter) und Helsinki (Sommer) in den Jahren 1950 und 1951 jeweils 50.000 DM und im Olympiajahr 1952 selbst 400.000 DM, insgesamt also 500.000 DM für Oslo und Helsinki an Zuschüssen an das NOK zahlte. Die DOG hatte dagegen 1951/52 nicht nur über 810.000 DM an Spenden für diesen Zweck eingesammelt, sondern durch ihre Leistungen auch dafür gesorgt, dass am Jahresende 1952 bereits eine Rücklage für die Olympiateilnahme 1956 gebildet werden konnte.

Übrigens: Als Kosten für die Gründungsfeier am 5. Januar 1951 im Senckenberg-Museum wurden bei der DOG 383,08 DM verbucht.


  • Das DOG Präsidium mit Harald Denecken, Klaus Zähringer, Dr. Christian Tröger, Petra Heß, Peter von Löbbecke (v.l.). Foto: DOG
    Das DOG Präsidium mit Harald Denecken, Klaus Zähringer, Dr. Christian Tröger, Petra Heß, Peter von Löbbecke (v.l.). Foto: DOG

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