Deutscher Sport fordert Regierung zur Unterstützung der internationalen Arbeit auf

"Erfolgreiche Bewerbungen - der Weg zum Ziel" lautete das Motto einer Tagung des deutschen Sports in Frankfurt

3. Tagung des deutschen Sports zur internationalen Sportpolitik



Das spektakuläre Scheitern der Bewerbung um die Handball-WM 2005 am zurückliegenden Samstag in St. Petersburg verdeutlichte die Dringlichkeit des Themas.

 

In den Beiträgen der in- und ausländischen Referenten der 3. Tagung des deutschen Sports zur internationalen Sportpolitik am 24. und 25.11. in Frankfurt/M. wurde auf dieses Ereignis jedoch allenfalls indirekt Bezug genommen.

 

Unter dem Motto "Erfolgreiche Bewerbungen – der Weg zum Ziel", diskutierten an den vergangenen beiden Tagen nahezu 100 deutsche Vertreter in internationalen Sportorganisationen über sportpolitische Maßnahmen zur Sicherung deutscher Interessen im internationalen Umfeld. Im Zentrum der Zweitages-Veranstaltung befand sich die Forderung nach notwendiger Unterstützung der internationalen Arbeit durch Regierung und staatliche Stellen im allgemeinen und für Bewerbungen um internationale Großveranstaltungen im besonderen.

 

"Die olympische Bewegung ist im Aufbruch, sie wartet nicht auf Deutschland", sagte NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach und forcierte die deutsche Olympiabewerbung mit der Aussage "Für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung müssen sich künftig in Deutschland alle bewegen und über sich hinauswachsen. Deutschland kann es sich nicht leisten, mit seiner Bewerbung nur Durchschnitt zu sein". NOK-Vizepräsident Dieter Graf Landsberg-Velen unterstrich: "In punkto Professionalistät werden die deutschen Bewerber den Ansprüchen des IOC absolut gerecht, wir haben alle Chancen."

 

Anschauungsunterricht für eine erfolgreiche internationale Lobbyarbeit leisteten der Präsident und der Generalsekretär des NOK für China, Weimin Yuan und Mingde Tu als Hauptredner. Für die deutsche Wirtschaft sicherte der Vorstandsvorsitzende der adidas-Salomon AG, Herbert Hainer die Gewährleistung eines positiven internationalen Bewerbungsumfeldes für die deutsche Olympiabewerbung 2012 zu.

 

Ausdruck mangelnder Unterstützung und Unzufriedenheit ist neben scheiternden Bewerbungen auch die durch die aktuelle Steuergesetzgebung bedingte Abwanderung von Geschäftsstellen internationaler Verbände aus Deutschland. "Bei unseren Partnern im Ausland ist nicht vermittelbar, warum Gelder die bei großen internationalen Sportveranstaltungen in Deutschland erworben werden, nicht in vollem Umfang für die gemeinnützigen Aufgaben des Sports verwendet werden können", beklagte etwa der Generalsekretär des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA), Till Lufft. Der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes, Horst R. Schmidt, bestätigte die Bedeutung der für die Fußball-WM 2006 gefundenen Sonderregelung für den Erfolg dieser Bewerbung.

 

Die mit besonderem Interesse erwarteten chinesischen Hauptredner der Veranstaltung Weimin Yuan und Mingde Tu hatten neben der Unterstützung der Wirtschaft die staatliche Unterstützung als zentrales Kriterium für eine erfolgreiche Bewerbungen um internationale Sportereignisse definiert. China führt flankierend zu den Olympischen Spielen 2008 in den nächsten Jahren auch die Fußball-WM der Frauen und die Asian Games durch.

 

In Anbetracht des in Deutschland ungesicherten Markenschutzes Olympischer Symbole berät die Bundesregierung gegenwärtig über ein entsprechendes Sondergesetz zur Gewährleistung der olympischen Vermarktungsrechte. Dies räumte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Fritz Rudolf Körper, auf der 3. Tagung des deutschen Sports zur internationalen Sportpolitik ein. Gleichzeitig verwies er auf Beratungen zwischen Bundesinnenministerium und Bundesjustizministerium. Der deutsche Sport hält den entsprechenden Schutz der Olympischen Ringe für eine Grundvoraussetzung zum Gelingen der deutschen Olympiabewerbung 2012. "Wir sind uns sicher, dass die Bundesregierung die deutsche Olympiabewerbung nach besten Kräften unterstützen und schnellstens die dafür notwendigen gesetzlichen Grundlagen wie den Markenschutz der Olympischen Symbole schaffen wird", hatte NOK-Präsident Steinbach eine zentrale sportpolitische Forderung bereits zur Eröffnung der Zweitages-Veranstaltung in Frankfurt am Main formuliert. Auch NOK-Ehrenpräsident Tröger und DSB-Präsident von Richthofen sahen in politischer Unterstützung und wirtschaftlicher Stabilität Hauptansatzpunkte bei allen Überlegungen zur Vergabe Olympischer Spiele und internationaler Großveranstaltungen nach Deutschland.

 



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